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BMI: Body-Mass-Index: Das richtige Maß

von Personal Trainer Dr. med. Markus Klingenberg, Bonn
BMI: Body-Mass-Index
Das richtige Maß
Zu dick, zu dünn oder genau richtig...? Der Sprung auf die Waage verrät Ihnen zwar ihr aktuelles Gewicht, aber mehr auch nicht. Der Body-Mass-Index, kurz BMI, ist da schon aufschlussreicher. Denn er sagt Ihnen, ob Sie mit Ihren Kilos locker im grünen Bereich liegen oder etwas ändern sollten.
Der Body-Mass-Index (BMI) ist heute beinahe jedem ein geläufiger Begriff oder zumindest hat man schon mal davon gehört. Er hat irgendetwas mit dem Gewicht zu tun... Richtig! Der BMI verknüpft die beiden Werte Körpergröße und Körpergewicht miteinander, indem das Gewicht in Kilogramm durch die Körpergröße in Metern im Quadrat geteilt wird.

Die Formel
Was eher kompliziert klingt, ist eigentlich ganz einfach. Beispiel: Ein 78kg schwerer Mann ist 1,80m groß. Sein BMI beträgt also 80 : (1,8x1,8) = 24.

Aber wozu ist der BMI überhaupt gut? Der große Vorteil des BMI für Statistiker, Versicherungen, Ärzte und Trainer liegt darin, dass mit wenigen einfach zu erhebenden Daten ein vergleichbarer Wert ermittelt werden kann.

Grade der Fettleibigkeit
Der BMI dient der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Ernährungswissenschaftlern und Ärzten auch als Basis für die Einteilung der Diagnose Adipositas, also Fettleibigkeit:

< 19 Untergewicht
19-24 Normal
25-30 Übergewicht
31-35 Adipositas Grad I
36-40 Adipositas Grad II
> 40 Adipositas Grad III

Der BMI in den Statistiken
Die „Nationale Verzehrstudie II Deutschland“ ergab, dass gemäß BMI 60% der Männer übergewichtig und davon 20,5% sogar adipös sind. Bei den Frauen sind 51% übergewichtig und 21,1% adipös.

Der Bundes-Gesundheitssurvey von 1998 zeigte schon einen deutlichen Zusammenhang zwischen einem erhöhten BMI und dem Vorliegen eines Bluthochdrucks (arterielle Hypertonie).

Krank durch Fettleibigkeit
Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist Adipositas (Fettleibigkeit) die Ursache von 44% des Diabetes, 23% der koronaren Herzerkrankungen und bis zu 40% bestimmter Krebserkrankungen.

Kleiner BMI, höheres Gehalt
In Nordrhein-Westfalen ist zum Beispiel eine Verbeamtung als Lehrer an einen BMI von unter 30 geknüpft. Ansonsten wird der fertige Referendar als Angestellter mit geringeren Bezügen eingestellt. Der finanzielle Unterschied zwischen einem Angestellten und einem Beamten kann im Monat stolze 500 Euro ausmachen.

BMI allein reicht nicht
Schwierig wird es mit dem BMI vor allem bei muskulösen Sportlern. Bei ihnen ist der Wert oft zu hoch, ohne das ein vermehrtes gesundheitliches Risiko vorliegt. Sinnvoller sind in diesem Fall weitere Untersuchungen.

BIA – Muskeln, Fett, Wasser
Eine Bioimpedanz-Messung (BIA) ermittelt die prozentualen Anteile von Muskulatur, Fett und Wasser im Körper. Eine Umfangsmessung ist gerade bei den Zielsetzungen Muskelaufbau oder Fettabbau sinnvoll.

WHR - Körperumfang
Ein einfach zu bestimmendes Umfangsverhältnis, das die BIA sehr gut ergänzt und aus medizinischer Sicht mehr Sinn macht, ist das Taillen-Hüftverhältnis (WHR - engl. Waist-Hip-Ratio). Auch der Taillenumfang allein ist schon zur Risikoabschätzung geeignet. Ein mäßiges Risiko für eine koronare Herzerkrankung haben Frauen bei einem Taillenumfang von mehr als 80cm, Männer bei mehr als 94cm. Ein deutlich erhöhtes Risiko haben Frauen bei mehr als 88cm und Männer bei mehr als 102cm.

Doch letztlich ist immer der einzelne Fall zu betrachten und jeder einzelne Wert ist nur ein Hinweis auf ein mögliches Risiko des Sportlers oder Patienten.

Text: Dr. Markus Klingenberg ist Facharzt für Orthopädie/Unfallchirurgie und arbeitet als Arzt mit den Schwerpunkten Sport- und Ernährungsmedizin in Bonn, außerdem ist er freier Autor für PersonalFitness.de.
Foto: iStockphoto

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