Aktiv gehören Radfahren und Thaiboxen zu meinen liebsten Sportarten. Auch das Schwimmen begleitet mich schon lange und soll wieder mehr Raum bekommen. Passiv verfolge ich Sport eher selten – lieber bin ich selbst in Bewegung. Besonders freue ich mich darauf, künftig auch die DLRG-Jugend im Rettungssport mit Fitness- und Ausdauertraining zu unterstützen.
Meine Lieblingsübungen sind die, die mich wieder aus der Passivität ins Machen bringen – allen voran die Glute Bridge und eigentlich alles rund um die Hüfte. Für mich ist sie das zentrale „Organ“ der Bewegung. Sie verbindet Ober- und Unterkörper miteinander und hat mir in fast jeder Sportart gezeigt, wie wichtig sie ist. Wenn dort etwas nicht rundläuft, merkt man das oft nach oben und nach unten.
Was hat dich zu diesem Beruf gebracht?
Zu diesem Beruf hat mich vor allem meine eigene Schmerzgeschichte gebracht. Aus einem sehr aktiven Leben wurde durch Studium und viel Sitzen irgendwann immer mehr Passivität – und die hat meinem Körper deutlich geschadet. Weil ich mit klassischen Ansätzen allein nicht weiterkam, habe ich angefangen, mich selbst wieder in Bewegung und Schritt für Schritt aus dem Schmerz herauszubringen. Dabei hat mich ein starkes interdisziplinäres Netzwerk aus medizinischen und gesundheitlichen Fachkräften begleitet, dass ich selbst gegründet habe. Aus diesem Austausch entstand schon vor meiner eigentlichen Tätigkeit das Netzwerk Bildungsathletik – und bis heute prägt genau dieses gemeinsame Lernen meine Arbeit.
Wie bleibst du fachlich auf dem aktuellen Stand?
Ein wichtiger Teil meiner Weiterbildung ist unser Netzwerk Bildungsathletik. Dort arbeiten wir regelmäßig interdisziplinär zusammen – unter anderem mit Orthopäden, Sportmedizinern, Osteopathen, Chiropraktoren, Physiotherapeuten, Ergotherapeuten, Atemcoaches, Fußtherapeuten sowie Apothekerinnen und Apothekern. Wir treffen uns, tauschen Wissen aus und bilden uns gegenseitig weiter. Genau so gestalten wir für mich moderne Landgesundheit.
Was macht für dich ein gutes Personal Training aus?
Gutes Personal Training macht mich nicht abhängig, sondern selbstständig. Mein Trainer hilft mir, Bewegung und meinen eigenen Körper besser zu verstehen. So entsteht Wissen, das bleibt: Ich lerne, achtsam zu trainieren, Signale richtig einzuordnen und auch alleine sicher weiterzumachen – mit mehr Selbstwirksamkeit, Körpergefühl und Vertrauen in die eigene Bewegung.
Welche digitalen Helfer (Apps, Online-Coaching, Wearables) setzt du im Training ein?
Mein Schwerpunkt liegt auf Schmerzcoaching und funktionellem Training. Ich betrachte den Körper dabei nicht isoliert, sondern als Zusammenspiel von Bewegung, Alltag und individuellen Belastungen. Besonders macht meine Arbeit der enge Austausch mit meinem interdisziplinären Netzwerk aus – damit Training dort ansetzt, wo echte Veränderung möglich wird.
Ich möchte verstehen, warum etwas nicht funktioniert – nicht nur eine Übung dagegen geben.
Kommen Kunden mit speziellen Problemen zu dir – körperlich oder mental? Welche?
Ja. Zu mir kommen vor allem Menschen mit Rücken-, Knie- oder Schulterbeschwerden, nach Bandscheibenvorfällen sowie Knie- oder Hüftoperationen. Ich begleite auch Menschen mit MS, Spastiken, Übergewicht oder Diabetes. Häufig kommen Unsicherheit, Stress oder Angst vor Bewegung dazu. Mein Ziel: wieder sicherer, belastbarer und selbstständiger bewegen.
Wie sieht Training mit Kunden 60+ bei dir aus?
alltagsnah, sicher und selbstständig
Wo trainierst du am liebsten – Studio, draußen, beim Kunden? Warum?
Ich komme vorrangig zu meinen Klientinnen und Klienten nach Hause. Grundsätzlich empfehle ich das Training dort zu machen, wo vom höchsten Trainingserfolg auszugehen ist: in Alltagsnähe.
Wie machst du den Trainingsfortschritt deiner Kunden sichtbar und messbar?
Mit medo.coach habe ich Training und Gesundheitsdaten an einem Ort: Trainingspläne, Fortschritte, Messergebnisse, Anamnese und wichtige Dokumente sind jederzeit griffbereit. Gerade weil ich auch mit Befunden und sensiblen Gesundheitsdaten arbeite, ist mir eine technisch hochwertige und DSGVO-konforme Lösung mit sicherer Datenspeicherung auf deutschen bzw. europäischen Servern besonders wichtig.
Christian, danke dir für das Interview. Wir von PersonalFitness wünschen dir weiterhin ganz viel Erfolg!