Läufer mit einer Kamera als Kopf joggt dynamisch, umgeben von farbenfrohen, fließenden Formen, die Kreativität und positive Energie symbolisieren.

Jogging Gebrauchsanleitung für positive Gedanken beim Laufen

Mach dich zum Regisseur deines Kopfkinos beim Laufen, trickse dein Gehirn aus und werde mit ganz einfachem Mentaltraining zum glücklichen und erfolgreichen Läufer. Hier die Gebrauchsanleitung.

23.07.2024

Hand aufs Herz: Wer dazu neigt, sein Lauftraining von seinen Stimmungen abhängig zu machen, sollte sich mit anderen Laufanhängern zu festen Joggingterminen verabreden, sich Lauftreffs anschließen oder sich einen Personal Trainer zum Laufen engagieren. Der holt einen ab, und stellt - wenn es sein muss - seinen Kunden unter Umständen höchstpersönlich in die Laufschuhe! Aber es geht auch selbst - sofern man in seinem Kopfkino den Regisseurposten übernimmt und ganz konsequent ein paar klassische Szenen durch andere ersetzt.

Was du gleich erfahren wirst:

Wie können positive Gedanken beim Laufen helfen?

Positive Gedanken und Überlegungen beim Joggen sind äußerst hilfreich. Es gibt Experten, die sagen, das Mindset habe mehr Einfluss auf den Erfolg beim Laufen als das Training - und sei damit auch wichtiger.

Das beginnt schon vor dem Laufen bei der Motivation. Wer sich in diesen Momenten schon vorab auf eine kleine Belohnung hinterher freut, steht schneller am Start. Dabei muss diese Belohnung gar nichts Großes sein. Einfach an schöne Dinge denken wie "Ich freue mich schon auf das tolle Gefühl nach dem Laufen", "Ich weiß, dass ich jetzt etwas nur für mich tue. Ich nehme mir Zeit für mich" oder "Erstmal dem Arbeitsfrust davonlaufen, danach ist der Kopf wieder frei" hilft enorm.

Das Unterbewusstsein speichert diese Information ab. Und jetzt noch eine gute Nachricht: Auch das lässt sich trainieren. Je öfter man die Motivationsgedanken durchläuft, desto mehr verfestigen sie sich. Fazit: Der viel zitierte Schweinehund schrumpft mit jedem Mal etwas mehr - bis er schließlich im Optimalfall total verschwindet.

Warum beeinflussen negative Gedanken meinen Laufstil?

Natürlich haben wir alle hin und wieder negative Gedanken beim Laufen – besonders Laufanfänger. Das sorgt für schlechte Stimmung beim Laufen, die sich wiederum rundum negativ auswirkt. Deshalb sollte man sich als Anfänger beim Laufen weniger auf die anderen, ach so besseren Läufer konzentrieren, die einen schon wieder überholen, sondern stattdessen auf die eigene Leistung.

Man kann sich ärgern, dass man erst zwei Kilometer laufen kann oder sich darüber freuen, dass man schon so weit gekommen ist. Vor zwei Wochen hätte man das vielleicht noch nicht geschafft. Man könnte denken: "Wenn ich so weitermache, schaffe ich die vierte Runde schneller als gedacht." Die erste Denkweise sorgt für schlechte Stimmung, die zweite schüttet Glückshormone aus.

Wie kann ich mein Kopfkino-Programm beim Laufen ändern?

Oft merken wir gar nicht, dass wir ein negatives Kopfkino-Programm laufen haben. Viele unserer Überlegungen halten wir für neutral oder selbstverständlich. Hier ein paar Beispiele für typische negative Gedanken von Laufanfängern mit alternativen positiven Gedanken dazu:

Variante 1: "Ich muss total bescheuert sein, bei so einem Mistwetter zu laufen."
Variante 2: "Ich bin klasse, dass mich das Wetter nicht kümmert und ich bei jedem Wetter laufe und mich nicht davon abhalten lasse."

Variante 1: "Heute bin ich vom Job viel zu kaputt, um zu laufen."
Variante 2: "Jetzt erstmal 'ne Runde laufen, danach bin ich ganz entspannt."

Variante 1: "Heute muss ich mehr Kilometer schaffen, sonst hat das ganze keinen Sinn und ich gebe auf."
Variante 2: "Warum den Stress? Und wenn ich dieselbe Strecke in vier Wochen noch laufe, dann tut es mir trotzdem in vielerlei Hinsicht gut."

Variante 1: "Heute muss ich schneller laufen."
Variante 2: "Hey, ich bin ein Mensch und kein Rennpferd. Ich bin klug und weiß, dass langsam laufen gesünder ist."

Variante 1: "Warum laufe ich eigentlich? Wieso tue ich mir den Blödsinn an?"
Variante 2: "Ok, das Laufen ist anstrengend, aber danach geht es mir immer sehr viel besser. Also laufe ich weiter."

Variante 1: "Oh Gott. Meine Beine sind schwer wie Blei. Heute kann ich es ja gleich bleiben lassen."
Variante 2: "Erst mal durchatmen, langsam loslaufen. So schwer wie es mir jetzt fällt, kann es nur noch leichter werden."

Variante 1: "Toll, kaum geht es ein bisschen bergan, fange ich schon an zu keuchen, ich Sportversager."
Variante 2: "Soso, bin ich also schon wieder zu schnell losgelaufen. Typischer Anfängerfehler. Also Programmneustart – langsam laufen."

Variante 1: "Ist mir das unangenehm. Bei mir schwabbelt alles so rum beim Laufen. Die Leute denken bestimmt, dass ich viel zu dick bin zum Joggen."
Variante 2: "Die Fußgänger sollen erst mal selber beginnen und versuchen 300m zu laufen. Dass die Körperteile der Schwerkraft unterliegen und so rumhängen, dafür kann ich auch nichts. Aber im Gegensatz zu Euch werde ich mich schon nach dem Laufen straffer anfühlen."

Warum ist ein Lauftagebuch hilfreich?

Ein Lauftagebuch hilft, zu überprüfen, ob man mehr positive oder negative Gedanken beim Laufen hat. Dazu muss es überhaupt nicht aufwändig gestaltet sein. Es reicht zum Beispiel im Handy das Datum zu notieren, dazu die Länge der Strecke, die Zeit - und wenn man will, sogar noch das Wetter - und das Ganze mit einem Emoji oder wenigen Adjektiven positiv, neutral oder negativ zu bewerten. Das ist der wichtigste Part.

Dann sollte man alle zwei Wochen oder so mal checken, an welchen Tagen man länger gelaufen ist - an den positiven oder negativen? So lernt man von selbst ganz automatisch, wieviel mehr Spaß, Motivation und Erfolg eine positive Grundhaltung beim Laufen bringt.

Natürlich gibt es auch eine Menge Angebot an Trackern und Fitness-Apps, die die Laufzeiten automatisch festhalten. Tatsächlich wirkte es aber mental anders, wenn man die Daten selbst notiert ... mit positivem Nach-Effekt sowie genügend Material für neue Regisseur-Ideen für das Kopfkino.

Andrea Ege - Personal Trainer Hamburg

Andrea Ege

Andrea Ege ist Teil der Redaktion von PersonalFitness.de. Sie bereitet Fachthemen rund um Training, Gesundheit und Bewegung fundiert und verständlich auf – mit einem Blick für Praxisnähe und Relevanz. Ihr Fokus liegt darauf, Wissen so zu vermitteln, dass sowohl Personal Trainer als auch gesundheitsbewusste Menschen konkrete Impulse für ihren Alltag erhalten.

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