Sport kann Menschen ein Stück Lebensqualität und Selbstständigkeit zurückgeben. Wenn Treppen wieder leichter fallen, Beschwerden abnehmen oder ein lange aufgeschobenes sportliches Ziel erreichbar wird, verändert Training deutlich mehr als nur einzelne Leistungswerte.
Ja, Sport hat nicht nur meinen beruflichen Weg geprägt, sondern auch meine Sicht auf Gesundheit und Leistungsfähigkeit. Ich habe gelernt, dass Fortschritt selten durch kurzfristige Extreme entsteht. Entscheidend sind Kontinuität, eine passende Belastung und die Bereitschaft, den eigenen Körper besser kennenzulernen.
Wie motivierst du dich selbst, wenn die Lust mal fehlt?
Ich verlasse mich nicht ausschließlich auf Motivation. Bewegung gehört für mich zum Alltag, auch wenn eine Einheit einmal kürzer oder weniger intensiv ausfällt. Meistens ist ein angepasstes Training besser, als auf den perfekten Zeitpunkt zu warten.
Wie hältst du dich selbst fit?
Ich kombiniere Ausdauertraining, Krafttraining und Beweglichkeit. Dabei richte ich das Training nicht starr nach einem Plan aus, sondern berücksichtige Tagesform, Regeneration und berufliche Belastung. Genau diese flexible, aber verbindliche Vorgehensweise empfehle ich auch meinen Kunden.
Was hat dich zu diesem Beruf gebracht?
Mich hat schon früh interessiert, warum Menschen so unterschiedlich auf Training reagieren. In meiner Arbeit wollte ich deshalb nicht einfach Standardprogramme vermitteln, sondern individuelle Lösungen entwickeln. Im Personal Training kann ich genau dort ansetzen, wo ein Mensch körperlich, gesundheitlich und persönlich gerade steht.
Was motiviert dich an deinem Beruf?
Mich motiviert, wenn Menschen wieder Vertrauen in ihren Körper gewinnen. Das kann eine bessere Leistungsfähigkeit sein, weniger Unsicherheit bei Bewegungen oder die Erkenntnis, dass auch nach einer längeren Pause noch viel Entwicklung möglich ist.
Was macht dir an deinem Beruf am meisten Freude?
Besonders freue ich mich über Fortschritte, die auch außerhalb des Trainings spürbar werden. Wenn ein Kunde wieder schmerzfreier durch den Alltag kommt, eine anspruchsvolle Reise bewältigt oder sein sportliches Ziel erreicht, erhält unsere gemeinsame Arbeit einen konkreten Wert.
Welche sind die schwierigsten Momente deiner Arbeit?
Schwierig wird es, wenn der Ehrgeiz eines Kunden nicht zur aktuellen Belastbarkeit passt oder gesundheitliche Warnsignale eine Pause erfordern. Dann gehört es zu meiner Verantwortung, auch einmal zu bremsen, ein Ziel anzupassen oder eine ärztliche beziehungsweise therapeutische Abklärung zu empfehlen.
Wie bleibst du fachlich auf dem aktuellen Stand?
Ich beschäftige mich regelmäßig mit sportwissenschaftlicher Fachliteratur und aktuellen Studien. Außerdem nutze ich Fortbildungen und den Austausch mit Sportmedizinern, Physiotherapeuten, Hochschulen und meinem Team. Neues Wissen ist für mich aber erst dann wertvoll, wenn es sich sinnvoll und verständlich in die Praxis übertragen lässt.
Was macht für dich ein gutes Personal Training aus?
Gutes Personal Training beginnt mit Zuhören und einer ehrlichen Bestandsaufnahme. Darauf folgen ein realistisches Ziel, eine passende Belastungssteuerung und ein nachvollziehbarer Trainingsplan. Der Kunde sollte verstehen, warum wir etwas machen und welchen Nutzen es für seinen Alltag oder sein sportliches Ziel hat.
Was geht mit gutem Personal Training leichter als alleine im Studio oder in der Gruppe?
Im Personal Training können Übungen, Belastungen und Trainingsziele jederzeit an den einzelnen Menschen angepasst werden. Fehler und ungünstige Entwicklungen werden früher erkannt, Fortschritte werden sichtbar und es gibt einen verbindlichen Ansprechpartner. Das schafft Sicherheit und spart häufig viele Umwege.
Welche Werte sind dir wichtig?
Verlässlichkeit, Ehrlichkeit, Respekt und Verantwortung. Wer mir seine Gesundheit und seine Ziele anvertraut, sollte sich darauf verlassen können, dass ich aufmerksam arbeite, klar kommuniziere und keine unrealistischen Versprechen mache.
Was ist dir in deinem Leben wichtig?
Meine Familie, meine Gesundheit und eine Arbeit, mit der ich für andere Menschen einen echten Unterschied machen kann. Außerdem ist mir wichtig, neugierig zu bleiben und mich fachlich wie persönlich weiterzuentwickeln.
Wie würdest du dich selbst beschreiben?
Direkt, analytisch, verlässlich und hilfsbereit – meistens begleitet von einer guten Portion trockenem Humor. Ich nehme die Anliegen meiner Kunden sehr ernst, mich selbst dabei aber nicht immer.
Deine drei größten Stärken?
Ich kann gut zuhören, komplexe Zusammenhänge verständlich erklären und auch dann geduldig bleiben, wenn Fortschritte etwas mehr Zeit benötigen.
Was bringt dich zum Lachen?
Trockener, gerne auch britischer Humor und die vielen ungeplanten Situationen, die im Trainingsalltag entstehen. Training darf anspruchsvoll sein, muss aber nicht verbissen werden.
Welche Träume oder Ziele möchtest du noch erreichen?
Ich möchte bewegungsfelder fachlich weiterentwickeln und noch stärker zu einem Ort machen, an dem Training, Leistungsdiagnostik, Prävention und Höhentraining sinnvoll miteinander verbunden werden. Persönlich möchte ich gesund, neugierig und körperlich leistungsfähig bleiben.
Welche Dinge neben dem Sport bestimmen dein Leben?
Meine Familie, mein Unternehmen und die vielen Ideen, mit denen ich bewegungsfelder weiterentwickeln möchte. Außerdem beschäftige ich mich gerne mit Technik, Digitalisierung und der Frage, wie sich gute Abläufe noch intelligenter gestalten lassen.
Was tust du für deine Entspannung und Regeneration?
Bewegung hilft mir auch bei der Regeneration. Je nach Belastung kann das eine ruhige Ausdauereinheit, Krafttraining, ein Spaziergang oder einfach bewusst eingeplante Ruhe sein. Entscheidend ist, frühzeitig zu erkennen, was der Körper gerade benötigt.
Welche war die größte Hürde, die du bisher bei der Arbeit mit einem Kunden meistern musstest?
Die größte Hürde ist häufig nicht eine einzelne Übung, sondern verlorenes Vertrauen in den eigenen Körper. Nach Beschwerden, Erkrankungen oder vielen erfolglosen Trainingsversuchen braucht es Zeit, Sicherheit und nachvollziehbare kleine Fortschritte. Diese Entwicklung gemeinsam zu begleiten, ist anspruchsvoll, aber besonders wertvoll.
Wie motivierst du Kunden, die sich eher „schwer“ tun?
Ich halte den Einstieg überschaubar und mache Fortschritte sichtbar. Motivation entsteht selten durch Durchhalteparolen, sondern durch positive Erfahrungen: Eine Übung gelingt besser, eine Treppe fällt leichter oder der Kunde fühlt sich im Alltag belastbarer.
Was sagst du Menschen, die glauben, sie seien einfach nicht sportlich?
„Unsportlich“ ist für mich keine unveränderbare Eigenschaft. Oft haben Menschen bisher nur noch nicht die passende Bewegungsform, Belastung oder Betreuung gefunden. Wir beginnen mit dem, was aktuell möglich ist, und entwickeln daraus Schritt für Schritt mehr Sicherheit und Leistungsfähigkeit.
Welcher war dein größter Erfolg beim Training mit Kunden?
Für mich gibt es nicht den einen größten Erfolg. Besonders bleiben mir Kunden in Erinnerung, die nach langer Unsicherheit wieder Vertrauen in ihren Körper gefunden, eine anspruchsvolle Reise bewältigt oder ein sportliches Ziel erreicht haben, das sie zuvor für unrealistisch hielten.
Was unterscheidet dich von anderen im Personal Training?
Ich verbinde persönliche Betreuung mit sportwissenschaftlicher Diagnostik und konkreter Trainingssteuerung. Bei mir wird nicht einfach vermutet, welche Belastung passen könnte. Wir können Leistungsfähigkeit, Stoffwechsel und Bewegungsqualität untersuchen und daraus einen nachvollziehbaren Plan entwickeln. Trotzdem bleibt der Mensch wichtiger als jede Zahl.
Welche Rolle spielt Ernährung bei deinem Training?
Ernährung unterstützt Training, Regeneration und Gewichtsmanagement, ersetzt aber keine Bewegung. Mir geht es nicht um Verbote oder kurzfristige Diäten, sondern um Lösungen, die zum Alltag passen. Bei Bedarf können wir durch eine Atemgasanalyse auch den individuellen Grundumsatz bestimmen.
Welche digitalen Helfer (Apps, Online-Coaching, Wearables) setzt du im Training ein?
Ich nutze unter anderem Herzfrequenzmessung, Wearables, Trainingssoftware und digitale Trainingspläne. Diese Daten helfen bei der Steuerung und Dokumentation. Technik bleibt für mich aber ein Werkzeug – sie soll Entscheidungen verbessern und nicht zusätzlichen Druck erzeugen.
Wie gehst du im Training mit Stress, Erschöpfung und Regeneration um?
Stress, Schlaf und Erholung gehören zur Trainingssteuerung. Wer beruflich stark belastet ist, schlecht geschlafen hat oder sich erschöpft fühlt, benötigt manchmal einen anderen Reiz als ursprünglich geplant. Eine leichtere Einheit ist dann kein verlorenes Training, sondern Teil einer sinnvollen Belastungssteuerung.
Beschreibe das Spektrum deiner Trainingsformen und -Methoden.
Das Spektrum reicht von Kraft-, Ausdauer-, Beweglichkeits- und Gleichgewichtstraining bis zur Vorbereitung auf Laufveranstaltungen, Radtouren oder Höhenreisen. Ergänzend nutze ich Leistungsdiagnostik, Trainingsplanung und normobarisches Höhentraining. Welche Methode zum Einsatz kommt, richtet sich immer nach dem Ziel und den Voraussetzungen des Kunden.
Wie profitieren Kunden von deinen Zusatzausbildungen?
Meine Ausbildungen ermöglichen mir, Training nicht nur praktisch anzuleiten, sondern Belastungen sportwissenschaftlich einzuordnen. Kunden profitieren dadurch von einer genaueren Planung, verständlichen Erklärungen und einer besseren Verbindung zwischen Diagnostik, Training und Alltag.
Kommen Kunden mit speziellen Problemen zu dir – körperlich oder mental? Welche?
Viele Kunden kommen mit körperlichen Einschränkungen, chronischen Beschwerden, Unsicherheit nach längeren Pausen oder einer geringen Belastbarkeit zu mir. Andere fühlen sich durch widersprüchliche Informationen oder frühere Misserfolge verunsichert. Ich arbeite dabei innerhalb meines fachlichen Bereichs und stimme mich bei Bedarf mit Ärzten oder Therapeuten ab.
Was sind deine wichtigsten Erkenntnisse der letzten Jahre?
Menschen benötigen nicht unbedingt mehr Training, sondern das für sie passende Training. Fortschritt entsteht durch Kontinuität, eine angemessene Belastung und regelmäßige Anpassungen. Außerdem können Messwerte sehr hilfreich sein – sie ersetzen aber niemals das Gespräch und die individuelle Beobachtung.
Was für Ziele haben deine Kunden typischerweise?
Viele möchten beweglicher, kräftiger und belastbarer werden, Beschwerden reduzieren oder nach einer längeren Pause wieder sicher einsteigen. Andere möchten Gewicht reduzieren, ihre Ausdauer verbessern oder sich auf einen Marathon, eine Radtour oder eine anspruchsvolle Höhenreise vorbereiten.
Wie läuft ein typisches Erstgespräch oder eine Probestunde bei dir ab?
Zunächst möchte ich verstehen, was der Kunde verändern möchte, welche Erfahrungen er bisher gemacht hat und welche gesundheitlichen oder zeitlichen Voraussetzungen bestehen. Danach entscheiden wir, ob eine Bewegungsanalyse, eine Leistungsdiagnostik oder ein direkter Trainingseinstieg sinnvoll ist. Am Ende soll ein realistischer und verständlicher Weg stehen.
Wie begleitest du Kunden nach Verletzung, OP oder längerer Pause zurück ins Training?
Nach medizinischer oder therapeutischer Freigabe beginnen wir mit einer sorgfältigen Bestandsaufnahme. Belastung, Bewegungsumfang und Komplexität werden schrittweise gesteigert. Bei Bedarf erfolgt die Abstimmung mit den behandelnden Ärzten oder Therapeuten.
Wie sieht Training mit Kunden 60+ bei dir aus?
Menschen über 60 benötigen nicht einfach nur besonders sanftes Training. Kraft, Ausdauer, Gleichgewicht, Beweglichkeit und – angepasst an die persönlichen Voraussetzungen – auch schnellere Bewegungen bleiben wichtig. Das Training soll Sicherheit schaffen, Selbstständigkeit erhalten und gleichzeitig echte Fortschritte ermöglichen.
Bietest du Kurse oder Konzepte mit Krankenkassen-Bezuschussung an?
Ja. Bei bewegungsfelder bieten wir zertifizierte Präventionskurse an, die je nach Krankenkasse vollständig oder anteilig bezuschusst werden können. Dazu gehören beispielsweise Rücken-, Kraft- und Ausdauerangebote.
Wo trainierst du am liebsten – Studio, draußen, beim Kunden? Warum?
Am liebsten trainiere ich in unserem Sport- und Höhenzentrum, weil dort eine ruhige Atmosphäre, eine umfangreiche Ausstattung und diagnostische Möglichkeiten zur Verfügung stehen. Je nach Ziel ergänzen wir das Training aber auch durch Einheiten draußen, beispielsweise beim Lauftraining.
Wie machst du den Trainingsfortschritt deiner Kunden sichtbar und messbar?
Je nach Ziel erfassen wir beispielsweise Kraft, Beweglichkeit, Gleichgewicht, Ausdauer, Beschwerdeentwicklung oder die Belastbarkeit im Alltag. Bei sportlichen Fragestellungen können Daten aus der Spiroergometrie oder Laktatdiagnostik hinzukommen. Zahlen sind aber nur dann hilfreich, wenn sie sich auch in eine spürbare Verbesserung übersetzen lassen.
Wie hilfst du Kunden, die Trainingserfolge langfristig zu halten und in den Alltag zu integrieren?
Ein Trainingsplan muss auch in einer arbeitsreichen oder stressigen Woche funktionieren. Deshalb konzentrieren wir uns auf wenige wirksame Schwerpunkte, schaffen realistische Routinen und passen das Training regelmäßig an. Lieber dauerhaft zweimal sinnvoll trainieren als vier Wochen lang perfekt und danach gar nicht mehr.
Wie häufig und wie lange trainieren deine Kunden typischerweise mit dir?
Das ist sehr unterschiedlich. Viele Kunden trainieren ein- bis zweimal pro Woche persönlich mit mir und ergänzen das Training durch eigene Einheiten. Häufig reicht eine Stunde, wenn das Training gut vorbereitet ist und die Inhalte zum jeweiligen Ziel passen.
Stephan, danke dir für das Interview. Wir von PersonalFitness wünschen dir weiterhin ganz viel Erfolg!