Pitta, Vata und Kapha - Training je nach Dosha Typ

Ayurveda Pitta, Vata und Kapha - Training je nach Dosha Typ

Andrea Ege, PersonalFitness Ayurveda

Im Ayurveda spielt die körperliche Konstitution eine wichtige Rolle. Doch statt wie im Westen die drei Typen in Leptosome, Pykniker und Athleten zu unterteilen, spricht man in der östlichen Gesundheitslehre von den drei Doshas Pitta, Vata und Kapha. Hier die Erklärung, welche Art Sport am besten zu welchem Dosha im Ayurveda passt.

Ähnlich wie die bei uns gebräuchliche Einteilung in die drei morphologischen Konstitutionstypen (Leptosome, Pykniker und Athleten) spricht man im Ayurveda von den drei Doshas, die mehr oder weniger stark und ausgeglichen den Geist und den Körper beeinflussen. Im Gegensatz zu unserer westlichen morphologischen Betrachtungsweise, die ausschließlich den dominierenden Gewebstypus berücksichtigt, bezieht die östliche Gesundheitslehre die geistigen Eigenschaften in das körperliche Befinden mit ein. Die drei Doshas werden Pitta, Vata und Kapha genannt. Sie beschreiben unterschiedliche Konstellationen aus Körper und Geist. Je nach Typus eignen sie sich bevorzugt für bestimmte Sportarten.

Was du gleich erfahren wirst:

Wie unterscheiden sich die Ayurveda-Typen Vata, Pitta und Kapha beim Sport?

Vata-Typen sind eher flink, schnell, wenig ausdauernd. Sie mögen keine Routine und suchen stets die Abwechslung. Pitta-Typen können sehr kraftvoll sein und sind in gewissem Maße auch ausdauernd. Bei Mannschaftssportarten sind sie oft der Anführer oder Kapitän. Kapha-Typen kommen schwer in Schwung. Sie brauchen immer eine gewisse Motivation. Deshalb tun sich diese Typen leichter, wenn sie sich eine gewisse Routine aneignen oder sich einer regelmäßigen sportlichen Gruppe anschließen, denn sonst neigen sie dazu, übergewichtig zu werden. Von der Veranlagung her sind sie sehr ausdauernd, dafür nicht besonders schnell.

Die meisten sind jedoch Mischtypen. Entweder es herrschen zwei Doshas vor, oder auch, wenn auch selten, drei. Diese Menschen sind für alle Sportarten gleichermaßen gut geeignet.

Wieviel Bewegung empfiehlt die Gesundheitslehre Ayurveda?

Die ayurvedische Gesundheitslehre empfiehlt tägliche Bewegung von ca. 15-20 Minuten. Es darf natürlich gerne länger sein. Denn auch hier gilt: Trainiert man ausgeglichen, mit Maßen und seinem Typus angepasst, je mehr, desto besser ...

Welche Art von Sport empfiehlt Ayurveda je nach Dosha Typ?

Grundsätzlich ist natürlich jeder Sport gut. Doch es gibt bestimmte Sportarten, die sich für bestimmte Körpertypen besonders eignen und welche, die eher weniger die gewünschten Erfolge erzielen. Passt man das Training individuell an die verschiedenen Doshas, also Körper-Geist-Typen an, steigert das die Effizienz und den Spaß am Training. Während die herkömmliche Trainingslehre auf dem Prinzip von "Stress und Erholung" aufbaut, sind die Belastungsreize nach Ayurveda stets so gewählt, dass kein zusätzlicher Stress erzeugt, sondern im Gegenteil Stress abgebaut wird. Die drei wichtigsten Ziele der Bewegung sind: Stressabbau, Verjüngung und die Harmonie zwischen Körper und Geist.

Beispiel: Jemand, dessen Vata zu stark ist, sollte keine Sportarten wählen, die kurzweilig, schnell und intensiv sind, um diese ursprünglichen Vata-Eigenschaften noch mehr zu verstärken. Hier sollte man längerandauernde Belastungen in mäßigen Tempo vorziehen, wie z.B. Schwimmen, Wandern, Nordic Walking oder Radwandern, um die Vata-Eigenschaften etwas zu dämpfen. Jemand mit zuviel Kapha sollte auf abwechslungsreiche Trainingsreize achten. Orientierungslauf, Inline-Skating, Mountainbiking oder auch Klettern wären eine gute Wahl, um nur einige kurze Beispiele zu geben, denn dem Kapha dominierenden Typen sollte es auf keinem Fall langweilig werden, sonst zieht er das Sofa der Bewegung immer vor.

Um welche Zeit sollte man nach den Ayurveda Prinzipien trainieren?

Nicht nur die Auswahl der Sportarten, sondern auch die Trainingszeiten und Umfänge spielen nach der Ayurveda Lehre eine tragende Rolle. Die Trainingszeiten und Orte werden den einzelnen Doshas angepasst. Der "richtige" Sport kann zum Beispiel helfen, die Doshas wieder ins Gleichgewicht zu bringen, z.B. nach einer Erkrankung oder langen Zeit der Fehlernährung. Auch ist hier Bewegung oder Meditation das Mittel erster Wahl, um Stress abzubauen.

Wie kann man herausfinden, welcher Dosha Typ man laut den Ayurveda Prinzipien ist?

Es gibt zahlreiche "Typentests" in der Fachliteratur und auch im Internet, die helfen wollen, den individuellen Konstitutionstypen nach Ayurveda festzulegen. Leider erkennen diese Tests nicht, ob die aktuelle Dosha-Verteilung schon im Ungleichgewicht ist, oder ob es sich tatsächlich um ihren ursprünglichen Körper-Geist Typen handelt. Das gestörte Dosha kann durch diese eindimensionale Fragemethodik nicht diagnostiziert werden. Eine Anamnese von einem ayurvedisch ausgebildeten Arzt oder Therapeuten mittels Pulsdiagnose, Antlitz-, Lippen- und Nageldiagnose ist in diesem Fall die bessere und aussagekräftigere Wahl. Und auf Ayurveda spezialisierte Personal Trainer helfen auf jeden Fall, effizient und zielgerichtet nach den Dosha Prinzipien zu trainieren - und so das Ziel schneller zu erreichen.