Hand aufs Herz: Wer dazu neigt, sein Lauftraining von seinen Stimmungen abhängig zu machen, sollte sich mit anderen Laufanhängern zu festen Joggingterminen verabreden, sich Lauftreffs anschließen oder sich einen Personal Trainer zum Laufen engagieren. Der holt einen ab, und stellt - wenn es sein muss - seinen Kunden unter Umständen höchstpersönlich in die Laufschuhe! Aber es geht auch selbst - sofern man in seinem Kopfkino den Regisseurposten übernimmt und ganz konsequent ein paar klassische Szenen durch andere ersetzt.
Was du gleich erfahren wirst:
- Wie können positive Gedanken beim Laufen helfen?
- Warum beeinflussen negative Gedanken meinen Laufstil?
- Wie kann ich mein Kopfkino-Programm beim Laufen ändern?
- Warum ist ein Lauftagebuch hilfreich?
Wie können positive Gedanken beim Laufen helfen?
Positive Gedanken und Überlegungen beim Joggen sind äußerst hilfreich. Es gibt Experten, die sagen, das Mindset habe mehr Einfluss auf den Erfolg beim Laufen als das Training - und sei damit auch wichtiger.
Das beginnt schon vor dem Laufen bei der Motivation. Wer sich in diesen Momenten schon vorab auf eine kleine Belohnung hinterher freut, steht schneller am Start. Dabei muss diese Belohnung gar nichts Großes sein. Einfach an schöne Dinge denken wie "Ich freue mich schon auf das tolle Gefühl nach dem Laufen", "Ich weiß, dass ich jetzt etwas nur für mich tue. Ich nehme mir Zeit für mich" oder "Erstmal dem Arbeitsfrust davonlaufen, danach ist der Kopf wieder frei" hilft enorm.
Das Unterbewusstsein speichert diese Information ab. Und jetzt noch eine gute Nachricht: Auch das lässt sich trainieren. Je öfter man die Motivationsgedanken durchläuft, desto mehr verfestigen sie sich. Fazit: Der viel zitierte Schweinehund schrumpft mit jedem Mal etwas mehr - bis er schließlich im Optimalfall total verschwindet.
Warum beeinflussen negative Gedanken meinen Laufstil?
Natürlich haben wir alle hin und wieder negative Gedanken beim Laufen – besonders Laufanfänger. Das sorgt für schlechte Stimmung beim Laufen, die sich wiederum rundum negativ auswirkt. Deshalb sollte man sich als Anfänger beim Laufen weniger auf die anderen, ach so besseren Läufer konzentrieren, die einen schon wieder überholen, sondern stattdessen auf die eigene Leistung.
Man kann sich ärgern, dass man erst zwei Kilometer laufen kann oder sich darüber freuen, dass man schon so weit gekommen ist. Vor zwei Wochen hätte man das vielleicht noch nicht geschafft. Man könnte denken: "Wenn ich so weitermache, schaffe ich die vierte Runde schneller als gedacht." Die erste Denkweise sorgt für schlechte Stimmung, die zweite schüttet Glückshormone aus.
Wie kann ich mein Kopfkino-Programm beim Laufen ändern?
Oft merken wir gar nicht, dass wir ein negatives Kopfkino-Programm laufen haben. Viele unserer Überlegungen halten wir für neutral oder selbstverständlich. Hier ein paar Beispiele für typische negative Gedanken von Laufanfängern mit alternativen positiven Gedanken dazu:
Variante 1: "Ich muss total bescheuert sein, bei so einem Mistwetter zu laufen."
Variante 2: "Ich bin klasse, dass mich das Wetter nicht kümmert und ich bei jedem Wetter laufe und mich nicht davon abhalten lasse."
Variante 1: "Heute bin ich vom Job viel zu kaputt, um zu laufen."
Variante 2: "Jetzt erstmal 'ne Runde laufen, danach bin ich ganz entspannt."
Variante 1: "Heute muss ich mehr Kilometer schaffen, sonst hat das ganze keinen Sinn und ich gebe auf."
Variante 2: "Warum den Stress? Und wenn ich dieselbe Strecke in vier Wochen noch laufe, dann tut es mir trotzdem in vielerlei Hinsicht gut."
Variante 1: "Heute muss ich schneller laufen."
Variante 2: "Hey, ich bin ein Mensch und kein Rennpferd. Ich bin klug und weiß, dass langsam laufen gesünder ist."
Variante 1: "Warum laufe ich eigentlich? Wieso tue ich mir den Blödsinn an?"
Variante 2: "Ok, das Laufen ist anstrengend, aber danach geht es mir immer sehr viel besser. Also laufe ich weiter."



