Rücken Sie der Orangenhaut auf die Pelle

Cellulite Rücken Sie der Orangenhaut auf die Pelle

Jede Frau fürchtet sie, fast alle lernen Sie hautnah kennen: Cellulite. Aber keine Panik. Erstens gibt es Mittel und Wege, die Bekanntschaft mit Orangenhaut hinauszuzögern. Und zweitens müssen Sie sie nicht vertiefen.

Ernste Themen muss man seicht angehen. Zum Beispiel, wenn man Beziehungsstress hat. Zum Einstieg freundliches Geplänkel und dann gaaanz laaangsam zur Sache kommen. So geht das. Das ist in diesem Fall nicht anders. Also: Orangensaft ist der natürliche Feind eines jeden Alkoholikers. So wie der natürliche Feind jeder Frau – Orangenhaut ist. Puh, geschafft. Und nun zur Sache, Ladies. 

Woher kommt der Begriff „Orangenhaut“?

Orangenhaut oder Cellulite – auch als Cellulitis berühmt und berüchtigt - ist eine Veränderung des Unterhaut-Fettgewebes im Oberschenkel- und Gesäßbereich. Die gute Nachricht: Wir reden nicht von einer Krankheit, Cellulite ist nicht entzündlich. Sie ist konstitutionell bedingt. Nun gut, aber wieso heißt die wenig appetitliche Geschichte auch „Orangenhaut“? Ganz einfach: Weil es – wie so oft – ums Aussehen geht. Die dellenförmige Hautoberfläche erinnert an die Schale einer Orange. Äh, geht’s auch etwas sachlicher? Ja, gern, natürlich. 

Wie entsteht Cellulite?

Medizinisch entsteht die Cellulite durch eine strukturelle Veränderung des weiblichen Bindegewebes. Eine Schwäche der Bindegewebsfasern führt dazu, dass Unterhautfettgewebe in höhere Hautschichten vordringt. Na, super! Wieder mal ein Problem, das NUR Frauen haben? Leider ja. Cellulite kommt fast ausschließlich bei Frauen vor, da Männer eine andere, nämlich maskuline Struktur des Bindegewebes haben. 

Ab welchem Alter bekommt man Orangenhaut?

Meine Damen, nun hoffen Sie sicher: Es betrifft ja wohl nur wenige Frauen und das auch nur in reiferen Jahren?! Leider nicht ganz. Bei Übergewicht oder schwachem Bindegewebe kann die wenig schmeichelhafte Hauterscheinung schon in jungen Jahren auftreten. Und mit fortschreitendem Alter bekommen sogar 80 bis 90 Prozent aller Frauen eine Cellulite. Allerdings in unterschiedlichem Ausmaß – manchmal ist es nicht so schlimm, wie es klingt.

Ist Cellulite bzw. Orangenhaut genetisch bedingt?

Es trifft fast Jede? Das klingt nicht gut! Langsam, langsam... Die Gründe für Cellulite sind vielschichtig und dennoch sind einige Ursachen hausgemacht. Das ist gut, denn es heißt: Sie können etwas dagegen tun. Auch wenn es eine genetisch bedingte Veranlagung für die Entwicklung von Cellulite gibt,  können Sie ihre Ausprägung mit einfachen Tricks eindämmen. Denn es ist nachgewiesen, dass die Cellulite eher bei Frauen mit Übergewicht, Überernährung und Bewegungsmangel auftritt. Sport und Abnehmen hingegen verringern die Intensität der Orangenhaut. Eine klare Botschaft.

Was kann man gegen Orangenhaut bzw. Cellulite tun?

Es gibt viele Tipps gegen Cellulite. Allerdings lässt sich längs nicht bei allen nachweisen, dass sie auch etwas bringen. Konzentrieren wir uns also auf die Tipps, deren Wirksamkeit belegt ist. 

Tipp 1 gegen Orangenhaut: Körperfettreduktion

Das Fett muss weg! Am besten man lässt es gar nicht erst zu überflüssigen Pfunden kommen. Denn einer der deutlichsten Zusammenhänge besteht zwischen dem Umfang des Unterhautfettgewebes und der Cellulite. Je geringer Ihr Körperfettanteil, desto geringer ist auch Ihr Risiko Orangenhaut zu entwickeln. Bevor Sie nun aber die nächste Kohlsuppen-Diät beginnen, sollten Sie einen wichtigen Aspekt beachten. 

Sehr starke Gewichtsreduktion kann kurzfristig dazu führen, dass sich das Relief der Orangenhaut sogar noch verstärkt. Moment, mal! Wie man’s macht, man macht’s verkehrt? Nein, nein, aber auf den Weg kommt es an. Sogenannte Crash-Diäten, die lediglich wertvolle Muskulatur aufzehren und Ihren Stoffwechsel in den Keller schicken, sollten Sie  vermeiden. Vielmehr sollte mit Hilfe einer Ernährungsumstellung und einer aktiveren Lebensweise ein Kaloriendefizit erreicht werden.

Tipp 2 gegen Orangenhaut: Ernährung

In erster Linie sollten Sie Zucker in Getränken wie auch Lebensmitteln reduzieren bzw. ganz streichen. Ein hoher Zuckerkonsum steht – Überraschung! -  in direktem Zusammenhang zu Übergewicht und damit zu einer erhöhten Anfälligkeit für Cellulite. Darüber hinaus sollten Sie mehr Eiweiß zu sich nehmen, um über den Aufbau von fettfreier Muskulatur den Stoffwechsel zu beschleunigen und eine visuelle Straffung des Gewebes zu erreichen. Viel frisches Gemüse und Obst werden nicht nur Ihrer Gesundheit, sondern auch Ihrem Bindegewebe gut tun. Ein weiterer wichtiger Faktor ist eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr von energiearmen Getränken wie Wasser oder Tee. Mindestens zwei Liter sollten Sie täglich trinken, um Ihren Stoffwechsel auf hohem Niveau am Laufen zu halten. Also: trinken, trinken, trinken. 

Tipp 3 gegen Orangenhaut: Sport

Ein regelmäßiges, individuell angepasstes Sportprogramm schafft die Grundlage für die Gewichtsreduktion, wie auch für die Straffung des Gewebes. Eine Kombination aus Kraft- sowie Ausdauertraining ist die effizienteste Variante. Die entscheidenden Elemente Ihres Trainings sind die Intensität und Frequenz.  Ein intensives, kurzes Krafttraining mit kurzen Pausen zwischen den Übungen in Kombination mit einem kurzen und intensiven Intervalltraining an mindestens drei Tagen in der Woche wird Ihnen in kürzester Zeit Erfolge bringen. 

Grundsätzlich sind drei mal 30 Minuten intensives Training, ob daheim oder im Studio, für den Stoffwechsel und damit die Körperfettreduktion wesentlich effektiver als zwei mal 45 Minuten pro Woche in geringer Intensität. Das klassische, zeitintensive, sogenannte „Fettstoffwechseltraining“ ist damit überholt.

Tipp 4 gegen Orangenhaut: Wechselduschen

Das Beste zum Schluss. Jetzt wird geduscht, Ladies. Warmduschen ist ja eher etwas für schwache Kerle, daher reden wir hier von Wechselduschen. Die unterstützen nämlich ideal die ersten drei Tipps gegen Cellulite. Weshalb? Ganz einfach: Die Gewebedurchblutung wird ebenso gefördert wie die Regeneration nach dem Sport. 

Hilft Personal Training gegen Cellulite bzw. Orangenhaut?

Wer jetzt auf den Geschmack gekommen ist, erfährt von einem Personal Trainer mit Schwerpunkten wie Ernährungsberatung oder Gewichtsreduktion mehr. Ein Personal Trainer weiß, welches Ernährungsprogramm zu welchem Menschen und seiner individuellen Verfassung passt. Ein Fachmann, der alle wichtigen Aspekte wie Ernährung, Bewegung, Motivation zu einem runden Ganzen werden lässt, das wirklich funktioniert und dauerhaft zum individuellen Ziel führt. Was Sie so ein Personal Training kosten wird? Meist liegt die Höhe des Honorars pro Stunde zwischen 70 Euro und 150 Euro. Wie oft Sie trainieren, hängt dann von Ihren Wünschen, dem Programm und dem zur Verfügung stehenden Budget ab.

So richtig anfreunden werden Sie sich auch jetzt nicht mit dem Gedanken an Cellulite. Aber vielleicht ist der Gedanke an sie nun weniger beunruhigend. Mit diesen einfachen Tipps werden sich nicht nur langfristig Ihr Wohlbefinden und Ihre Gesundheit steigern. Es wird sich auch Ihr Hautbild wesentlich verbessern, die Cellulite wird es also schwer haben mit Ihnen. Zwei Fliegen mit einer Klappe. Klingt doch gut, oder?

Quellen:
Increased protein intake and meal frequency reduces abdominal fat during energy balance and energy deficit. Arciero PJ, Ormsbee MJ, Gentile CL, Nindl BC, Brestoff JR, Ruby M. Obesity (Silver Spring). 2013 Jan 2. doi: 10.1002/oby.20296
Long-term lifestyle intervention with optimized high-intensity interval training improves body composition, cardiometabolic risk, and exercise parameters in patients with abdominal obesity. Gremeaux V, Drigny J, Nigam A, Juneau M, Guilbeault V, Latour E, Gayda M.Am J Phys Med Rehabil. 2012 Nov;91(11):941-50. doi: 10.1097/PHM
http://www.sueddeutsche.de/leben/weltweiter-cellulite-wahn-waffelmuster-auf-unserer-haut-1.990290
http://www.womenweb.de/beauty-und-pflege/koerper/dellenlos.1.ernaehrung-schlemmen-gegen-cellulite.html
http://www.spiegel.de/gesundheit/ernaehrung/kalorienverbrauch-forscher-streiten-ueber-effekt-von-walken-und-joggen-a-896768.html
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