Es fasziniert mich aus der Komfortzone herauszukommen und seine Grenzen zu spüren. Wenn dies regelmäßig durchgeführt wird, ist spürbar wie sich diese Grenze nach oben verschiebt. Dadurch entsteht mehr Energie, mehr Freude und mehr Belastbarkeit im Alltag.
Mein Lieblingssport ist das Klettern und Laufen.
Beim Klettern kann ich abschalten. Mein Ziel: eine kreative Lösung für eine Kletterroute zu finden. Das schöne dabei ist, jedes Mal einen anderen Ansatz zu finden bis es umsetzbar wird. Das lässt sich super auf den Alltag übertragen.
Beim Laufen ist das Gehirn auf Leerlauf. Einzig allein der Körper funktioniert und ich spüre wie die "Machine" läuft. Wenn ich ein Problem habe, was ich nicht gelöst bekomme, gehe ich laufen. Meistens habe ich danach eine Lösung parat.
Hat Sport dein Leben verändert? Und wenn ja, wie?
port bedeutet für mich weit mehr als körperliche Fitness. Er ist ein Weg, an mir selbst zu wachsen.
Auch ich habe Phasen erlebt, in denen das Leben schwer war. Bewegung hat mir immer wieder geholfen, Schritt für Schritt aus diesen Tiefpunkten herauszufinden. Nicht, weil sie Probleme verschwinden lässt, sondern weil sie mir gezeigt hat, dass Veränderung möglich ist.
Jedes Training lehrt dich, deine eigenen Grenzen neu kennenzulernen, Herausforderungen anzunehmen und zu erleben, dass dein Handeln einen Unterschied macht. Mit jeder überwundenen Hürde wächst das Vertrauen in die eigene Stärke.
Der entscheidende Wandel beginnt in dem Moment, in dem du erkennst: Du bist den Umständen nicht ausgeliefert. Du kannst Verantwortung übernehmen, aktiv werden und deine eigene Geschichte neu schreiben – vom Gefühl der Ohnmacht hin zu einem Menschen, der sein Leben bewusst gestaltet.
Kannst du dir ein Leben ohne Sport vorstellen?
Definitiv NEIN! Bewegung bedeutet Leben. Unser Körper ist für Bewegung ausgelegt. Ohne diese gehen wir ein wie eine Pflanze ohne Wasser.
Welche sportlichen Trends findest du derzeit spannend?
Ich hinterfrage Trends grundsätzlich kritisch. Nicht, um sie abzulehnen, sondern um zu verstehen, welchen Zweck sie erfüllen und welches Ziel sie tatsächlich verfolgen.
Am Ende entscheidet kein Trend über deinen Erfolg, sondern ein Training, das langfristig zu dir passt, ausgewogen ist und sich dauerhaft in deinen Alltag integrieren lässt.
Deshalb ist der wichtigste Rat oft der einfachste: Finde eine Form der Bewegung, die dir Freude bereitet. Denn was dir Spaß macht, wirst du mit deutlich größerer Wahrscheinlichkeit regelmäßig tun – und genau diese Kontinuität macht den Unterschied.
Wie motivierst du dich selbst, wenn die Lust mal fehlt?
Das ist eine schwierige Frage, denn Bewegung ist längst ein fester Bestandteil meines Lebens. Ich brauche keine Motivation, um aktiv zu sein. Bewegung gehört für mich so selbstverständlich zum Alltag wie Essen oder Schlafen.
Mit der Zeit hat mein Körper gelernt, wie gut sich Bewegung anfühlt. Dieses Gefühl ist zu einer Gewohnheit geworden – so sehr, dass ich mich nicht zum Training überwinden muss, sondern mich darauf freue. Bewegung ist für mich keine Pflicht, sondern ein Bedürfnis.
Wie hältst du dich selbst fit?
Ich halte mich fit, indem ich konsequent auf meine Grundbedürfnisse achte. Für mich beginnt Gesundheit nicht im Fitnessstudio, sondern im Alltag.
Eine ausgewogene Ernährung bildet die Grundlage. Ich versuche, meinem Körper regelmäßig das zu geben, was ihn langfristig unterstützt, anstatt mich nur von kurzfristigen Gelüsten leiten zu lassen. Das gibt mir Energie für Training, Beruf und Alltag.
Mindestens sieben Stunden Schlaf gehören für mich genauso dazu. In dieser Zeit finden wichtige Regenerationsprozesse statt, die sowohl die körperliche als auch die mentale Leistungsfähigkeit fördern.
Bewegung ist jeden Tag ein fester Bestandteil meines Lebens – meist mindestens zwei Stunden. Dabei muss nicht jede Einheit intensiv sein. Mal steht Krafttraining im Mittelpunkt, mal Ausdauer, Mobilität oder ein Spaziergang. Entscheidend ist die Regelmäßigkeit und die passende Belastung. Fortschritt entsteht, wenn wir unseren Körper immer wieder sinnvoll fordern und ihm gleichzeitig ausreichend Zeit zur Erholung geben.
Auch mein Umgang mit Stress spielt eine große Rolle. Nicht jeder Stress lässt sich vermeiden, aber ich versuche, ihn bewusst zu steuern und für einen Ausgleich zu sorgen. Denn dauerhaft hoher Stress kann Regeneration, Leistungsfähigkeit und Gesundheit beeinträchtigen.
Ebenso achte ich auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr und trinke überwiegend Wasser. Es unterstützt zahlreiche Stoffwechselprozesse und hilft mir, den Tag über leistungsfähig zu bleiben.
Und schließlich gehört für mich auch die innere Haltung dazu. Ich versuche, Herausforderungen als Chancen zu sehen und selbst in schwierigen Situationen nach einer Lösung oder einer wertvollen Erfahrung zu suchen. Diese positive Einstellung hilft mir, langfristig dranzubleiben und mich kontinuierlich weiterzuentwickeln.
Welche sind deine Lieblingsübungen?
Für mich ist der Weg das eigentliche Ziel. Ich suche bewusst nach Übungen, die mich körperlich und mental fordern, denn genau dort findet Entwicklung statt.
Die Herausforderung besteht darin, diese Reize immer wieder neu zu setzen. Sobald eine Bewegung vertraut ist und keine Aufmerksamkeit mehr verlangt, nimmt auch der Lern- und Anpassungseffekt ab. Deshalb verändere ich regelmäßig Intensität, Komplexität oder Ausführung, damit mein Körper und mein Kopf weiter lernen.
Fortschritt entsteht nicht durch ständiges Wiederholen des Bekannten, sondern durch die Bereitschaft, sich immer wieder auf neue Herausforderungen einzulassen.
Was hat dich zu diesem Beruf gebracht?
Eine persönliche Lebenskrise war für mich der Auslöser, mich intensiv mit mir selbst auseinanderzusetzen. Ich habe mir die Fragen gestellt: Was möchte ich im Leben wirklich erreichen? Was gibt mir Sinn? Und was erfüllt mich langfristig?
Dabei wurde mir bewusst, dass Bewegung schon immer ein fester Bestandteil meines Lebens war. Bereits als Kind und Jugendlicher hatte ich große Freude am Sport, und vieles fiel mir dabei ganz natürlich. Mit der Zeit erkannte ich, dass es nicht nur die körperliche Aktivität war, die mich faszinierte, sondern die Möglichkeit, mich kontinuierlich weiterzuentwickeln und über mich hinauszuwachsen.
Diese Erkenntnis hat meinen weiteren Weg geprägt und schließlich den Wunsch entstehen lassen, auch andere Menschen dabei zu unterstützen, durch Bewegung mehr Gesundheit, Leistungsfähigkeit und Lebensqualität zu gewinnen.
Was motiviert dich an deinem Beruf?
Mich motiviert die Möglichkeit, jeden Tag dazuzulernen und mich fachlich wie persönlich weiterzuentwickeln. Gleichzeitig erfüllt es mich, dieses Wissen weiterzugeben und Menschen dabei zu begleiten, durch Bewegung ihre Gesundheit, Leistungsfähigkeit und Lebensqualität nachhaltig zu verbessern.
Besonders motivierend ist für mich der Moment, in dem aus Unsicherheit Vertrauen wird, aus Beschwerden wieder Bewegung und aus Einschränkungen neue Möglichkeiten entstehen. Genau darin sehe ich den Sinn meines Berufs.
Was macht dir an deinem Beruf am meisten Freude?
Mich begeistert es, Menschen dabei zu helfen, Körper und Geist wieder in Einklang zu bringen. Viele kommen mit dem Gedanken: „Das kann ich nicht.“ Für mich ist das oft ein Zeichen, dass ihnen noch das Vertrauen in ihre eigenen Fähigkeiten fehlt – nicht, dass sie es tatsächlich nicht können.
Ich begegne ihnen dabei ehrlich, direkt und immer wertschätzend. Anstatt zu bewerten, stelle ich gezielte Fragen, gebe klare Hinweise zur Bewegungsausführung und lenke die Aufmerksamkeit auf die richtige Muskelaktivität. Häufig reichen kleine Veränderungen in Wahrnehmung und Ansteuerung aus – und plötzlich funktioniert eine Bewegung, die wenige Minuten zuvor noch unmöglich erschien.
Diese Momente sind für mich etwas Besonderes. Sie zeigen den Menschen, dass oft nicht mangelnde Kraft das Problem ist, sondern die richtige Ansteuerung, das passende Verständnis und das Vertrauen in den eigenen Körper.
Welche sind die schwierigsten Momente deiner Arbeit?
Herausfordernd wird die Zusammenarbeit für mich, wenn Menschen grundsätzlich nicht bereit sind, neue Perspektiven zuzulassen oder bestehende Überzeugungen zu hinterfragen. Veränderung beginnt dort, wo Offenheit für neue Erfahrungen entsteht.
Ich respektiere die Werte und Ansichten jedes Menschen und hole meine Kunden dort ab, wo sie gerade stehen. Gleichzeitig braucht erfolgreiche Zusammenarbeit eine gewisse Bereitschaft, neue Wege auszuprobieren und Verantwortung für den eigenen Veränderungsprozess zu übernehmen.
Wenn ich merke, dass diese Offenheit dauerhaft fehlt und dadurch kein gemeinsamer Fortschritt mehr möglich ist, spreche ich das ehrlich an. In manchen Fällen ist es dann die bessere Entscheidung, die Zusammenarbeit respektvoll zu beenden. Mir ist wichtig, nur dort zu begleiten, wo beide Seiten gemeinsam an einem Ziel arbeiten.
Hattest du mal einen beruflichen Plan B – was wärst du sonst geworden?
Ganz ehrlich: Damals wusste ich noch nicht, wohin mein Weg führen würde. Nach meiner Ausbildung zum Hotelfachmann reizte mich vor allem die Möglichkeit, die Welt kennenzulernen. Innerhalb von drei Jahren durfte ich in Paris, London und Wellington in Neuseeland leben und arbeiten.
Diese Zeit hat meinen Horizont enorm erweitert. Ich habe andere Kulturen erlebt, neue Perspektiven kennengelernt und gelernt, über den eigenen Tellerrand hinauszuschauen. Rückblickend war das eine prägende Erfahrung – auch wenn ich damals noch nicht wusste, welche Richtung mein Leben einmal einschlagen würde.
Erst eine persönliche Lebenskrise brachte mich dazu, innezuhalten und mir die entscheidenden Fragen zu stellen: Was erfüllt mich wirklich? Wofür möchte ich meine Zeit und Energie einsetzen?
Die Antwort fand ich in der Bewegung. Aus dieser Erkenntnis entstand mein heutiger Weg – Menschen dabei zu begleiten, durch Bewegung ihre Gesundheit, Leistungsfähigkeit und Lebensqualität nachhaltig zu verbessern.
Wie bleibst du fachlich auf dem aktuellen Stand?
Lebenslanges Lernen ist für mich kein Ziel, sondern eine Haltung. Weiterbildung gehört selbstverständlich zu meinem Berufsverständnis, denn nur wer bereit ist, sein Wissen kontinuierlich zu erweitern, kann Menschen langfristig auf einem hohen fachlichen Niveau begleiten.
Ich lebe nach dem Grundsatz: „Wer aufhört, besser zu werden, hört auf, gut zu sein.“ Deshalb hinterfrage ich bestehendes Wissen, verfolge aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse und entwickle mich fachlich wie persönlich kontinuierlich weiter. Denn je mehr ich lerne, desto besser kann ich die Menschen unterstützen, die mir ihr Vertrauen schenken.
Was macht für dich ein gutes Personal Training aus?
Für mich gibt es kein Training von der Stange. Jeder Mensch bringt unterschiedliche Voraussetzungen, Bedürfnisse, Ziele und Belastbarkeiten mit – genau daran orientiert sich mein Training.
Gemeinsam definieren wir ein langfristiges Ziel und entwickeln einen klaren, realistischen Weg dorthin. Die Übungen werden dabei kontinuierlich an den aktuellen Leistungsstand, den Trainingsfortschritt und mögliche Veränderungen angepasst. So bleibt das Training individuell, sinnvoll und nachhaltig wirksam.
Mein Ziel ist nicht, einen starren Trainingsplan abzuarbeiten, sondern ein System zu schaffen, das sich mit dem Menschen weiterentwickelt und langfristigen Erfolg ermöglicht.
Was geht mit gutem Personal Training leichter als alleine im Studio oder in der Gruppe?
Im Personal Training kann ich mich vollständig auf eine Person konzentrieren. Dadurch lassen sich Bewegungsqualität, Belastung und Trainingssteuerung in Echtzeit anpassen – etwas, das im klassischen Studio oder in einer Gruppe nur eingeschränkt möglich ist.
Wir arbeiten gezielt an den individuellen Grenzen des Kunden: technisch, körperlich und mental. Jede Übung wird optimiert, Zusammenhänge werden verständlich erklärt und der Kunde lernt, seinen eigenen Körper besser wahrzunehmen. So entsteht nicht nur ein Trainingseffekt, sondern auch ein nachhaltiges Verständnis für Bewegung.
Der größte Unterschied ist das kontinuierliche Feedback. Jede Wiederholung liefert Informationen, die unmittelbar in die nächste Ausführung einfließen. Dadurch sind oft schon nach einer einzigen Trainingseinheit spürbare Verbesserungen in Bewegungsqualität, Körpergefühl und Sicherheit erkennbar.
Genau dieses individuelle Feedback ist der entscheidende Mehrwert des Personal Trainings. In einem Fitnessstudio oder Gruppenkurs ist eine so intensive Begleitung aufgrund der Betreuung mehrerer Personen naturgemäß nur begrenzt möglich.
Welche Werte sind dir wichtig?
Mir sind Ehrlichkeit, Neugier, Offenheit und ein positives Mindset besonders wichtig. Ehrlichkeit – sowohl sich selbst als auch anderen gegenüber – ist für mich die Grundlage jeder persönlichen Entwicklung.
Ich glaube daran, dass wir nie auslernen. Deshalb begegne ich neuen Erkenntnissen, Ideen und Perspektiven mit Neugier und der Bereitschaft, dazuzulernen. Wer offen für Neues bleibt, schafft die Voraussetzung für Wachstum.
Ebenso wichtig ist mir der Wille, jeden Tag ein Stück besser zu werden als gestern. Dabei geht es nicht um Perfektion, sondern um kontinuierliche Entwicklung – fachlich, körperlich und persönlich.
Ein positives Mindset bedeutet für mich nicht, alles schönzureden. Es bedeutet, in jeder Herausforderung eine Chance zum Lernen zu sehen, Verantwortung für das eigene Handeln zu übernehmen und den Fokus auf Lösungen statt auf Probleme zu richten. Diese Haltung hilft mir, auch in schwierigen Situationen handlungsfähig zu bleiben und kontinuierlich zu wachsen.
Ich möchte mein eigenes Potenzial immer weiter entfalten und Menschen dazu inspirieren, an ihre Entwicklung zu glauben und ihren eigenen Weg aktiv zu gestalten.
Stefan, danke dir für das Interview. Wir von PersonalFitness wünschen dir weiterhin ganz viel Erfolg!