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Ayurveda: Die Wissenschaft des Lebens

von Personal Trainer Hans Vogel, Hemmingen
Ayurveda
Die Wissenschaft des Lebens
Ayurveda-Massagen bietet heutzutage jeder schicke „Wellnesstempel“ an, der etwas auf sich hält. Dazu wird ein Ayurveda-Tee gereicht und fertig ist das Wellnesspaket. Doch was sich hinter Ayurveda, der Schwester des Yoga wirklich versteckt, ist den meisten unbekannt.
Der Name Ayurveda setzt sich zusammen aus den Worten ayuh (das Leben) und veda (die Wissenschaft). Es handelt sich jedoch nicht um eine Wissenschaft im westlichen Sinn, sondern um ein auf Erfahrung aufgebautes Wissen um die natürlichen Zusammenhänge einer gesunden Lebensweise. Dabei geht es erst einmal um einen gesunden Lebenswandel und dann im weiteren Sinn um Heilung von körperlichen Zuständen, die ins Ungleichgewicht geraten sind. Die Wurzeln des Ayurveda sind in Indien zu finden und reichen über 2000 Jahre zurück. In den alten Schriften wird Ayurveda in Verbindung mit Yoga und Jyotish (vedische Astrologie) erwähnt.

Die Natur ist im Ayurveda Lehrmeister und Vorbild. Die Naturgesetze wirken überall auf der Welt gleich und die Heilkräfte der Natur kennen wir ja sogar im Westen. Nach den Überlieferungen existieren fünf Wirkprinzipien, die von den Elementen Äther/Raum, Luft, Feuer, Wasser und Erde abgeleitet sind. Die jeweiligen Wirkweisen abzuhandeln wäre in diesem Rahmen zu umfangreich, jedoch gilt es festzuhalten, dass diese Elemente auf das körperliche Wohlbefinden wirken – stärkend oder schwächend.

Viel bekannter sind da schon die drei Funktionsprinzipien, die Doshas: Vata, Pitta und Kapha. Es handelt sich um Konstitutionstypen, die gewisse Neigungen, aber auch Störanfälligkeiten aufweisen. Der Vata-Typ beispielsweise ist dem Element Luft zugeordnet. Das Luftelement ist zuständig für Bewegung und Leichtigkeit – wichtige Eigenschaften in unserem Dasein. Beim Luftelement brennt jedoch das Verdauungsfeuer „Agni“ nur unregelmäßig. Das beeinträchtigt die Verdauung und führt dazu, dass Nahrungsmittel nur unvollständig verdaut werden (Agni verbrennt Nahrung). Schlacken, so genanntes Ama lagern sich in den Körpergeweben ab und führen langfristig zu Beeinträchtigungen und Krankheiten.

Hier setzt nun die Ayurveda-Therapie ein. Entsprechend des individuellen Dosha-Typs und des Dosha-Ungleichgewichts, werden bestimmte Maßnahmen ergriffen. Bleiben wir bei unserem Beispiel: ein Zuviel an Vata schwächt den Körper, deshalb muss erst einmal Vata reduziert und das Verdauungsfeuer wird angeregt werden. Typische Vata-Störungen sind trockene Haut, Schlafstörungen, Nervosität und Beschwerden im Bewegungsapparat. Besonders der untere Rücken und der Dickdarm stehen bei einer Vata-Störung um Fokus.

Die nun folgende Therapie gegen Vata-Störungen beginnt zunächst mit den Empfehlungen übermäßige Bewegungen zu reduzieren, bestimmte Yogahaltungen zu üben, bestimmte Lebensmittel zu essen und störende Lebensmittel zu meiden. Dazu kommen eine Reihe von Gewürzen und Heilkräutern, die in Speisen bereitet oder als Nahrungsergänzung genommen werden. Nach ca. einer bis vier Wochen (je nach Schwere der Störung) werden die „Schlacken“ durch spezielle Massageanwendungen aus den Geweben gelöst und über abführende Maßnahmen aus dem Körper geleitet. Diese Ayurveda-Kur oder auch „Panchakarma“ sollte nur von speziell ausgebildeten Ayurveda-Ärzten oder -Therapeuten durchgeführt werden.

Soweit sollte es jedoch erst gar nicht kommen. Im Ayurveda geht es vor allem um die Erhaltung der körperlichen und geistigen Leistungsfähigkeit. Dazu sind einige wenige grundlegende Kenntnisse über das ayurvedische Wirkprinzip und über die Natur der harmonischen Lebensführung notwendig.

Text: Hans Vogel, Yogalehrer Foto: Istockphoto

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