- Was bedeuten RPE und RIR genau – und wie mappe ich sie?
RPE ("Rate of Perceived Exertion") beschreibt die subjektive Trainingsanstrengung auf einer Skala von 1–10, während RIR ("Repetitions in Reserve") angibt, wie viele Wiederholungen nach Ende des Satzes noch möglich wären. Eine RPE 8 entspricht dabei etwa einer RIR 2. - Warum ist Autoregulation starren Prozentplänen überlegen?
Autoregulation passt das Trainingsgewicht an Ihre aktuelle Tagesform an. Starre Prozentvorgaben ignorieren entscheidende Faktoren wie Schlaf, Stress oder Ernährung und führen oft zu Über- oder Unterforderung.
? Experten-Tipp: Nutzen Sie in den ersten Wochen ein Trainingstagebuch, um Ihr Gefühl für die tatsächliche Anstrengung besser einzuschätzen. - Welche Zielkorridore gelten für Hypertrophie, Kraft und Power?
Für Muskelaufbau liegt der effektive Bereich meist bei RPE 7–9, für Maximalkraft bei RPE 8–10. Power-Training erfolgt bewusst leichter (RPE 5–7), um Ermüdung zu reduzieren und dadurch maximale Bewegungsgeschwindigkeiten zu gewährleisten. - Wie setze ich Top- und Back-off-Sets praktisch um?
Ein Top-Set ist der schwerste Satz des Trainings (z. B. RPE 8–9). Anschließend wird das Gewicht um ca. 10–20 % reduziert, um in Back-off-Sets zusätzliches Trainingsvolumen bei gleichbleibend hochwertiger Technik auszuführen.
? Tipp vom Coach: Trainieren Sie für Muskelaufbau nah am Versagen, lassen Sie aber meist eine Wiederholung "im Tank", um Technik und Regeneration zu sichern. - Wie erkenne und löse ich Plateaus bzw. Deload-Bedarf?
Wenn sich Gewichte über mehrere Wochen schwerer anfühlen (steigende RPE), obwohl sie gleichbleiben, ist das ein klares Zeichen für akkumulierte Ermüdung. Auch anhaltende Müdigkeit und Erschöpfung außerhalb des Trainings können darauf hindeuten. In diesem Fall kann ein Deload mit z. B. reduziertem Volumen sinnvoll sein. - Wie verhindere ich Fehleinschätzungen?
Videoanalysen helfen, Geschwindigkeit und Technik objektiv zu beurteilen. Oft ist die tatsächliche Leistungsreserve größer als subjektiv wahrgenommen.
? Bonustipp: Achten Sie auf die Geschwindigkeit der letzten Wiederholung – sie ist ein guter Indikator für Ihre tatsächlichen "Repetitions in Reserve". - Wie logge ich RPE/RIR effizient im Trainingstagebuch?
Notieren Sie Gewicht, Wiederholungen und den dazugehörigen RPE-Wert (z. B. "Kniebeugen: 100 kg x 6 @ RPE 8"). So lassen sich Fortschritte präzise nachvollziehen.
Hören Sie auf nach starren Prozentplänen zu trainieren! Wer stur einem Programm folgt, ohne auf die Signale seines Körpers zu hören, verschenkt Potenzial oder riskiert Übertraining. Moderne Trainingssteuerung setzt deshalb auf Autoregulation. Erfahren Sie hier, wie Sie mit RPE und RIR Ihr Training gezielt an Ihre Tagesform anpassen und nachhaltige Fortschritte erzielen. Am besten klappt das mit einem Trainer für Krafttraining an Ihrer Seite.
Was bedeuten RPE und RIR genau – und wie mappe ich sie?
Im modernen Krafttraining sind RPE ("Rate of Perceived Exertion") und RIR ("Repetitions in Reserve") zentrale Werkzeuge zur Steuerung der Trainingsintensität. Während RPE die subjektive Anstrengung beschreibt, gibt RIR an, wie viele Wiederholungen noch möglich gewesen wären, bevor technisches Muskelversagen eintritt. Beide Konzepte sind direkt miteinander verknüpft: Eine RPE 10 bedeutet keine verbleibenden Wiederholungen (RIR 0), eine RPE 8 entspricht etwa zwei verbleibenden Wiederholungen (RIR 2).
Studien zeigen, dass Trainierende ihre verbleibenden Wiederholungen mit zunehmender Erfahrung relativ zuverlässig einschätzen können. In meiner Arbeit als Personal Trainerin nutze ich RPE und RIR vor allem, um bei meinen Kund:innen ein besseres Gefühl für Trainingsintensität zu entwickeln. Gerade zu Beginn fällt die Einschätzung oft schwer – mit etwas Übung wird sie jedoch deutlich genauer.
Warum ist Autoregulation starren Prozentplänen überlegen?
Klassische Trainingspläne basieren häufig auf festen Prozentwerten des Maximalgewichts (1RM). Das Problem: Diese Werte sind nicht konstant. Faktoren wie Schlaf, Stress oder Ernährung beeinflussen die Leistungsfähigkeit täglich.
Autoregulation berücksichtigt genau diese Schwankungen. Anstatt ein fixes Gewicht vorzugeben, wird die Intensität über die wahrgenommene Anstrengung gesteuert. Dadurch kann das Trainingsgewicht je nach Tagesform variieren, während der Trainingsreiz konstant bleibt.
Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass autoregulative Trainingsansätze nicht nur eine individuellere Steuerung ermöglichen, sondern auch vergleichbare oder sogar bessere Kraftzuwächse erzielen können als starre Prozentmodelle.



