Viele meiner Kunden kommen zu mir, weil sie unter ihrem Übergewicht leiden. Ich kann sehr gut nachempfinden, wie sie sich fühlen. Ich war selber dick. Sehr dick. Selbst als Personal Trainer. Hier die Geschichte meines Lebens – und wie sich alles veränderte.
Damals, in meinem anderen Leben, bestimmte mein Gewicht meine Gefühle, mein Verhalten und meinen Tagesablauf. In jeglicher Beziehung. Schon wenn ich in die Öffentlichkeit ging, fühlte ich mich schrecklich. Schoss jemand in meiner Anwesenheit mit seiner Kamera Fotos, duckte ich mich weg. Leider ließ es sich nicht immer verhindern. Doch ich hasste es, mich auf Fotos zu sehen.
Schwimmen ging gar nicht. Die Vorstellung, nackt ins Becken zu hüpfen, war der reinste Horror. Ich wurde ein Meister im Ausreden-Erfinden. Glücklicherweise hat zumindest dies gut funktioniert.
Scham als Grundgefühl
Selbst in meinem Liebesleben hinterließen die überflüssigen Pfunde ihre Spuren: Schon vor dem Zu-Bett-Gehen löschte ich die Lichter. Und tappte im Dunkeln zum Ziel. Wer jetzt denkt: „Dann hättest du eben mehr Sport machen müssen!“, denkt falsch. Ich war sportlich aktiv. Aber eben nicht konsequent. Ich habe sogar schon als Personal Trainer gearbeitet. In zeltartigen, schlabberigen T-Shirts. Und wartete in der Umkleidekabine stets, bis möglichst keiner mehr da war.
Es ging mir nicht gut. Auch nicht gesundheitlich. Also musste ich zum Arzt. Und da wartete schon das nächste Hindernis. Die Treppen. Als ich im 2. Stock ankam, musste ich mich erstmal schnaufend ausruhen, bevor ich mich an der Rezeption anmelden konnte.
Die Frage war: Liegt es an der Ernährung? Liegt es an der mangelnden Bewegung? Heute habe ich die Antwort gefunden: Es lag an der mangelnden Motivation.
Zu zweit zum Erfolg
Dann kam der Moment, der mein Leben veränderte. Ein Kunde, der ebenfalls unter Übergewicht litt – und eine 24-Stunden-Betreuung bei mir buchte. Inklusive Ernährungsberatung, Gewichtsreduzierung, Motivationstraining und regelmäßiger Bewegung. Ein halbes Jahr lang. Die größte Herausforderung bis dahin. Ich nahm sie an. Und sie veränderte alles.



