Jeder hat bestimmt schon einmal etwas in diese Richtung gehört: „Du musst mit einem Puls von 130 trainieren!“ oder „Nimm 180 minus Lebensalter und Du hast Deinen Trainingspuls!“. Die Empfehlung mit einem bestimmten Puls zu trainieren und damit auch mit einer bestimmten Intensität sind eigentlich für Anfänger sehr praktikabel. Ein Herzfrequenz-Messgerät gibt es mittlerweile zu unglaublich günstigen Preisen, zum Teil schon ab 15,- €. Die Messung ist einfach, schmerzlos und vor allen Dingen meistens EKG – genau!

Wäre da nicht die ständige Frage: „Stimmen diese Empfehlungen denn auch bei mir?“ Diese Frage ist berechtigt, denn beim näheren Hinsehen zeigt sich, dass eine Vielzahl von Faktoren Einfluss auf die Höhe der Pulsreaktion nehmen:
Das Alter, das Geschlecht, die Veranlagung, die Sportart, der Trainingszustand, die Einnahme von Medikamenten und nicht zuletzt die psychische Situation (Stress, Ärger, Freude). Mann muss also auch bei der Suche nach dem optimalen Trainingspuls feststellen:
Jeder Mensch ist etwas anders!

Genau an diesem Punkt setzt ein gutes Personal Training an.
Es ist also sinnvoll, die leicht zu bestimmende Herzfrequenz mit einem inneren, individuellen Parameter in Beziehung zu setzen. Dazu bietet sich die Laktat-(Milchsäure-) Konzentration im Blut an, die sich seit vielen Jahren als sichere Messgröße zur Einschätzung der inneren Belastung bei länger andauernden Aktivitäten bewährt hat.

Laktat ist das Stoffwechselzwischenprodukt, das beim Abbau von Kohlenhydraten anfällt. Die Konzentration im Blut hängt im Wesentlichen von der Sauerstoffversorgung der arbeitenden Muskulatur ab und von der Fähigkeit des Körpers das anfallende Laktat möglichst schnell wieder zu eliminieren. Die im Blut gemessene Konzentration stellt also immer ein Produkt aus Bildung und Abbau dar.


Bei höheren Trainingsintensitäten ist das Herzkreislaufsystem nicht mehr in der Lage alle arbeitenden Muskelgruppen optimal mit Sauerstoff zu versorgen. Je leistungsfähiger ein Sportler ist, desto besser funktionieren Sauerstoffversorgung und Laktat-Abtransport.
Fazit: Wir haben mit der Laktatkonzentrationen ein eindeutiges Indiz der individuellen Belastungsfähigkeit unseres Sportlers. Somit können wir Ihn auch mit einem sicheren Gefühl individueller und effektiver trainieren und genau das macht ein gutes Personal Training aus!

An einer Kontrollmessung erkennen Sie nach ca. einem halben Jahr Training mit den optimalen individuellen Pulswerten, wie sich der Puls bei gleicher Belastung systematisch verringert und die Laktatkonzentration die aerob-anerobe Schwelle von 4 mmol/l erst bei einer deutlich höheren Belastung schneidet.

Text: Markus Klingenberg, Personal Trainer und freier Autor für Personalfitness.de
Bilder: iStockphoto

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Dr. med. Markus Klingenberg

Kompetenz in Medizin - Sport - Ernährung Dr. Markus Klingenberg ist Facharzt für Orthopäde/Unfallchirurgie, Sportmedizin, Chirotherapie und diplomierterTrainer für verschiedene Sportarten. In Bonn arbeitet er in der Beta Klinik als leitender Arzt Orthopaedie/Sportmedizin und in seiner Privatpraxis. Seine Schwerpunkte sind operative und konservative orthopädische Behandlungen, Sport- und Ernährungsmedizin und ein gezieltes Coaching, das die Bereiche Medizin, Sport und Ernährung verknüpft

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