Aktiv liebe ich vor allem die Abwechslung. Krafttraining gehört für mich seit vielen Jahren zur sportlichen Basis, gleichzeitig begeistern mich besonders Sportarten, bei denen neben körperlicher Leistungsfähigkeit auch Technik, Koordination und ein bisschen Köpfchen gefragt sind. Dazu zählen für mich vor allem Kampfsport und Klettern. Und natürlich fühle ich mich auch im und am Wasser ziemlich wohl.
Passiv bin ich ebenfalls vielseitig interessiert. Besonders faszinieren mich Sportarten, bei denen außergewöhnliche körperliche oder technische Leistungen sichtbar werden. Dabei schaue ich gerne über den Tellerrand meiner eigenen Sportarten hinaus – denn für neue Trainingsideen und sportliche Herausforderungen bin ich eigentlich immer zu haben.
Ob ihr es glaubt oder nicht: Mein Training macht mir tatsächlich Spaß und ist für mich oft ein echtes Highlight des Tages!
Ich weiß einfach, wie gut ich mich körperlich und mental nach einer gelungenen Trainingseinheit fühle – und auf dieses Gefühl freue ich mich ungefähr so, wie andere auf ihr Feierabendbier. Meine Motivation kommt deshalb meistens ganz von selbst.
Natürlich gibt es auch bei mir Tage, an denen ich keine große Lust habe, mich anzustrengen. Dann erinnere ich mich daran, wie ich mich danach fühlen werde. Und meine Erfahrung zeigt: Keine Lust vor dem Training kommt vor – das Training hinterher bereut habe ich eigentlich noch nie.
Welche sind deine Lieblingsübungen?
Das wechselt tatsächlich immer mal wieder. Grundsätzlich bin ich aber ein großer Fan der Krafttrainings-Klassiker: Kniebeugen, Kreuzheben, Klimmzüge und Co. haben für mich nicht ohne Grund seit Jahrzehnten ihren festen Platz im Training.
Gleichzeitig probiere ich gerne Dinge aus, die etwas mehr Koordination, Technik oder einfach Abwechslung verlangen. Ein sauberer Handstand macht mir genauso viel Spaß wie Macebell-Swings oder andere etwas unkonventionellere Trainingsmethoden.
Was hat dich zu diesem Beruf gebracht?
Im Grunde war es meine eigene Begeisterung für effektives Training und die positiven Auswirkungen, die Bewegung auf Körper und Geist haben kann. Irgendwann wurde mir klar: Wenn ich selbst so sehr davon profitiere – warum sollte ich nicht auch anderen Menschen dabei helfen, genau diese Erfahrung zu machen?
Aus dieser Überzeugung wurde erst mein sportwissenschaftliches Studium und schließlich mein Beruf. Heute Menschen dabei zu begleiten, stärker, leistungsfähiger und beweglicher zu werden und dabei vielleicht sogar ihre eigene Freude am Training zu entdecken, motiviert mich jeden Tag aufs Neue.
Wie bleibst du fachlich auf dem aktuellen Stand?
Ein großer Vorteil meines sportwissenschaftlichen Studiums ist, dass ich gelernt habe, wissenschaftliche Fachliteratur nicht nur zu lesen, sondern auch kritisch zu verstehen und einzuordnen. Das nutze ich bis heute: Ich beschäftige mich regelmäßig mit aktueller Literatur und neuen Erkenntnissen aus Trainingswissenschaft, Physiologie und angrenzenden Bereichen.
Genauso wichtig ist für mich aber der fachliche Austausch. Ich stehe regelmäßig mit Kollegen und anderen Experten aus der Praxis im Kontakt und bin Mitglied im Bundesverband Personal Training.
So versuche ich, wissenschaftliche Erkenntnisse und praktische Erfahrungen miteinander zu verbinden – denn nicht alles, was gerade im Trend liegt, ist automatisch gutes Training.
Was macht für dich ein gutes Personal Training aus?
Für mich steckt die wichtigste Eigenschaft schon im Namen: Personal Training muss vor allem persönlich sein.
Natürlich bilden fundiertes Fachwissen, eine durchdachte Trainingsplanung und die richtigen Trainingsreize die Grundlage. Mindestens genauso wichtig ist für mich aber die Beziehung zwischen Trainer und Kunde. Ich muss verstehen, was mein Gegenüber erreichen möchte, was ihn motiviert, was ihm Spaß macht – und manchmal auch, was ihn gerade vom Training abhält.
Dafür braucht es Empathie, Vertrauen, ehrliche Kommunikation und auch eine gute Portion Humor. Denn das fachlich beste Trainingskonzept bringt wenig, wenn es nicht zum Menschen passt oder langfristig keinen Platz in seinem Leben findet.
Gutes Personal Training verbindet deshalb für mich fachliche Kompetenz mit echter persönlicher Betreuung auf Augenhöhe. Genau diesen Anspruch habe ich an meine Arbeit.
Was geht mit gutem Personal Training leichter als alleine im Studio oder in der Gruppe?
Vor allem eines: den Kopf ausschalten und einfach trainieren.
Beim Personal Training musst du dir keine Gedanken darüber machen, welche Übungen heute sinnvoll sind, ob deine Technik stimmt oder wie du dein Training anpassen solltest. Genau das ist mein Job. Ich plane, beobachte, korrigiere und passe das Training laufend an dich, deine Tagesform und deine Ziele an.
Gleichzeitig entsteht eine Verbindlichkeit, die man alleine manchmal vermisst. Wenn jemand auf dich wartet, dich kennt und im richtigen Moment weiß, ob gerade Motivation, eine Korrektur oder vielleicht doch noch die eine Wiederholung mehr nötig ist, fällt vieles leichter.
Für mich ist genau das der Luxus von gutem Personal Training: Du bekommst die volle Aufmerksamkeit und Expertise deines Trainers – und kannst dich ganz auf dein Training konzentrieren.
Was tust du für deine Entspannung und Regeneration?
An erster Stelle stehen für mich die Basics: ausreichend Schlaf und eine ausgewogene, sportgerechte Ernährung. Keine Regenerationsmethode der Welt kann diese beiden Grundlagen ersetzen.
Darüber hinaus bin ich ein großer Fan von Sauna und Kälteanwendungen. Ich genieße beides und empfinde den Wechsel zwischen Wärme und Kälte auch mental als sehr erholsam.
Und wenn sich nach einem intensiven Training doch mal der Muskelkater meldet, bedeutet Regeneration für mich nicht unbedingt Stillstand. Dann bleibe ich gerne locker in Bewegung – zum Beispiel mit leichtem Joggen, Mobilisation oder entspanntem Dehnen. Generell versuche ich dabei auch auf meinen Körper zu hören: Manchmal tut Bewegung gut, manchmal ist echte Ruhe genau das Richtige.
Wie motivierst du Kunden, die sich eher „schwer“ tun?
Ich arbeite gerne mit kleinen, realistischen Zielen, die tatsächlich erreichbar sind. Denn nichts motiviert nachhaltiger als die Erfahrung: Ich kann das – und ich komme voran!
So entstehen Schritt für Schritt Erfolgserlebnisse und daraus ein positives Momentum. Aus anfänglicher Überwindung kann mit der Zeit eine Trainingsroutine werden, auf die man sich sogar freut.
Und genau da kommt für mich der vielleicht wichtigste Faktor ins Spiel: Spaß. Ich bin überzeugt davon, dass Training langfristig nur dann wirklich funktioniert, wenn man zumindest eine Form von Bewegung findet, die einem Freude macht. Deshalb versuche ich nicht, meinen Kunden mein persönliches Lieblingstraining aufzudrücken, sondern gemeinsam mit ihnen herauszufinden, was zu ihnen passt.
Mein Ziel ist letztlich, dass meine Kunden mich irgendwann immer weniger als Motivator brauchen – weil sie selbst erleben, wie gut ihnen Bewegung tut und wie viel Spaß Training machen kann.
Was sagst du Menschen, die glauben, sie seien einfach nicht sportlich?
Karten auf den Tisch: Vielleicht fühlst du dich im Moment tatsächlich nicht besonders sportlich. Aber das ist keine Eigenschaft, die für immer festgeschrieben ist.
Kraft, Ausdauer, Beweglichkeit und Koordination sind Fähigkeiten, die wir trainieren können – und gerade am Anfang sind Fortschritte oft erstaunlich schnell spürbar. Häufig fehlt es weniger an „Sportlichkeit“ als an positiven Erfahrungen mit Bewegung oder an einer Trainingsform, die wirklich zur eigenen Person passt.
Mein Rat ist deshalb: Mach aus „Ich bin nicht sportlich“ kein endgültiges Urteil über dich selbst. Ein guter Personal Trainer kann dir dabei helfen, einen passenden Einstieg zu finden, realistische Ziele zu setzen und erste Erfolgserlebnisse zu schaffen.
Und wer weiß: Vielleicht stellst du irgendwann fest, dass du doch sportlicher bist, als du immer dachtest – du hattest nur noch nicht den richtigen Zugang dazu gefunden.
Was unterscheidet dich von anderen im Personal Training?
Ich glaube, es ist vor allem die Kombination aus sportwissenschaftlicher Expertise, Vielseitigkeit und einer sehr persönlichen Art der Betreuung.
Als Sportwissenschaftler kann ich Training fundiert planen und auch komplexere Zusammenhänge verstehen und einordnen. Gleichzeitig bin ich selbst sportlich sehr vielseitig und nicht auf eine bestimmte Trainingsmethode festgelegt. Ich möchte meinen Kunden nicht „mein“ Training verkaufen, sondern herausfinden, welches Training zu ihnen passt.
Und dann wäre da noch das, was meine Arbeit wahrscheinlich am meisten prägt: Ich nehme Training ernst – aber nicht immer mich selbst. Humor, Leichtigkeit und ein gutes persönliches Verhältnis gehören für mich genauso zu einer gelungenen Trainingseinheit wie ein sinnvoll gesetzter Trainingsreiz.
Mein Anspruch ist deshalb: fachlich hochwertiges Training so unkompliziert, persönlich und mitreißend wie möglich zu gestalten. Oder kurz gesagt: Training kann eazy sein!
Welche Rolle spielt Ernährung bei deinem Training?
Eine wichtige – aber sie ist eben nur ein Teil des Gesamtbildes.
Training setzt den Reiz, die Ernährung liefert unter anderem Energie und Baustoffe für Leistungsfähigkeit, Anpassung und Regeneration. Je nach Zielsetzung kann sie deshalb einen erheblichen Einfluss auf den Trainingserfolg haben.
Trotzdem möchte ich daraus keine Wissenschaft für den Alltag meiner Kunden machen. Dank meiner Kenntnisse im Bereich der Sporternährung kann ich fundiert beraten, versuche aber auch hier, die Dinge möglichst einfach und praktikabel zu halten: gute Lebensmittel, sinnvolle Gewohnheiten und eine Ernährung, die zum eigenen Leben und den persönlichen Zielen passt.
Denn ähnlich wie beim Training gilt: Die theoretisch perfekte Lösung bringt wenig, wenn man sie nicht gerne und langfristig umsetzen kann.
Wie gehst du im Training mit Stress, Erschöpfung und Regeneration um?
Ein Trainingsplan ist für mich kein Gesetz. Stress, Schlaf, Erschöpfung und die allgemeine Tagesform haben Einfluss darauf, was an einem bestimmten Tag sinnvoll ist – und genau darauf kann ich im Personal Training reagieren.
Manchmal bedeutet das, die Intensität oder den Umfang anzupassen, den Schwerpunkt zu verändern oder bewusst eine regenerativere Einheit einzubauen. An anderen Tagen stellt man wiederum fest, dass trotz eines stressigen Tages erstaunlich viel möglich ist.
Mir ist wichtig, dabei weder jede Müdigkeit als Grund für eine Trainingspause zu sehen noch Warnsignale des Körpers zu ignorieren. Gutes Training bedeutet für mich, Belastung und Erholung sinnvoll miteinander in Einklang zu bringen.
Denn Fortschritt entsteht nicht durch möglichst viel Training, sondern durch die richtige Dosis zur richtigen Zeit.
Beschreibe das Spektrum deiner Trainingsformen und -Methoden.
Mein Trainingsspektrum ist bewusst breit aufgestellt. Je nach Zielsetzung arbeite ich mit dem eigenen Körpergewicht, klassischen freien Gewichten und Langhanteln, Kettlebells und Macebells, Trainingsbändern, TRX und vielen weiteren Trainingsmitteln.
Methodisch reicht das vom klassischen Kraft- und funktionellen Training über Beweglichkeits- und Mobilitätstraining bis hin zu koordinativen, ausdauerorientierten und athletischen Elementen.
Dabei geht es mir aber nie darum, möglichst viele Methoden oder möglichst ausgefallenes Equipment einzusetzen. Ich wähle das aus, was für den jeweiligen Menschen und sein Ziel sinnvoll ist. Manchmal ist das eine schwere Kniebeuge mit der Langhantel, manchmal eine komplexe Kettlebell-Übung – und manchmal reicht dafür schon das eigene Körpergewicht.
Die Methode ist für mich immer das Werkzeug, nicht das Ziel. Genau diese Vielfalt ermöglicht es mir, Training individuell, abwechslungsreich und trotzdem zielgerichtet zu gestalten.
Wie profitieren Kunden von deinen Zusatzausbildungen?
Vor allem durch ein größeres Repertoire an Möglichkeiten. Meine verschiedenen Weiterbildungen und Spezialisierungen erlauben mir, Training aus unterschiedlichen Perspektiven zu betrachten und individueller auf meine Kunden einzugehen.
Ob Langhantel- und Kettlebell-Training, Sporternährung, Training im Wasser oder andere Bereiche – das zusätzliche Fachwissen erweitert meinen „Werkzeugkoffer“ und hilft mir dabei, für unterschiedliche Menschen, Ziele und Ausgangssituationen passende Lösungen zu finden.
Dabei sammle ich Zertifikate aber nicht um ihrer selbst willen. Entscheidend ist für mich, ob eine Weiterbildung meine Arbeit als Trainer tatsächlich verbessert und meinen Kunden einen Mehrwert bietet.
Je größer mein fachlicher Werkzeugkoffer, desto individueller kann ich daraus das auswählen, was mein Gegenüber wirklich braucht.
Kommen Kunden mit speziellen Problemen zu dir – körperlich oder mental? Welche?
Ja, und die Anliegen sind dabei sehr unterschiedlich. Manche Kunden kommen mit klassischen Trainingszielen wie Muskelaufbau, Körperfettreduktion oder einer allgemeinen Verbesserung ihrer körperlichen Leistungsfähigkeit zu mir.
Andere möchten gezielter an ihrer Beweglichkeit arbeiten, bestimmte Gelenke – beispielsweise die Hüfte – wieder besser bewegen können oder durch ein sinnvoll aufgebautes Krafttraining ihre Wirbelsäule und den gesamten Bewegungsapparat stabilisieren. Auch die Begleitung während oder im Anschluss an eine physiotherapeutische Behandlung spielt in meiner Arbeit immer wieder eine Rolle.
Darüber hinaus kann Training auch für die mentale Gesundheit und als Ausgleich zu einem stressigen Alltag enorm wertvoll sein. Bewegung schafft einen freien Kopf, vermittelt Erfolgserlebnisse und kann dabei helfen, sich körperlich wie mental wieder leistungsfähiger zu fühlen.
Die Ausgangssituationen mögen also sehr verschieden sein – mein Ansatz bleibt derselbe: erst verstehen, was der Mensch braucht, und dann das Training passend dazu gestalten.
Was für Ziele haben deine Kunden typischerweise?
Das sind überwiegend Klassiker wie "Gewichtsreduktion", "schmerzfrei und beweglich" bzw. "gesund und fit alt werden". Auch der Wunsch nach Muskelmassezuwächsen ist oft vertreten. Vieles davon bedingt sich gegenseitig. Bei allem helfe ich gerne.
Welche Eigenschaften sind in diesem Beruf am wichtigsten?
Für mich braucht ein guter Personal Trainer vor allem zwei Dinge: fundierte Fachkompetenz und ausgeprägte Sozialkompetenz.
Ein Trainer muss verstehen, was er tut, Trainingsprozesse sinnvoll planen und sein Wissen immer wieder kritisch hinterfragen und weiterentwickeln. Gleichzeitig arbeitet man in diesem Beruf sehr eng mit Menschen zusammen. Empathie, Kommunikationsfähigkeit, Zuverlässigkeit und die Fähigkeit, wirklich zuzuhören, sind deshalb mindestens genauso wichtig wie das sportwissenschaftliche Know-how.
Dazu gehört für mich auch ein professioneller Anspruch an die eigene Arbeit und die Bereitschaft, sich kontinuierlich weiterzubilden. Aus diesem Grund bin ich unter anderem Mitglied im Bundesverband Personal Training (BPT), der sich für Qualitätsstandards sowie die Professionalisierung und Weiterentwicklung unseres Berufsfeldes einsetzt.
Am Ende ist ein guter Personal Trainer für mich also Experte, Motivator und aufmerksamer Begleiter zugleich.
Welche Tipps gibst du Kunden, damit gesunde Ernährung im Alltag dauerhaft funktioniert?
Mein wichtigster Tipp lautet: Keep it simple!
Eine gesunde Ernährung muss weder kompliziert sein noch den gesamten Alltag auf den Kopf stellen. Ich versuche deshalb, möglichst ungezwungen auf den bestehenden Gewohnheiten meiner Kunden aufzubauen und diese Schritt für Schritt zu verbessern. Oft können schon kleine Veränderungen einen erstaunlich großen Unterschied machen.
Eine gute Basis bilden für mich möglichst unverarbeitete, „echte“ Lebensmittel und eine abwechslungsreiche Ernährung. Natürlich spielen dabei auch ernährungswissenschaftliche Grundlagen eine wichtige Rolle – aber das beste Ernährungskonzept bringt wenig, wenn es im Alltag nicht funktioniert.
Und genau wie beim Training gilt für mich: Es muss auch Spaß machen! Essen ist schließlich weit mehr als die Summe seiner Nährstoffe. Eine Ernährungsweise sollte schmecken, zum eigenen Leben passen und sich nicht dauerhaft nach Verzicht anfühlen.
Mein Ziel ist deshalb nicht die vermeintlich perfekte Ernährung, sondern eine gute Ernährung, die man gerne und langfristig beibehält. Einfach, sinnvoll und alltagstauglich – EZ eben.
Wie läuft ein typisches Erstgespräch oder eine Probestunde bei dir ab?
Ganz entspannt und auf Augenhöhe. Beim ersten Kennenlernen geht es mir zunächst weniger ums Training als um den Menschen, der vor mir steht.
Ich möchte wissen: Was möchtest du erreichen? Welche sportlichen Erfahrungen bringst du mit? Was macht dir Spaß – und was vielleicht überhaupt nicht? Gibt es Beschwerden oder Einschränkungen? Und natürlich interessiert mich auch, wie viel Zeit und Raum Training realistisch in deinem Alltag einnehmen kann.
Darauf aufbauend besprechen wir gemeinsam, wie eine sinnvolle Zusammenarbeit aussehen könnte. Bei einer Probestunde geht es dann auch praktisch zur Sache: Ich lerne deine Bewegungen und deinen aktuellen Leistungsstand besser kennen und du bekommst gleichzeitig einen authentischen Eindruck davon, wie ich arbeite und wie sich ein Training mit mir anfühlt.
Dabei gibt es weder Leistungsdruck noch eine Verkaufsshow. Am Ende sollen wir beide wissen, ob die Chemie stimmt und ob wir gemeinsam an deinen Zielen arbeiten möchten. Denn wie gesagt: Personal Training muss vor allem persönlich passen.
Wie begleitest du Kunden nach Verletzung, OP oder längerer Pause zurück ins Training?
Vor allem in kleinen, realistischen Schritten und ohne falschen Ehrgeiz. Nach einer Verletzung, Operation oder längeren Trainingspause geht es für mich zunächst darum, Vertrauen in den eigenen Körper und seine Belastbarkeit zurückzugewinnen und die Anforderungen anschließend sinnvoll zu steigern.
Dabei berücksichtige ich natürlich den individuellen Ausgangspunkt und – sofern relevant – ärztliche oder physiotherapeutische Vorgaben. Durch meine Zusammenarbeit mit physiotherapeutischen Einrichtungen habe ich außerdem regelmäßig Berührungspunkte mit Menschen, die sich genau in dieser Übergangsphase zurück zu mehr Bewegung und Belastbarkeit befinden.
Eine besondere Möglichkeit bieten dabei auch meine Aquafitness- und Aqua-Cycling-Kurse. Durch den Auftrieb des Wassers lässt sich der Bewegungsapparat entlasten, während gleichzeitig Kraft, Ausdauer und Beweglichkeit trainiert werden können. Gerade für den Wiedereinstieg kann das – je nach Verletzung und individueller Situation – eine hervorragende Ergänzung zum Training an Land sein.
Mein Ziel ist dabei nie, möglichst schnell wieder dort anzukommen, wo jemand vor seiner Pause war. Entscheidend ist, Schritt für Schritt wieder belastbarer, sicherer und leistungsfähiger zu werden.
Wie sieht Training mit Kunden 60+ bei dir aus?
So individuell wie mit meinen jüngeren Kunden auch! Denn „60+“ sagt zunächst einmal erstaunlich wenig darüber aus, was ein Mensch körperlich kann und welches Training für ihn sinnvoll ist.
Grundsätzlich spielen Kraft, Beweglichkeit, Koordination und Ausdauer eine wichtige Rolle. Je nach Ausgangslage können auch Gleichgewicht, Reaktionsfähigkeit und alltagsnahe Bewegungen stärker in den Fokus rücken. Dabei darf und soll Training durchaus fordernd sein – natürlich immer angepasst an die individuelle Leistungsfähigkeit.
Gerade Krafttraining halte ich im höheren Lebensalter für besonders wertvoll. Mein Ziel ist es, möglichst lange körperlich leistungsfähig, selbstständig und belastbar zu bleiben – und nicht erst dann mit Training anzufangen, wenn etwas nicht mehr funktioniert.
Eine weitere tolle Möglichkeit bieten meine Aquafitness- und Aqua-Cycling-Kurse. Das Wasser ermöglicht ein effektives und gleichzeitig gelenkschonendes Training und bietet durch den Wasserwiderstand viele Möglichkeiten, unterschiedliche Leistungsniveaus innerhalb einer Einheit sinnvoll zu fordern.
Und auch mit 60, 70 oder darüber hinaus gilt für mich: Training darf anstrengend sein, Fortschritte ermöglichen und vor allem Spaß machen.
Bietest du Kurse oder Konzepte mit Krankenkassen-Bezuschussung an?
Nicht im klassischen Sinne eines nach § 20 SGB V über die Zentrale Prüfstelle Prävention (ZPP) zertifizierten Präventionskurses.
Allerdings erkennen viele Krankenkassen die regelmäßige Teilnahme an meinen gesundheitsorientierten Kursangeboten im Rahmen ihrer Bonus- oder Gesundheitsprogramme an. Dadurch können Teilnehmer – abhängig von ihrer jeweiligen Krankenkasse und ihrem Tarif – trotzdem von einer Bezuschussung oder einem Bonus profitieren.
Da sich die Bedingungen zwischen den Krankenkassen unterscheiden, empfehle ich, die Möglichkeiten vorab direkt bei der eigenen Kasse zu erfragen. Eine entsprechende Teilnahmebestätigung stelle ich natürlich gerne aus.
Wo trainierst du am liebsten – Studio, draußen, beim Kunden? Warum?
Einen einzigen Lieblingsort habe ich tatsächlich nicht – jeder Trainingsort hat für mich seinen eigenen Reiz.
Im Studio schätze ich die große Auswahl an Trainingsmöglichkeiten und Equipment. Beim Kunden zu Hause lässt sich Training besonders unkompliziert in den Alltag integrieren und gleichzeitig sehr individuell gestalten. Und draußen zu trainieren bringt noch einmal eine ganz eigene Qualität mit: frische Luft, Natur, Platz und jede Menge Möglichkeiten, die Umgebung kreativ ins Training einzubeziehen.
Und dann wäre da natürlich noch das Wasser – ein Trainingsraum, in dem ich mich ebenfalls ausgesprochen wohlfühle und der ganz besondere Möglichkeiten bietet.
Am Ende ist für mich deshalb weniger entscheidend, wo wir trainieren, sondern ob der Ort zum Menschen, zum Trainingsziel und zur jeweiligen Einheit passt. Gutes Training braucht schließlich nicht zwingend vier Wände oder eine riesige Geräteauswahl – manchmal reichen ein bisschen Platz, das eigene Körpergewicht und eine gute Idee.
Wie machst du den Trainingsfortschritt deiner Kunden sichtbar und messbar?
Das hängt ganz von der Zielsetzung ab. Wenn es sinnvoll ist, arbeite ich mit regelmäßigen Check-ups und Retests, um Veränderungen objektiv sichtbar zu machen – zum Beispiel bei Kraft, Beweglichkeit, Ausdauer oder anderen relevanten Leistungsparametern.
Oft braucht es dafür aber gar keinen aufwendigen Test. Viele Fortschritte werden direkt im Training sichtbar: Eine Übung gelingt plötzlich sauberer, ein Gewicht fühlt sich leichter an, Bewegungen werden sicherer oder Belastungen, die anfangs noch anstrengend waren, sind irgendwann selbstverständlich.
Und genau diese Momente finde ich besonders wertvoll. Zahlen können Fortschritt wunderbar bestätigen – aber am schönsten ist es, wenn meine Kunden ihn selbst spüren und erleben können.
Wie hilfst du Kunden, die Trainingserfolge langfristig zu halten und in den Alltag zu integrieren?
Indem wir von Anfang an nicht nur für kurzfristige Erfolge trainieren, sondern daran arbeiten, Bewegung ganz selbstverständlich in den Alltag zu integrieren.
Dafür muss Training vor allem realistisch sein. Ein Trainingsplan, der auf dem Papier perfekt aussieht, aber dauerhaft nicht zum Leben eines Menschen passt, ist für mich kein guter Trainingsplan. Deshalb bauen wir möglichst auf bestehenden Routinen auf, setzen erreichbare Ziele und finden Lösungen, die auch in stressigeren Wochen funktionieren.
Mindestens genauso wichtig ist wieder der Spaß: Wer eine Form von Bewegung gefunden hat, die ihm guttut und auf die er sich im besten Fall sogar freut, braucht langfristig deutlich weniger Überwindung.
Mein Ziel ist deshalb nicht, dass meine Kunden für immer auf mich angewiesen sind. Ich möchte ihnen das Wissen, die Erfahrungen und das Vertrauen in den eigenen Körper mitgeben, um Training irgendwann ganz selbstverständlich selbst in die Hand nehmen zu können.
Aus Training soll keine vorübergehende Maßnahme werden, sondern eine Gewohnheit, die man gerne behält.
Wie häufig und wie lange trainieren deine Kunden typischerweise mit dir?
Typischerweise trainieren meine Kunden ein- bis zweimal pro Woche mit mir. Wie häufig wir uns tatsächlich sehen, hängt aber immer von den persönlichen Zielen, dem Alltag und natürlich auch davon ab, wie viel zusätzlich eigenständig trainiert wird.
Die Gesamtdauer unserer Zusammenarbeit ist genauso individuell. Manche Kunden begleite ich gezielt für einen bestimmten Zeitraum oder bis zu einem konkreten Ziel, andere trainieren über Jahre regelmäßig mit mir, weil sie die persönliche Betreuung schätzen und das gemeinsame Training einfach gerne zu ihrer Routine machen.
Für mich gibt es deshalb keine pauschale „richtige“ Dauer. Personal Training soll genau so lange und so häufig stattfinden, wie es für den jeweiligen Menschen sinnvoll ist und einen echten Mehrwert bietet.
Welche typischen Verletzungen oder Beschwerden begegnen dir am häufigsten? Wie gehst du damit um?
Am häufigsten begegnen mir Rückenbeschwerden, eine unzureichende Rumpfstabilität sowie schmerzhafte Einschränkungen der Beweglichkeit, beispielsweise im Bereich der Schulter oder Hüfte. Auch Kunden mit bestehenden Schulterbeschwerden oder entsprechenden Impingement-Symptomatiken kommen immer wieder zu mir.
Durch meine Aquafitness- und Aqua-Cycling-Kurse arbeite ich außerdem regelmäßig mit Menschen, die von Arthrose und anderen Gelenkbeschwerden betroffen sind. Gerade hier bietet das Training im Wasser durch den Auftrieb und die geringere Gelenkbelastung besondere Möglichkeiten.
Wichtig ist mir zunächst zu verstehen, woher die Beschwerden kommen und was medizinisch oder physiotherapeutisch bereits abgeklärt wurde. Ich diagnostiziere oder therapiere nicht, sondern setze dort an, wo meine Kompetenz als Sportwissenschaftler und Trainer liegt: Bewegung ermöglichen, Belastbarkeit entwickeln und Kraft, Stabilität sowie Beweglichkeit gezielt verbessern.
Dabei arbeite ich lieber mit dem Körper als gegen ihn. Wir suchen Bewegungen und Belastungen, die gut funktionieren, und entwickeln diese Schritt für Schritt weiter. Bei Bedarf erfolgt das natürlich in Abstimmung mit behandelnden Ärzten oder Physiotherapeuten.
Erik, danke dir für das Interview. Wir von PersonalFitness wünschen dir weiterhin ganz viel Erfolg!
Körper und Seele fühlen sich wohl. Besser geht nicht!
Inge
5 Sterne