Wie heißt es doch so schön: "Sport ist die beste Medizin". Und die Reichweite dieser Weisheit ist enorm. Sport stärkt die Knochen und kann so vor Osteoporose schützen. Bewegung kann Depressionen lindern, unter anderem, weil die Konzentration entsprechender Botenstoffe (BDNF) im Blut steigt und das Glückshormon Serotonin verstärkt ausgeschüttet wird. Eine Untersuchung an der Berliner Charité zeigt, "dass Ausdauersport Patienten mit Phobien und Panikstörungen helfen kann, Stress und Angst abzubauen" ("Wundermittel Bewegung", "Zeit Online"). Doch es geht noch sehr viel weiter.
Risikosenkung um ein Drittel
Eines der jüngsten Felder in der Erforschung der gesundheitsfördernden Wirkung von Sport ist Krebs. Sicher, viele Fragen sind noch offen. Aber die Forschung kommt der Wirkung von Bewegung auch in diesem Zusammenhang immer mehr auf die Schliche. "Neuere Erkenntnisse legen nahe, dass Sport selbst vor Krebs schützen kann – und sogar das Fortschreiten der Krankheit verlangsamen kann", schreibt "Zeit Online". Zur vorbeugenden Wirkung heißt es in einer Studie, die Heidelberger und Regensburger Forscher in "Deutsche Zeitschrift für Sportmedizin" 2014 vorstellten: "Die Evidenz bezüglich einer krebspräventiven Wirkung körperlicher Aktivität hat in den letzten Jahren erheblich zugenommen". Wie wichtig diese Strategie der Gesundheitsbewahrung sein kann, drückt die Deutsche Krebsgesellschaft, in folgenden Zahlen aus: "Man geht heute davon aus, dass sportlich aktive Menschen ihr Risiko, an Krebs zu erkranken, durchschnittlich um 20 bis 30 Prozent reduzieren können." Hier ist natürlich von regelmäßigem Sport die Rede. Sport ist ürbigens auch einer der ganz wichtigen Resilienzfaktoren und bestimmt damit den Grad der seelischen Widerstandskraft.
Wirkung gilt für viele Krebsarten
Doch für welche Krebsarten kann Sport als Vorbeugung gelten? Laut Nationalem Centrum für Tumorerkrankungen "zeigen Studien entsprechende Zusammenhänge im Hinblick auf Darm-, postmenopausalen Brust-, und Gebärmutterhalskrebs." Hinweise für diese Wirkung gebe es zudem für Tumoren der Lunge, der Bauchspeicheldrüse und der Prostata.
Geringeres Rückfallrisiko
Auch wenn bereits ein Krebs aufgetreten ist und eine Therapie mit Operation, Chemotherapie oder Antihormontherapie folgt, kann Sport sehr wirkungsvoll sein – sogar lebensrettend: "Körperliche Aktivität nach einer Tumorerkrankung reduziert nachweislich die Gefahr eines Rückfalls und erhöht die Wahrscheinlichkeit für eine dauerhafte Heilung", so die Deutsche Krebsgesellschaft. Gerade angesichts eines drohenden Rückfalls, eines Rezidivs, können diese Effekte betroffenen Patienten große Hoffnung machen. Recht gut untersucht wurden in diesem Zusammenhang Brustkrebs und Prostatakrebs. Aber auch für Leukämie- und andere Krebspatienten seien in Studien schon entsprechende Effekte gezeigt worden.
Teil der Therapie: Sportberatung
Zudem ist Sport eine Möglichkeit, gegen die Folgen einer Krebserkrankung selbst aktiv zu werden. Und diese Autonomie tut auch der Psyche der Patienten gut. In Heidelberg bietet das Deutsche Krebsforschungszentrum Patienten eine umfangreiche Sport- und Bewegungstherapeutische Beratung an. Dazu gehört Ausdauertraining wie Nordic Walking, Lauftraining und Walking ebenso wie Krafttraining oder Rudern. Denn auch hier wissen die Forscher: "Bewegung beziehungsweise ein strukturiertes körperliches Training kann dazu beitragen, während und nach einer Krebstherapie Komplikationen und Nebenwirkungen abzumildern oder auch zu vermeiden." Viele Patienten leiden unter einer Chemotherapie mehr als unter der Krebsoperation selbst. Diese Belastung als Folge der Brustkrebstherapie kann zum Beispiel laut einer Studie durch Yoga gesenkt werden. Und auch Yoga ist "Bewegung". Oft tritt als Folge einer Chemotherapie die sogenannte Fatigue, also starke Erschöpfung und Müdigkeit, auf. "Das Fatigue-Syndrom lässt sich durch Sport deutlich reduzieren", erklärt Dr. Freek Baumann, Wissenschaftler an der Deutschen Sporthochschule Köln.



