Trainingstipps vom Profi: Auf die Skater, fertig, los...
von Fitnessexpertin Manuela Röder
Trainingstipps vom Profi
Auf die Skater, fertig, los...
Bremsen
Vergleicht man die Bremswege bei unterschiedlichen Geschwindigkeiten, wird deutlich, dass der Bremsweg überproportional steigt. Bei einer Geschwindigkeit von 15 km/h ist Ihr Bremsweg schon 9,5 m lang, bei 25 km/h ist er 16 m und bei 35 km/h sogar schon 25 m lang. Deshalb ist eine ordentliche und effektive Bremstechnik unverzichtbar.
Am effektivsten bremsen sie mit der sogenannten Fersenbremse dem sogenannten Heel Stop. Dabei wird in leicht gebeugter Skateposition ein Skate mindestens eine Fußlänge nach vorn in Schrittstellung geschoben. Durch Hochziehen der Fußspitze wird der Druck auf den Stopper erhöht und man kommt zum Stehen. Bitte beachten sie unbedingt, dass das Körpergewicht nicht zu weit nach vorn oder hinten verlagert wird, sondern immer in der Mitte zwischen beiden Füßen bleibt. Das erhöht die Stabilität und schützt vor unliebsamen Stürzen. Um die Effektivität noch zu erhöhen, können sie versuchen entweder beide Arme nach vorne auszustrecken oder mit beiden Händen auf den Oberschenkel zu drücken. Welcher Armeinsatz günstiger ist, das entscheiden sie für sich. Dadurch, dass beide Skates ständig Bodenkontakt haben, ist diese Bremstechnik auch für den Einsteiger schnell zu erlernen. Schon nach kurzer Übungszeit werden sie den geradlinigen, kurzen Bremsweg zu schätzen wissen. Außerdem ist der Heel Stop im Vergleich zu anderen Bremstechniken wesentlich materialschonender. Ein abgenutzter Bremsklotz ist schnell und kostengünstig zu ersetzten, ein Satz neuer Rollen kann dagegen ganz schön ins Geld gehen.Geländeangepasst Skaten
Jeder Skater kennt die typischen Schwierigkeiten, die auf den Strecken lauern können, wie etwa Kopfsteinpflaster, Bahnschienen, Gullydeckel oder andere Unebenheiten.
Am besten meistern sie solche zusätzlichen Hindernisse in Schrittstellung. Dabei wird in gebeugter Skateposition ein Fuß nach vorne geschoben. Der Körperschwerpunkt bleibt in der Mitte.Die Auflagefläche der Rollen verdoppelt in Schrittstellung von vier auf acht Rollen. Dadurch erreichen sie eine höhere Stabilität als bei Einnahme einer geschlossenen Fußstellung. Auch Bordsteinkanten nehmen sie mühelos mit der Schrittstellung. Fahren sie seitlich zur Kante an und setzen sie nacheinander die Füße nach oben in Schrittstellung.
Eine andere Technik wenden sie beim Bergabfahren an. Um die Geschwindigkeit zu kontrollieren bzw. zu verringern, öffnen sie die Füße etwa schulterbreit und verlagern das Gewicht abwechselnd auf das rechte und linke Bein. Ihre Skates werden Bögen beschreiben. Diese Bergab-Technik ähnelt der Technik beim Skifahren (Belastung des Talskis, Entlastung des Bergskis). Um die Stabilität zu erhöhen, ist die Fußführung jedoch deutlich breiter.
Ökonomisch und schnell Skaten
Um ausdauernd und schnell zu Skaten, muss man sich nur mal die Technik der Profi-Speed Skater anschauen. In der typischen tiefen Körperposition sind Hüfte und Knie gleichermaßen gebeugt. Bitte wählen sie anfangs eine mittlere Beugung in Hüfte und Knie. Um wirklich über längere Dauer die extrem tiefe Position der Speed Skater zu erreichen, bedarf es schon einige Zeit an Training. Versuchen sie Hüfte und Knie immer gleichermaßen zu beugen. Als Faustregel gilt, dass die Schulter, die Knie und die vorderste Rolle des Skates ungefähr auf einer Linie liegen sollten.
Durch diese aerodynamische Position verlängern sie außerdem ihren Abdruckweg und damit die mögliche Geschwindigkeit. Die beste Beschleunigung erreichen sie durch einen effektiven Vorschub. Dabei drücken sie sich mit allen vier Rollen, ähnlich dem Tretroller fahren, gleichzeitig vom Boden ab. Am vortriebswirksamsten ist die eingesetzte Kraft, wenn sie senkrecht zur Laufrichtung der Rollen wirkt. Dadurch ergibt sich die typische Rollrichtung des Skates in V-Form. Lange Schritte erhöhen die Effektivität. Durch langes Gleiten auf einem Bein erhöhen sie die Geschwindigkeit und sparen zusätzlich Kraft für die neue Beschleunigung. Das Prinzip ist vergleichbar mit einer hohen Übersetzung bei der Fahrradgangschaltung. Achten sie außerdem auf den Fußschluss zwischen Abstoß- und Gleitbein bei der Gewichtsverlagerung.
Um beim Ausprobieren der Techniken ganz sicher zu gehen, empfiehlt es sich natürlich vorab einen Profi zu Rate zu ziehen. In einem Skate-Kurs lernen sie die verschiedenen Techniken nach dem Grundsatz „Vom Leichten zum Schweren“.
Autorin: Manuelea Röder, Personaltrainerin in Leipzig betreibt die Inline Skatinting Schule -Skate4you-
Fotos: Manuela Röder
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Manuela Röder
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