Wie Boxen für innere Balance sorgt

Therapeutisches Boxen Wie Boxen für innere Balance sorgt

Box den Stress weg! Diese weniger bekannte Variante des Boxens kann dir mental eine große Hilfe sein. Denn beim therapeutischen Boxen geht es vor allem um Stressabbau, Selbstvertrauen und innere Stärke. Das klingt gut? Dann ist dieser Artikel ein Schritt in die richtige Richtung ...

Was du gleich erfahren wirst: 

Was ist therapeutisches Boxen?

Beim therapeutischen Boxen steht primär die mentale Gesundheit des Trainierenden im Mittelpunkt. Natürlich wird auch die körperliche Fitness trainiert und gesteigert. Ganz wesentlich geht es bei diesem Training aber darum, aus Anspannung Entspannung zu machen und Stress abzubauen. Auch bei anderen Krankheitsbildern wird das therapeutische Boxen eingesetzt. Dazu gehören zum Beispiel Depressionen, Angstzustände oder Belastungsstörungen. Ein Personal Trainer mit entsprechendem Schwerpunkt entwickelt einen individuell passenden Plan, der insbesondere auf die mentale Verfassung des Trainierenden abgestimmt ist.

Welche körperlichen und geistigen Vorteile hat therapeutisches Boxen?

Generell steigert man beim therapeutischen Boxen natürlich die körperliche Leistungsfähigkeit im konditionellen Bereich. Koordination und Kraft werden durch das ganzheitliche Training ebenfalls gestärkt. Denn zum Einsatz kommen Beinarbeit, Übungen mit dem eigenen Körpergewicht, Sandsacktraining und vieles mehr. Allgemein ist Boxen ein sehr ganzheitliches Training, je nachdem, wie man das Training aufbaut.

Mental hilft dieser Sport, Stress abzubauen, selbstsicherer zu werden und sich insgesamt wohler zu fühlen. Im Alltag führt therapeutisches Boxen dazu, besser mit Stresssituationen umgehen zu können: Man bekommt eine “längere Zündschnur”.

Jeden Menschen, der an Depressionen leidet, möchte ich an dieser Stelle dazu motivieren, Sport zu treiben. Denn grundsätzlich fühlt man sich nach dem Sport immer besser. Ganz egal, welcher Sportart man nachgeht. Die positiven Effekte von Bewegung und Sport für die Psyche sind vielfach belegt. Doch wer an Depressionen leidet, fühlt sich oft nicht motiviert, für Bewegung zu sorgen. Eine sportliche Routine kann in dieser Situation sehr hilfreich sein.

Wie funktioniert therapeutisches Boxen?

Klassische Boxübungen am Sandsack oder an der Pratze (Schlagpolster und -kissen), aber auch Partnerübungen etc. werden wie beim klassischen Boxtraining umgesetzt.

Beim therapeutischen Boxen geht es vor allem um die Reflektion vor und nach dem Training. Wie fühle ich mich jetzt? Was lief besonders gut? Was möchte ich beim nächsten Mal noch besser machen?

Kann jeder Mensch therapeutisches Boxen praktizieren?

Therapeutisches Boxen sollte von geschultem Personal – Psychologen oder Körpertherapeuten – angeleitet werden. Am besten, man klärt vorab mit seinem Arzt, ob man diese Sportart bedenkenlos ausführen kann.

Wie oft sollte man therapeutisches Boxen praktizieren?

Therapeutisches Boxen ist eine Therapiemethode und wird zu dem Zeitpunkt eingesetzt, an dem es dem Betroffenen vor allem mental nicht gut geht. Je nach Intensität und Art der Erkrankung kann das Training zwischen ein bis dreimal pro Woche umgesetzt werden, bei Bedarf auch öfter.

Welche Ausrüstung benötige ich für therapeutisches Boxen?

Wie beim klassischen Boxen braucht man bequeme Sportkleidung und Boxhandschuhe. Um die Handgelenke zu stabilisieren, empfehle ich Handgelenksbandagen, damit das Verletzungsrisiko beim schweren Schlagen verringert wird. Ein Mundschutz ist nicht Pflicht, da man kein Sparring macht, bei dem es zu besonders engem und häufigem Kontakt käme.

Ist therapeutisches Boxen auch für ältere Menschen geeignet?

Auf jeden Fall können auch Senioren therapeutisches Boxen betreiben. Viel wichtiger als das jeweilige Alter ist es, mit dem Training individuell auf das Krankheitsbild einzugehen. So können neben dem mentalen Zustand des Betroffenen auch körperliche Einschränkungen wie etwa Verletzungen vorliegen.

Grundsätzlich kann ich therapeutisches Boxen jedem empfehlen, der neben der Verbesserung der mentalen Verfassung auch sein Herz-Kreislauf-System trainieren möchte und sich allgemein fit machen will. Am besten man macht dies unter professioneller Anleitung.

Persönlich kann ich jedem das Boxtraining nur ans Herz legen, dies gilt über das therapeutische Boxen hinaus. Boxen ist ein super Ausgleich für den Arbeitsalltag. Der ist heute oft geprägt von enger Zeittaktung, wenig Bewegung und viel Stress. Gerade Menschen mit einer hohen Arbeitsbelastung und dem Gefühl, schnell und häufig gestresst zu sein, tut es gut, sich mal richtig auszupowern. So schwer und stark es geht, in den Boxsack zu hauen, kann sehr wohltuend sein. Nicht umsonst heißt es: Sport ist oft die beste Therapie.

Als Personaltrainer habe ich bisher die Erfahrung gemacht, dass es langfristig am wichtigsten ist, dass dir der Sport Spaß macht. Denn wenn dir etwas Spaß macht, neigst du dazu, es häufiger und regelmäßiger zu machen. Und wie in vielen anderen Bereichen ist es auch hier so, dass Kontinuität zum Erfolg führt. Deshalb empfehle ich jedem, sich eine Sportart zu suchen, die ihm oder ihr Spaß macht. So bleibt man langfristig dran und erhöht die Chancen, körperlich und mental gesund zu bleiben.

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