Was Sie gleich erfahren werden:
Ausgebremst! Das Läuferknie macht vielen Laufsportlern zu schaffen. Falsch behandelt, kann es Sport und Alltag lange Zeit erheblich einschränken. Erfahren Sie hier was zu tun ist, um bald wieder in die gesunde Spur zu finden. Am besten hilft Ihnen dabei ein Personal Trainer für Lauftraining.
Was ist ein Läuferknie und wie können Sie es von anderen Knieschmerzen unterscheiden?
Das sogenannte Läuferknie – englisch: Runner´s Knee – ist auch unter den Begriffen Tractus-iliotibialis-Syndrom und Iliotibiales Bandsyndrom (IT-Band-Syndrom) bekannt. Es zählt zu den häufigsten muskuloskelletalen Überlastungsverletzungen bei aktiven Erwachsenen und ist die häufigste Laufverletzung des äußeren Kniegelenks.
Wer von einem Läuferknie betroffen ist, klagt meist über brennende Schmerzen und eine Schwellung am Außenknie. Die Schmerzen treten zu Beginn des Krankheitsbildes hauptsächlich bei Belastung auf. Wenn das Kniegelenk aus einer 90°- in eine 30°-Position gestreckt wird.
Welche Hauptursachen triggern das Läuferknie?
Das Läuferknie steht oft in engem Zusammenhang mit einer langen Laufstrecke und einer hohen Laufhäufigkeit. Viele Laufanfänger sind sehr motiviert und wählen zu hohe Trainingsreize. Ist der eigene Körper jedoch noch nicht an den neuen Trainingsreiz gewöhnt, kann es zu einer Überlastung in verschiedenen Strukturen kommen. Das gilt aber nicht nur bei Anfängern. Auch bei erfahrenen Läufern kann es zu Überlastungserscheinungen kommen. Meistens dann, wenn die Laufbelastung zu hoch und/oder die Regenerationszeit zwischen den Laufeinheiten zu kurz ist.
Als weitere Ursache für das Läuferknie werden in der Fachliteratur Kraftdefizite im Gesäß genannt. So wurden bei Langstreckenläufern, die an einem Läuferknie litten, deutliche Kraftdefizite der Hüftabduktoren gefunden.
Außerdem werden bestimmte Gelenkpositionen mit dem Läuferknie in Verbindung gebracht. Forscher stellten bei weiblichen Hobbyläuferinnen mit Läuferknie eine verstärkte Hüftadduktion und Knieinnenrotation fest. Bei männlichen Läufern mit Läuferknie scheint dagegen eine verstärkte Knieadduktion und Hüftinnenrotation stattzufinden.
Welche Übungen stärken die Hüfte und stabilisieren das Knie?
Zu empfehlen ist eine Kräftigung, eingeteilt in drei Phasen. In der ersten Phase sollten eher isolierte und motorisch einfache Übungen durchgeführt werden. Hierzu zählen z. B.:
- Clamshells,
- Mule Kicks,
- Single Leg Bridge,
- Sidesteps.
Die zweite Phase besteht aus komplexeren und alltagsnahen Kräftigungsübungen, z. B.:
- Single-Leg Stance,
- Hip Hikes,
- Single-Leg Squat,
- Single-Leg Deadlift.
Diese Übungen verbessern die einbeinige Stabilisierung und die Kraft der hüftumspannenden Muskulatur.
In der letzten Trainingsphase ist ein Sprungkrafttraining zu empfehlen. Dieses beinhaltet beidbeinige Sprungübungen, deren Fokus auf der Landung liegt. Zudem sollten nach und nach immer mehr Einbeinsprünge, wie die Single-Leg Lateral Hops ins Programm aufgenommen werden, da diese Belastungsform der Laufbelastung am nächsten kommt.
Welche Fehler verzögern die Heilung?
Eine Überlastungsverletzung wie das Läuferknie sollte immer vollständig ausheilen, bevor intensivere Belastungen wieder in den Trainingsprozess integriert werden. Beginnen Sie zu früh mit einer Belastungssteigerung, kann sich die Reizung des Außenknies verschlimmern. Die Fortschritte der vorherigen Wochen wären dann verloren. Achten Sie also beim Wiedereinstieg in den Sport immer darauf, dass weder eine Schwellung noch ein Schmerz im Knie vorliegt. Sollte sich während der Laufeinheit wieder ein Schmerz einstellen, brechen Sie das Training unmittelbar ab und fahren Sie zunächst mit Ihrem Rehabilitationsprogramm fort.
Wann ist ein Schuh- /Technik-Check sinnvoll?
Erbringt die Reduzierung der Laufbelastung sowie das Kräftigungsprogramm keine Linderung der Symptome oder kehren die Symptome immer wieder zurück, macht es Sinn, sich das eigene Laufschuhwerk genauer anzusehen.
Laufschuhe können durch häufigen Gebrauch starke Abnutzungserscheinungen entwickeln, die den eigenen Laufstil verändern können. Neue Laufschuhe passen eventuell nicht optimal oder haben einen ungünstigen Schnitt, der Ihren Fuß einengt und somit seine Funktionen negativ beeinflussen kann. Bestimmte Schuhmodelle provozieren auch eine spezifische Lauftechnik. Diese kann zu stärkeren Belastungen bestimmter Strukturen im Körper während des Laufens führen und dadurch das Risiko der Entstehung von Überlastungsverletzungen erhöhen.
Ein Blick auf die Lauftechnik ist bei häufiger auftretenden Überlastungsverletzungen nicht nur sinnvoll, sondern sehr empfehlenswert. Die Höhe der Belastung einer körpereigenen Struktur ist abhängig von der Lauftechnik. Eine enge Fußpositionierung, die zu einem überkreuzenden Gangbild führt, ein abfallendes Becken auf dem unbelasteten Bein sowie eine ausgeprägte Rückenstreckung zum Standbein hin erhöhen die Spannung auf das Iliotibialband und damit die Belastung des Außenknies. Eine breitere Fußpositionierung, eine stabile Beckenanhebung des unbelasteten Beines und eine Rückenbeugung zur belasteten Seite führen zu einer geringeren Belastung am äußeren Knie.
Außerdem gibt es Hinweise darauf, dass eine niedrige Schrittfrequenz (lange Schritte) die Belastung auf das Kniegelenk erhöhen kann. Um hieraus eventuell entstehende Überlastungsverletzungen zu vermeiden, sollten Läufer eine höhere Schrittfrequenz entwickeln. Am effektivsten gelingt Ihnen das mit einem Personal Trainer für Lauftraining.
Quellen & Studien (6)
- Anderson, Laura M.; Martin, Joel F.; Barton, Christian J.; Bonanno, Daniel R. (2022): What is the Effect of Changing Running Step Rate on Injury, Performance and Biomechanics? A Systematic Review and Meta-analysis. In: Sports medicine - open 8 (1), S. 112. DOI: 10.1186/s40798-022-00504-0.
- Fredericson, M.; Cookingham, C. L.; Chaudhari, A. M.; Dowdell, B. C.; Oestreicher, N.; Sahrmann, S. A. (2000): Hip abductor weakness in distance runners with iliotibial band syndrome. In: Clinical journal of sport medicine : official journal of the Canadian Academy of Sport Medicine 10 (3), S. 169–175. DOI: 10.1097/00042752-200007000-00004.
- Mellinger, Simeon; Neurohr, Grace Anne (2019): Evidence based treatment options for common knee injuries in runners. In: Annals of translational medicine 7 (Suppl 7), S249. DOI: 10.21037/atm.2019.04.08.
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- van der Worp, Maarten P.; van der Horst, Nick; Wijer, Anton de; Backx, Frank J. G.; Nijhuis-van der Sanden, Maria W. G. (2012): Iliotibial band syndrome in runners: a systematic review. In: Sports medicine (Auckland, N.Z.) 42 (11), S. 969–992. DOI: 10.2165/11635400-000000000-00000.
Mitmachbox: Läuferknie sanft beruhigen
- Laufpause kurz halten ?♂️So geht’s: Reduzieren Sie schmerzhafte Läufe erst einmal und gehen Sie stattdessen zügig spazieren oder radeln locker. Das stärkt die Regeneration und entlastet das äußere Knie. Sicherheitstipp: Wenn der Schmerz beim Gehen steigt, pausieren Sie weiter.
- Hüfte aktivieren ?So geht’s: Machen Sie 10 langsame Clamshells pro Seite: Seitlage, Knie leicht gebeugt, Fersen zusammen, oberes Knie öffnen und schließen. Das stärkt die Hüftaußenmuskeln und stabilisiert das Knie. Alltagstipp: Halten Sie das Becken ruhig, nicht nach hinten kippen.
- Einbeinstand üben ?So geht’s: Stellen Sie sich 20–30 Sekunden auf ein Bein, später auf ein Kissen. Das verbessert die Balance und hilft dem Knie bei jedem Schritt. Sicherheitstipp: Wenn nötig, halten Sie sich leicht an Stuhl oder Wand fest.
- Sanfter Technik-Check ?So geht’s: Achten Sie auf kürzere Schritte und eine etwas höhere Schrittfrequenz beim Gehen oder langsamen Joggen. Das kann das Außenknie entlasten. Tipp: Prüfen Sie auch Ihre Schuhe auf starke Abnutzung.
Probieren Sie diese Tipps 2–3 Mal pro Woche aus und starten Sie erst wieder mit Lauftraining, wenn Schmerz und Schwellung weg sind. Wenn die Beschwerden bleiben oder stärker werden, lassen Sie das Knie ärztlich oder physiotherapeutisch ansehen.
Erstellt mit Unterstützung von KI aus dem Inhalt des Beitrags. Unsere Tipps ersetzen keine persönliche Beratung. Umsetzung auf eigene Verantwortung.