Regelmäßiges Sporttreiben hat jede Menge Vorteile und erhält die Vitalität. Zählt man die vielen Vorteile von Sport auf, geht einem schnell die Luft aus. Doch was hält einen dann ab, in die Gänge zu kommen? Haupthinderungsgründe sind mangelnde Zeit und Motivation. Deshalb sollte der gewählte Sport zumindest beim Einstieg wenig Zeit kosten und viel Spaß machen. Gleichzeitig sollte er sehr wirkungsvoll sein, denn das motiviert. Kaum eine Methode ist dafür besser geeignet als das funktionelle Training.
Was ist funktionelles Training?
Man könnte das "Funktionelle Training" auch "Alltagstraining" nennen. Dabei trainiert man seine Muskeln nicht isoliert. Stattdessen führt man ganze, umfangreiche Bewegungen aus. So werden Alltagssituationen, wie das Hinsetzen und Aufstehen mit einer Kniebeuge simuliert. Genauso werden auch andere tägliche Bewegungen in das Training integriert. Dabei werden nicht nur die Muskeln trainiert, sondern auch das Herz-Kreislauf System so angeregt, dass das Risiko an einem Herzinfarkt oder Schlaganfall zu erkranken deutlich sinkt.
Einfache Nummer
Der enorme Vorteil dieser Trainingsmethode ist die Einfachheit der Übungen. Es ist überall und jederzeit durchführbar. Ob Spitzensportler oder unsportlicher Durchschnittsbürger, jeder kann mit dieser Methode trainieren und angemessene Reize erfahren. Der eigene Körper wird zur „Trainingsmaschine“.
Wenn man von einem freien Training spricht, kommt schnell das Gegenargument der vermeintlich höheren Verletzungsgefahr. Ein Argument, das gern von den Geräteherstellern selbst kommt. Tatsächlich kann man mit den gängigen Geräten wie sie im Fitnessstudio stehen, nicht wirklich viel falsch machen, da die Bewegungen geführt werden und somit wenige Ausweichbewegungen möglich sind.
Schulung der Koordination
Doch genau dieser Gedankengang hat einen Haken, weil wir Menschen uns eben nicht wie Roboter bewegen. Nicht jede Alltagsbewegung gleicht einer anderen. Deshalb ist es wichtig, Übungen mit dem eigenen Körper durchzuführen, um auch Ausweichbewegungen zu ermöglichen, diese jedoch kontrolliert zu unterbinden. Therapeuten reden hierbei von Stabilität in den Gelenken. Da wir jedoch nicht immer nur ein Gelenk beobachten sollten, sondern die Bewegung als Ganzes, müssen wir diese auch trainieren. Man spricht hierbei von der intermuskulären Koordination, also dem Zusammenspiel von allen Muskeln in genau diesen Bewegungen. Dieses Koordinationstraining ist enorm wichtig, sei es für den Sport, im Alltag oder als präventive Maßnahme fürs Alter.
Vorteile des gerätgestützten Trainings
- geführte Bewegungen, bei denen eine falsche Ausführung kaum möglich ist; dies ist besonders nach Verletzungen wichtig
- einzelne Muskeln können gezielt und isoliert trainiert werden (Bodybuilding, nach Verletzungen)
- minimaler Betreuungsaufwand
Nachteile des gerätgestützten Trainings
- einseitiges Training
- nur mithilfe von Trainingsmaschinen oder Freihanteln
- nur für eine kleine Zielgruppe relevant
- stabilisierende Muskulatur wird durch geführte Bewegungen weitestgehend ausgeschaltet
- positive Anpassungen am passiven Bewegungsapparat sind geringer, da kaum ein Reiz zur Adaptation gesetzt wird
- genaue Anpassung an den Sportler kaum möglich
- Maschine zwingt den Körper in eine festgelegte Positionen, die nicht dem natürlichen Bewegungsablauf entsprechen
Vorteile des funktionellen Trainings
- Übungen sind alltagsgerecht und können zu Hause durchgeführt werden
- 100% Muskeleinsatz ohne das Gelenke zu überlasten
- schnellere Trainingserfolge
- Training der Motorik
- zeitsparend, intensiv
- Bewegung wird trainiert, nicht einzelne Muskeln
- Gelenkstabilisierung
- Verbesserung komplexer Bewegungsmuster
- verbesserte Ansteuerung des Muskelsystems durch das zentrale Nervensystem
- Schnelligkeit
- verbesserte Beweglichkeit und Ausdauer
- Herzfrequenz wird erhöht, somit höherer Kalorienverbrauch
- bessere Verletzungsprävention
- Verbesserung der Sensorik und Wahrnehmung des eigenen Körpers und seiner Bewegungen
Nachteile des funktionellen Trainings