Traum und Wirklichkeit sind meist doch recht weit von einander entfernt. Das gilt für den Traumpartner wie für den eigenen Traumkörper. Und es gilt für die Darstellung von unwiderstehlich sexy Waschbrettbäuchen in den Medien. Doch Hand aufs Herz: Etwas Optimierungspotenzial gibt es doch bei jedem – und zwar realistisches Optimierungspotenzial. Aber weshalb, will es trotzdem meist nicht klappen mit der heißen Körpermitte?
Zu viele Wiederholungen
Wird mit einem regelmäßigen Bauchtmuskeltraining begonnen, kommt es häufig recht schnell zu kleinen oder sogar deutlichen Verbesserungen. Der Bauch wir fester und flacher. Doch danach erfolgt eine Stagnation, häufig ist keine Verbesserung mehr zu sehen. Bauchintensivkurse, Bauch Beine Po, Hunderte von Crunches, nichts will so richtig weiterhelfen. Der häufigste Grund für den Stillstand: Eine zu hohe Wiederholungsanzahl! Und die ist kein Krafttraining, sondern eine äußerst quälende Form eines kürzeren Ausdauertrainings. Es gibt effektivere und bedeutend angenehmere Möglichkeiten, Kalorien zu verbrennen, als auf einer Gummimatte 20 Minuten ohne wirkliche Pausen kleine wippende Bewegungen auszuführen.
Achtung, Haltung bewahren
Es lässt sich vielleicht noch darüber streiten, ob ein Wiederholungsoptimum bei maximaler Auslastung bei acht bis zehn oder bei 15 bis 20 Wiederholungen liegt, aber bestimmt nicht bei über 50 Wiederholungen. Die Frage die sich stellt ist: Wie ist es dazu gekommen, dass ein Bauchmuskeltraining trotz aller trainingswissenschaftlicher Erkenntnisse über Muskelaufbau so oft in dieser Form durchgeführt wird? Zum einen gibt es das Vorurteil – besonders verbreitet bei Frauen –, mein Bauch sollte nicht dicker sondern flacher werden. Deshalb Muskelausdauertraining, um keine zu dicke Muskeln zu bekommen. Dies ist natürlich völliger Unsinn: Nicht der zu dicke sondern der zu schwache Muskel, also die schlechte Haltung durch fehlende Bauchspannung und das zu reichliche Fettgewebe, machen den Bauch dick.
Saubere Bauch-Arbeit, bitte
Nur eine ausreichend starke bzw. hypertrophierte Muskulatur kann die inneren Organe halten, die Körperhaltung verbessern und zeichnet sich sichtbar als "Waschbrettbauch" unter der Haut ab. Ein weiteres Problem: Die Bauchübungen werden nicht in der vollen Bewegungsamplitude durchgeführt und die Endkontraktion wird nicht gehalten bzw. meist nicht einmal erreicht. Dafür gibt es zwei Gründe: Zum einen sucht sich der Körper immer den Weg des geringsten Widerstandes. Insbedondere, wenn er gelernt hat, dass z.B. in einem Kurs unendlich viele Wiederholungen und Übungen von ihm bewältigt werden müssen. Zum anderen kommt es beim Aufrollen des Oberkörpers (Crunch) oder des Beckens bzw. Beckenheben häufig zu Schmerzen in der Lendenwirbelsäule und diese werden umso stärker, je größer die Bewegungsamplitude wird.



