"Das Schlimmste war das Schuhe anziehen." Schon der Ton ihrer Stimme zeugt davon, wie schrecklich es gewesen sein muss. Damals. Als sie noch 160 Kilo wog. Und diesen Körper mehr durch den Tag transportierte, als mit ihm zu leben. Die heutige Situation: glücklicher, aktiver, leichter - und mit viel Lust, noch leichter zu werden. Flavias Leben hat sich in den letzten 12 Monaten verändert. Ohne die Hilfe eines Personal Trainers, davon ist sie überzeugt, wäre das nicht gelungen.
Sie ist jung (24 Jahre), hübsch, studiert in Würzburg Biologie, strahlt vor Energie und Lebenslust. Es ist kaum vorstellbar, dass sie vor ziemlich genau einem Jahr, also im Februar 2013, noch ein ganz anderer Mensch war. Über die Ursache, die den nicht mehr zu stoppenden Gang zum Kühlschrank auslöste, will sie nicht reden. Aber als Kind war ihr Gewicht noch ganz normal. Erst im Alter von 19 Jahren begann sie zuviel zu essen. Konsequent und durch nichts zu stoppen. Auch nicht durch sich selbst. Zwei Jahre später wog sie ständig zwischen 160 und 170 Kilo. 1,75 Meter ist sie groß. "Es geschah vor allem abends. Eigentlich immer abends. Das falsche Essen zur falschen Uhrzeit."
Vier Wände als Schutzhülle
Flavia wollte nicht mehr raus, musste aber. Die Qual den Tag zu überstehen begann schon beim Verlassen des Bettes. Treppen und Steigungen bäumten sich zu kaum zu bewältigenden Hindernissen auf. "Wieder zuhause anzukommen, die Tür hinter mir ins Schloss fallen zu hören, war die Erlösung. Dann war wieder alles gut", erinnert sie sich heute. Und wieder ist da dieser Klang in der Stimme.
Natürlich probierte sie alle Diäten. Natürlich funktionierte dies nicht. Natürlich nahm sie sich ständig vor, ihr Leben zu verändern. Natürlich funktionierte das nicht. Zumindest nicht auf Dauer. "Bis mir klar wurde: Alleine schaffe ich das nicht." Das war im Februar 2013. Gewicht: 140 Kilo. Immerhin 20 kg waren da schon runter. Aber ihr war auch klar: Ganz alleine schaffe ich es nicht weiter. Flavia ging in ein Studio, suchte sich einen Personal Trainer, ließ sich medizinisch untersuchen und ging das Problem zu zweit an.
Motivation, Hilfe & Vertrauen
Am Anfang war die Hölle. "Ich habe ihn verflucht, bei jedem Training. Ich konnte mich an den Tagen danach kaum bewegen vor lauter Muskelkater. Ich hatte überall blaue Flecken. Alles tat weh". Und doch gab Flavia nicht auf, überwand alle Schmerzen, hatte ihren inneren Schweinehund im Griff, ließ keine Ausreden zu. Warum? "Weil ich Vertrauen zu ihm aufgebaut hatte. Weil ich wusste: Mit ihm klappt's."



