"Wenn du es dir vorstellen kannst, kannst du es auch schaffen." Wer regelmäßig top Leistung erbringt, weiß meist aus eigener Erfahrung, dass in diesem viel zitierten Spruch des US-Autors W.A. Ward viel Wahres steckt. Doch mit welcher Technik ist man am ehesten besser, schneller, erfolgreicher? Diese Frage stellten sich Wissenschaftler des National Center of Medicine and Science in Sports in Tunis, Tunesien. Wer dazu ihre Versuchskaninchen waren? Natürlich Sportler. In diesem Fall 16 erfahrene männliche Sprinter.
Psyching up
Die Wissenschaftler testeten zwei sehr gängige Techniken des "Psyching up" gegen zwei Kontrolltechniken. Das klingt zunächst nach einer recht dünnen Nummer. Aber die Mentaltechniken, um die es den Wissenschaftlern ging, stehen für typische Gruppen: Die erste ist Visualisierung. Bei der Visualisierung geht es schlichtweg um die eigene Vorstellungskraft: Für dieses Motivationstraining stellt man sich bildlich vor, wie man eine bestimmte Leistung optimal erbringt, zum Beispiel wie man als erster glücklich durchs Ziel rennt. Die zweite Gruppe von mentalen Techniken sind, lapidar ausgedrückt, Formen des sich selber "Anheizens". Der englische Fachbegriff hierfür ist "preparatory excitement".
Ablenkungsmanöver
Als Kontrolltechnik sollte beispielsweise von tausend rückwärts gezählt werden. Klingt öde und war es vermutlich auch. Aber dieses Mentaltraining ist durchaus eine typische Technik, um sich im positiven Sinne von Ängsten etc. abzulenken. Kleine Randbemerkung: Es wurde auch sichergestellt, dass alle Teilnehmer der Studie dasselbe zum Frühstück bekamen. Ein Stück Kuchen (!), ein Glas Orangensaft und Wasser.
Schneller durchs Ziel
In den Pausen der 30m-Sprints wurden die Läufer nacheinander zu jeder der Mentaltechniken angeleitet. Das Ergebnis: Wenn Läufer in den Pausen zwischen den Sprints die Technik des Visualisierens anwandten, konnten sie ihre Zeiten deutlich mehr verbessern als bei anderen Techniken. Von 16 Sprintern galt dies für 14!
Die Message aus dieser Studie über die Kraft der Gedanken ist also klar: Wenn Ihnen eine große Aufgabe bevorsteht, dann entscheiden ganz wesentlich die Bilder in Ihrem Kopf, wie erfolgreich Sie sein werden.



