Warum nicht mal Inline Skaten?! Skaten ist der ideale Sport, um sich schnell in Form zu bringen. Mit über 10 Millionen Aktiven zählt das Skaten längst zu den beliebtesten Sportarten der Deutschen. Kein Wunder - Skaten hilft beim Kampf gegen die Pfunde und trainiert ganz nebenbei die gesamte Bein- und Pomuskulatur.
Skaten ist nicht nur ein ideales Ausdauertraining. Es ist außerdem gelenkschonender als Laufen und Walking. Man überwindet in kürzester Zeit große Strecken. Schon mit etwas Übung erreichst du mühelos Geschwindigkeiten von über 20 km/h, der Speed Skater sogar über 40 km/h. Egal, welche Ambitionen du hast, ob du den Rausch der Geschwindigkeit suchst, gezielt deine Fitness und Figur verbessern willst oder ob du einfach nur Spaß willst, Skaten ist die Sportart für jung und alt. Um keine bösen Überraschungen zu erleben und den ganzen Spaß auch wirklich genießen zu können, sind sicheres Fahren und Bremsen Grundvoraussetzung. Mit diesen paar praktischen Tipps meisterst du alle Gefahren mühelos.
Vergleicht man die Bremswege bei unterschiedlichen Geschwindigkeiten, wird deutlich, dass der Bremsweg überproportional steigt. Bei einer Geschwindigkeit von 15 km/h ist dein Bremsweg schon 9,5 m lang, bei 25 km/h ist er 16 m und bei 35 km/h sogar schon 25 m lang. Deshalb ist eine ordentliche und effektive Bremstechnik unverzichtbar.
Am effektivsten bremst du mit der sogenannten Fersenbremse, dem sogenannten Heel Stop. Dabei wird in leicht gebeugter Skateposition ein Skate mindestens eine Fußlänge nach vorn in Schrittstellung geschoben. Durch Hochziehen der Fußspitze wird der Druck auf den Stopper erhöht und man kommt zum Stehen.
Bitte beachte unbedingt, dass das Körpergewicht nicht zu weit nach vorn oder hinten verlagert wird, sondern immer in der Mitte zwischen beiden Füßen bleibt. Das erhöht die Stabilität und schützt vor unliebsamen Stürzen. Um die Effektivität noch zu erhöhen, kannst du versuchen, entweder beide Arme nach vorne auszustrecken oder mit beiden Händen auf den Oberschenkel zu drücken. Welcher Armeinsatz günstiger ist, entscheidet jeder für sich. Dadurch, dass beide Skates ständig Bodenkontakt haben, ist diese Bremstechnik auch für den Einsteiger schnell zu erlernen.
Schon nach kurzer Übungszeit wirst du den geradlinigen, kurzen Bremsweg zu schätzen wissen. Außerdem ist der Heel Stop im Vergleich zu anderen Bremstechniken wesentlich materialschonender. Ein abgenutzter Bremsklotz ist schnell und kostengünstig zu ersetzen, ein Satz neuer Rollen kann dagegen ganz schön ins Geld gehen.
Jeder Skater kennt die typischen Schwierigkeiten, die auf den Strecken lauern können, wie etwa Kopfsteinpflaster, Bahnschienen, Gullydeckel oder andere Unebenheiten.
Am besten meistert man solche zusätzlichen Hindernisse in Schrittstellung. Dabei wird in gebeugter Skateposition ein Fuß nach vorne geschoben. Der Körperschwerpunkt bleibt in der Mitte.
Die Auflagefläche der Rollen verdoppelt sich in Schrittstellung von vier auf acht Rollen. Dadurch erreichst du eine höhere Stabilität als bei einer geschlossenen Fußstellung. Auch Bordsteinkanten meisterst du mühelos mit der Schrittstellung: Fahre seitlich zur Kante an und setze nacheinander die Füße nach oben in Schrittstellung.
Eine andere Technik gilt für Bergabfahren. Um die Geschwindigkeit zu kontrollieren bzw. zu verringern, öffne die Füße etwa schulterbreit und verlager das Gewicht abwechselnd auf das rechte und linke Bein. Deine Skates werden Bögen beschreiben. Diese Bergab-Technik ähnelt der Technik beim Skifahren (Belastung des Talskis, Entlastung des Bergskis). Um die Stabilität zu erhöhen, ist die Fußführung jedoch deutlich breiter.
Um ausdauernd und schnell zu Skaten, muss man sich nur mal die Technik der Profi-Speed Skater anschauen. In der typischen tiefen Körperposition sind Hüfte und Knie gleichermaßen gebeugt. Bitte wähle anfangs eine mittlere Beugung in Hüfte und Knie. Um wirklich über längere Dauer die extrem tiefe Position der Speed Skater zu erreichen, bedarf es schon einige Zeit an Training.
Versuche die Hüfte und Knie immer gleichermaßen zu beugen. Als Faustregel gilt, dass die Schulter, die Knie und die vorderste Rolle des Skates ungefähr auf einer Linie liegen sollten.
Durch diese aerodynamische Position verlängerst du außerdem den Abdruckweg und damit die mögliche Geschwindigkeit.
Die beste Beschleunigung erreichst du durch einen effektiven Vorschub. Dabei drückst du dich mit allen vier Rollen, ähnlich dem Tretroller fahren, gleichzeitig vom Boden ab. Am vortriebswirksamsten ist die eingesetzte Kraft, wenn sie senkrecht zur Laufrichtung der Rollen wirkt. Dadurch ergibt sich die typische Rollrichtung des Skates in V-Form. Lange Schritte erhöhen die Effektivität. Durch langes Gleiten auf einem Bein erhöhst du deine Geschwindigkeit und sparst zusätzlich Kraft für die neue Beschleunigung. Das Prinzip ist vergleichbar mit einer hohen Übersetzung bei der Fahrradgangschaltung. Achte außerdem auf den Fußschluss zwischen Abstoß- und Gleitbein bei der Gewichtsverlagerung.
Um beim Ausprobieren der Techniken ganz sicher zu gehen, empfiehlt es sich natürlich vorab einen Profi zu Rate zu ziehen, zum Beispiel in Form eines Personal Trainers. Interessiert? In diesem Artikel erfährst du alles über die Kosten für Personal Trainer und warum sich die Investition lohnt, erfährst du in unseren Erfahrungsberichten über Personal Training.
Fotos: Manuela Röder
Andrea Ege ist Teil der Redaktion von PersonalFitness.de. Sie bereitet Fachthemen rund um Training, Gesundheit und Bewegung fundiert und verständlich auf – mit einem Blick für Praxisnähe und Relevanz. Ihr Fokus liegt darauf, Wissen so zu vermitteln, dass sowohl Personal Trainer als auch gesundheitsbewusste Menschen konkrete Impulse für ihren Alltag erhalten.