Weshalb kann es beim EMS-Training zu besonderen Nebenwirkungen kommen?
Natürlich ist beim EMS-Training durch den Einsatz von Niedrigfrequenzstrom das zentrale Nervensystem besonders beansprucht. Durch die ungewohnte oder eine möglicherweise zu hohe Dosierung kann eine Anspannung entstehen, im weitesten Sinne „Stress“, was den gesamten Körper belasten kann. Der Hintergrund: Die EMS-Technik kommt ursprünglich aus der Medizin und kann bis zu 90 Prozent aller Muskeln gleichzeitig aktivieren. Es geht also um einen sehr wohl dosierten, individuell angepassten Einsatz von EMS beim Training.
Weshalb soll EMS-Training zu Muskelschäden führen können?
Zunächst einmal: Muskelschäden beginnen ja bereits bei einem Muskelkater. Nicht jeder Muskelschaden muss also eine ernste Sache sein. Aber: Bei einer falschen, unsachgemäßen Nutzung des EMS-Systems kann es natürlich auch zu Überanstrengung und Überbelastung kommen. Übertreibt man es dauerhaft mit der Dosierung, kann es auch zu schwerwiegenderen Muskelschäden kommen.
Weshalb soll EMS-Training Risiken für die Nieren haben können?
In seltenen Fällen kann ein überdosierter, unkontrollierter Einsatz von EMS zu einer Überlastung der Nieren führen. Der Grund: In den Nieren werden die Abfallprodukte, die bei Muskeltätigkeiten entstehen, verstoffwechselt. Ist die Belastung für die Muskeln dauerhaft zu groß, werden die Nieren daher überbeansprucht.
Ist EMS-Training gefährlich?
Wichtig für ein gesundes EMS-Training ist ein gut ausgebildeter, erfahrener Trainer, der sich individuell auf seine Kunden einstellt. Denn beim EMS-Training entscheidet die jeweilige Verfassung des Kunden in dem aktuellen Trainingsmoment darüber, wie viele Impulse ihm gerade zugemutet werden können. Mit anderen Worten: Der Trainer muss seinen Kunden genau dort abholen, wo er an diesem Tag und zu dieser Uhrzeit körperlich und mental gerade ist. Auf diese Weise lassen sich auch mögliche Bedenken und Ängste angesichts einer neuen Trainingsform wie EMS abbauen.
Wer sollte vor dem EMS-Training einen Arzt konsultieren?
Es gibt einige Kontraindikationen, bei denen ein EMS-Training nicht oder nur in enger Absprache mit einem Arzt stattfinden sollte. Hierzu gehören zum Beispiel Herzschrittmacher, Schwangerschaft oder Tumorerkrankungen. Liegt beispielsweise ein Leistenbruch vor, kann das Training so konzipiert werden, dass es sich auf andere Körperbereichen konzentriert. Lange galt auch Diabetes Mellitus als eine Kontraindikation für das EMS-Training. Ist der Patient jedoch gut eingestellt und hat der behandelnde Arzt keine Einwände, kann auch mit dieser Erkrankung trainiert werden.
Wie kann ich Risiken und Nebenwirkungen des EMS-Trainings vermeiden?
Wer sich für EMS-Training interessiert, sollte nach einem Trainer schauen, der eine langjährige Erfahrung mit dieser besonderen Trainingsart hat. Vor dem Training sollte eine ausführliche Beratung stattfinden. Es sollte dabei auch auf Risiken und Kontraindikationen eingegangen werden. Der Trainer sollte die individuelle körperliche Verfassung seines Kunden analysieren und das Training entsprechend anpassen. Vor dem Training sollte immer genug getrunken werden und mit einem zeitlichen Abstand genug gegessen worden sein, um die notwenige Energie für das Training erbringen zu können. Liegen akute Erkrankungen wie etwa eine Erkältung vor, sollte das Training besser verschoben werden – in Corona-Zeiten wie jetzt wäre ein Infekt ja ohnehin ein NoNo für das Training.
Fazit
Man sollte Risiken beim EMS-Training im Blick behalten, sie aber auch nicht überbewerten. Wichtig sind in jedem Fall eine gute Beratung, Vorbereitung und eine gute Kommunikation mit dem Trainer, die nicht nur vor dem Training, sondern auch in der einen oder anderen Pause stattfinden kann.