Artikel aus der WieWo, Ausgabe 41/2002: Schonungslose Wahrheiten
vom Fitnessexperten Stefan Schmitt
Der Volksmund hat unser Knochengerüst im Visier, wenn er etwa von knochenmarkerschütternden Schreien , weichen Knien bei Angst oder gar von „Hexen“ bei alten, gebückt gehenden Frauen spricht. Knochenkrankheiten gibt es sehr verschiedene. Die „populärste unter Ihnen ist allerdings die Osteoporose.
(kob)Ihr war der Vortrag von Prof. Dr. med. Bernd Fromm von der Sigmund-Weil-Klinik in Bad Schönborn vom 01.10.02 im VHS-Zentrum gewidmet, zu welchem Fachbereichsleiter Ulrich Laier überwiegend weibliches Publikum und auch einige Männer im restlos vollen großen Vortragssaal begrüßen konnte. Dieser Zuspruch entspricht in etwa auch der prozentualen Verteilung des Erkrankungsrisikos zwischen Frauen und Männern. Osteoporose ist die meist alterbedingte Erkrankung mit örtlichen oder allgemeinem Abbau von Knochensubstanz und Erweiterung der Markräume. Sie geht zunächst ohne sichtbare Veränderung der äußeren Knochenform vor sich, jedoch nimmt die mechanische Belastbarkeit des Knochens ab, und die Neigung zu Knochenbrüchen erhöht sich. Das Leiden beruht auf Calcium und Vitamin -D –Mangel, manchmal auch auf allgemeiner Mangel Ernähung oder Stoffwechselstörungen. Damit wir nicht wir Dinosaurier durch die Gegend stapfen müssen, sind unsere Kochen möglichst leicht : Außen haben sie die Kompakta, die massiven Knochenbezirke, im Innern aber das nach verschiedenen Richtungen versteifende wirkende Schwammgewebe (Spongiosa). Außerdem stimmt der Körper die Knochenstärke auf die Belastungsstärke ab. Bei einem in Gips gelegten Arm schwindet auch die Knochenmasse.
Ein leichtgewichtiges auf Schmalkost gesetztes Model aus dem Modejournal läuft also Gefahr, aus eben diesen zwei Gründen verfrüht an Osteoporose zu erkranken. Wer sich mit Zigaretten und Bohnenkaffee munter hält und seinen Muskeln nichts mehr zumutet, ist in ähnlicher Gefahr. Osteoporose bedeutet, dass der Körper bei seiner routinemäßigen „Runderneuerung“ aller Knochen, die etwa ein halbes Jahr beanspruchen, mehr alte Knochensubstanz abbaut als neue bildet. Mit zunehmenden Alter verlieren wir Menschen an körperlicher Substanz, z.B. an Muskeln. Unser Knochenbau passt sich dem an. Stellt der weibliche Körper nach den Wechseljahren oder nach der Entfernung der Eierstöcke die Hormonproduktion ein , schwinden die Knochen. Ähnliches geschieht beim Mann bei Verlust der Hoden. Auch übermäßiger Alkoholgenuss oder Diabetes mellitus bzw. eine Schilddrüsenüberfunktion können zu Osteoporose führen. Das wäre vielleicht noch zu verkraften, aber bei Schwächung und zunehmender Brüchigkeit der Knochen droht ein Knochenbruch schon bei leichten Stürzen. Gleichsam als hätte es symbolische Bedeutung, bekommen wir im Alter einen runden Rücken und neigen den Kopf dem Boden zu. Dahinter steht ein Zusammensinken der Wirbelsäulenknochen. Zu allem Übel verkürzt sich in der Folge die Brustmuskulatur, und wir werden uns kaum wieder aufrichten können. Regelrechte „Sollbruchstellen“ unseres in dieser Weise aufgebrauchten Knochengerüstes sind dann die Handgelenke, die Unterarmknochen und der Oberschenkelhals. Jeder Sturz einer über 60 Jahre alten Frau kann zu Knochenbrüchen führen.
Diese lassen sich bekanntlich reparieren, aber die unerwünschten Begleiterscheinungen wie Narkose und Bettlägerigkeit können zu ernsten Komplikationen führen. Da tröstet es wenig, dass weltweit zwei Millionen Menschen von eben diesem Leiden betroffen sind. Leider werden 20% der verunfallten Osteoporosepatienten pflegebedürftig. Um das Schlimmste abzuwenden, sollen wir also unserem Körper ausreichend Calcium und Vitamin D in unserer normalen Nahrung zuführen, Ihn mit Maßen dem Sonnenlicht aussetzen und viel Bewegung zumuten, d.h. alle Treppen steigen und alle Fahrstühle unbenutzt lassen. Denken wir dabei an Steffi Graf! Deren rechter Arm, mit dem sie ihre Tennisbälle schmettert, hat die doppelte Knochenstärke des linken Arms, mit welchen sie dem Publikum zuwinkt! Bei der Diagnose der Krankheit wird der Arzt nach vorausgegangenen ähnlichen Erkrankungen in der Familie der/des Betroffenen fragen. Mit Hilfe der Computertomographie und der dualen Photonenabsorbtionsspektrometrie wird er am ehesten zu einer sicheren Diagnose gelangen. Man kann zwar nur bedingt etwas gegen die Krankheit ausrichten, aber als wichtigste Maßnahme wird der Arzt körperliche Belastungen, auch Fitnesstraining in den ersten drei Behandlungsschritten empfehlen, dann eine ausgewogene Ernährung mit Gemüse und auch Fleisch, schließlich medikamentöse (Calcium und Vitamin D) schließlich knochenstabilisierende Mittel und orthopädische Hilfen. Ein geeignetes Mieder kann sehr hilfreich sein.
Anschließend lud Stefan Schmitt als Osteoporose-Kursleiter zu den Bewegungskursen der VHS ein, die gerade beginnen. In der sich anschließenden Fragestunde schöpfte Prof. Fromm aus seiner reichlichen beruflichen Erfahrung und gab allgemeine Ratschläge.
(kob)Ihr war der Vortrag von Prof. Dr. med. Bernd Fromm von der Sigmund-Weil-Klinik in Bad Schönborn vom 01.10.02 im VHS-Zentrum gewidmet, zu welchem Fachbereichsleiter Ulrich Laier überwiegend weibliches Publikum und auch einige Männer im restlos vollen großen Vortragssaal begrüßen konnte. Dieser Zuspruch entspricht in etwa auch der prozentualen Verteilung des Erkrankungsrisikos zwischen Frauen und Männern. Osteoporose ist die meist alterbedingte Erkrankung mit örtlichen oder allgemeinem Abbau von Knochensubstanz und Erweiterung der Markräume. Sie geht zunächst ohne sichtbare Veränderung der äußeren Knochenform vor sich, jedoch nimmt die mechanische Belastbarkeit des Knochens ab, und die Neigung zu Knochenbrüchen erhöht sich. Das Leiden beruht auf Calcium und Vitamin -D –Mangel, manchmal auch auf allgemeiner Mangel Ernähung oder Stoffwechselstörungen. Damit wir nicht wir Dinosaurier durch die Gegend stapfen müssen, sind unsere Kochen möglichst leicht : Außen haben sie die Kompakta, die massiven Knochenbezirke, im Innern aber das nach verschiedenen Richtungen versteifende wirkende Schwammgewebe (Spongiosa). Außerdem stimmt der Körper die Knochenstärke auf die Belastungsstärke ab. Bei einem in Gips gelegten Arm schwindet auch die Knochenmasse.
Ein leichtgewichtiges auf Schmalkost gesetztes Model aus dem Modejournal läuft also Gefahr, aus eben diesen zwei Gründen verfrüht an Osteoporose zu erkranken. Wer sich mit Zigaretten und Bohnenkaffee munter hält und seinen Muskeln nichts mehr zumutet, ist in ähnlicher Gefahr. Osteoporose bedeutet, dass der Körper bei seiner routinemäßigen „Runderneuerung“ aller Knochen, die etwa ein halbes Jahr beanspruchen, mehr alte Knochensubstanz abbaut als neue bildet. Mit zunehmenden Alter verlieren wir Menschen an körperlicher Substanz, z.B. an Muskeln. Unser Knochenbau passt sich dem an. Stellt der weibliche Körper nach den Wechseljahren oder nach der Entfernung der Eierstöcke die Hormonproduktion ein , schwinden die Knochen. Ähnliches geschieht beim Mann bei Verlust der Hoden. Auch übermäßiger Alkoholgenuss oder Diabetes mellitus bzw. eine Schilddrüsenüberfunktion können zu Osteoporose führen. Das wäre vielleicht noch zu verkraften, aber bei Schwächung und zunehmender Brüchigkeit der Knochen droht ein Knochenbruch schon bei leichten Stürzen. Gleichsam als hätte es symbolische Bedeutung, bekommen wir im Alter einen runden Rücken und neigen den Kopf dem Boden zu. Dahinter steht ein Zusammensinken der Wirbelsäulenknochen. Zu allem Übel verkürzt sich in der Folge die Brustmuskulatur, und wir werden uns kaum wieder aufrichten können. Regelrechte „Sollbruchstellen“ unseres in dieser Weise aufgebrauchten Knochengerüstes sind dann die Handgelenke, die Unterarmknochen und der Oberschenkelhals. Jeder Sturz einer über 60 Jahre alten Frau kann zu Knochenbrüchen führen.
Diese lassen sich bekanntlich reparieren, aber die unerwünschten Begleiterscheinungen wie Narkose und Bettlägerigkeit können zu ernsten Komplikationen führen. Da tröstet es wenig, dass weltweit zwei Millionen Menschen von eben diesem Leiden betroffen sind. Leider werden 20% der verunfallten Osteoporosepatienten pflegebedürftig. Um das Schlimmste abzuwenden, sollen wir also unserem Körper ausreichend Calcium und Vitamin D in unserer normalen Nahrung zuführen, Ihn mit Maßen dem Sonnenlicht aussetzen und viel Bewegung zumuten, d.h. alle Treppen steigen und alle Fahrstühle unbenutzt lassen. Denken wir dabei an Steffi Graf! Deren rechter Arm, mit dem sie ihre Tennisbälle schmettert, hat die doppelte Knochenstärke des linken Arms, mit welchen sie dem Publikum zuwinkt! Bei der Diagnose der Krankheit wird der Arzt nach vorausgegangenen ähnlichen Erkrankungen in der Familie der/des Betroffenen fragen. Mit Hilfe der Computertomographie und der dualen Photonenabsorbtionsspektrometrie wird er am ehesten zu einer sicheren Diagnose gelangen. Man kann zwar nur bedingt etwas gegen die Krankheit ausrichten, aber als wichtigste Maßnahme wird der Arzt körperliche Belastungen, auch Fitnesstraining in den ersten drei Behandlungsschritten empfehlen, dann eine ausgewogene Ernährung mit Gemüse und auch Fleisch, schließlich medikamentöse (Calcium und Vitamin D) schließlich knochenstabilisierende Mittel und orthopädische Hilfen. Ein geeignetes Mieder kann sehr hilfreich sein.
Anschließend lud Stefan Schmitt als Osteoporose-Kursleiter zu den Bewegungskursen der VHS ein, die gerade beginnen. In der sich anschließenden Fragestunde schöpfte Prof. Fromm aus seiner reichlichen beruflichen Erfahrung und gab allgemeine Ratschläge.
Stefan Schmitt
Rhein-Neckar-Kreis
Lehrer für Fitness, Gesundheit und Sportreha, A-Lizenz Trainer, Ernährungsberater, Kursleiter für Osteoporose und Rückenschule. Leistungsdiagnostik f. Leistungs- und Breitensport. Trainer seit April 1993, Schwerpunkt Personal-Training seit August 1997. Seit 9 Jahren erfolgreich im Bereich Firmenfitness tätig z.B. bei Max Planck Inst. f. Kernphysik und Astronomie, Micro Log in Lorsch, Ortho-Clinical Diagnostics GmbH, REWE Deutscher Supermarkt KGaA.
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Lehrer für Fitness, Gesundheit und Sportreha, A-Lizenz Trainer, Ernährungsberater, Kursleiter für Osteoporose und Rückenschule. Leistungsdiagnostik f. Leistungs- und Breitensport. Trainer seit April 1993, Schwerpunkt Personal-Training seit August 1997. Seit 9 Jahren erfolgreich im Bereich Firmenfitness tätig z.B. bei Max Planck Inst. f. Kernphysik und Astronomie, Micro Log in Lorsch, Ortho-Clinical Diagnostics GmbH, REWE Deutscher Supermarkt KGaA.
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