Abstrakte Darstellung eines Gehirns aus leuchtenden Linien und Wolken, symbolisch für mentale und körperliche Gesundheit im Z-Health-Training.

Z-Health Training für Geist und Körper (plus Übungen)

Z-Health beziehungsweise Neurozentriertes Training oder Neurathletik konzentriert sich auf die Steuerung von Körper und Nerven durch das Gehirn. Was dort geschieht, wirkt sich ganzheitlich und individuell auf den Körper aus – und lässt sich mit effektiv ganzheitlich trainieren. Eine Einführung plus Übungen für das Training zuhause.

27.11.2020

Was ist Z-Health Neurathletik?

Z-Health stammt aus den USA. Es ist ein herausragendes und in der Praxis erfolgreich erprobtes Ausbildungskonzept auf der Grundlage neuester wissenschaftlicher Erkenntnisse. Im Mittelpunkt steht die ganzheitliche Betrachtung der menschlichen Leistungsfähigkeit und die zentrale Bewegungssteuerung über das Gehirn.

Dr. Eric Cobb hat mit Z-Health eine Grundlage geschaffen, Bewegung auf einem tiefen neurologischen Level zu betrachten. Ich habe mich entschieden, dieses Wissen vom Spitzensport und der Neuroathletik auf meine Kund*Innen und deren Alltag anzuwenden.

Wie funktioniert Z-Health?

Mittelpunkt des Neurozentrierten Trainings ist, die Leistungsfähigkeit des Bewegungssystems wieder herzustellen. Auch die Funktion von Kreislauf, Atmung, Nervensystem und Stoffwechsel soll dadurch verbessert werden.

Neuronale Steuerungsprobleme sind oft die Ursache von Beschwerden. Um sie zu beheben, sollte man sich Zeit nehmen, um eine ausführliche Anamnese zu erstellen. Anschließend wird individuell besprochen und erarbeitet, wie ein Trainingsplan aussehen sollte und welche Schwerpunkte beim Neurozentrierten Training gesetzt werden. Dieser ganzheitlicher Trainingsansatz bindet das visuelle, das gleichgewichts- und das propriorezeptive System ein und sorgt so für eine bessere Integration all dieser Systeme.

Mit welcher Art von Übungen wird Z-Health trainiert?

Basis des Trainings ist der Grundsatz "Bewegung und Schmerz entstehen im Gehirn". Dieser Ansatz wird dann im spezifischen Kontext auf die Kundengeschichte angewandt.

Das bedeutet: von Atmung über Augenbewegungen, von Gelenkansteuerung über Gleichgewichtstraining, von Narbenbehandlung bis hin zu Gewebemobilisation wird individuell der gesamte Körper betrachtet, alles angepasst und mit einbezogen.

Mit vielen meiner Kund*Innen arbeite ich zunächst an den Basiselementen: der Atmung. Das hat einen guten Grund. Vereinfacht gesagt braucht unser Nervensystem nur zwei Dinge: Energie und Bewegung. Die Bewegung ist unter Trainer*Innen bereits bekannt. Welche immense Rolle die Atmung aber spielt, wird oft nicht beachtet.

Stattdessen stürzen sich viele auf zum Teil inkompetente Ernährungsberatung und bieten Supplemente an, ohne sich auf die Kundenhistorie zu fokussieren. Um es Trainierenden einfacher zu machen, in ein bewussteres, selbstbestimmtes und gesundes Leben zu starten, bedarf es jedoch einer Verhaltensänderung und die ist durch Atemtraining und das bewusste Kommunizieren individuell zu erarbeiten.

Um skeptische Kund*Innen an das Training heranzuführen, beginne ich oft mit einer Zwerchfelldehnung. Gerade bei ihnen ist es eine wunderbare Methode mit der Atmung gegen ein Widerstandsband zu beginnen.

Ein weiterer Fokus ist das visuelle System, sprich: das Training der Augen. Nur wenn unser Gehirn die Informationen, die es von den Augen bekommt, klar und korrekt verarbeiten kann, sind schnelle und sichere Bewegungen möglich und ebenso eine physiologische Körperhaltung.

Aus der Erfahrung aus über 3500 Sessions mit Kunden und Patienten kann ich sagen, dass die Augen ein extrem hohes Verbesserungspotential haben. Ob Nackenschmerzen, Kopfschmerzen oder Schulterprobleme – hier spielen die Fehlspannungen der Augenmuskulatur, aber auch verschwommene Bilder, eine nicht ideale Blickstabilisierung oder sogar das Unterdrücken der Informationen von einem Auge eine große Rolle.

Besonders durch das viele Sitzen vor dem PC werden unsere Augen immer weniger in ihrer eigentlichen Funktion genutzt. Es finden kaum noch Blicksprünge vom Nahen zu weit entfernten Objekten statt. Statt in die weiter Landschaft vor dem Fenster blickt man eher auf das Smartphone – wo schon die Bildschirmgröße die Bewegung der Augenmuskeln einschränkt. Übungen, die hier beispielsweise oft angewendet werden sind dann zum Beispiel Augenkreise oder Augenliegestütze.

Weiter unten findest du die besten Z-Health Übungen für zuhause.

Für wen ist Z-Health geeignet, für wen nicht?

Neurozentriertes Training ist für jeden geeignet, der ein Nervensystem hat. Im Ernst, alle Menschen sind individuell und so sollte Training sein – je nach Vorgeschichte kann man auf ganz unterschiedliche Bereiche eingehen. Ob nun Kund*Innen mit Rückenschmerzen, oder Personen die abnehmen möchten, ob man Muskelmasse aufbauen möchte oder seine Konzentration steigern will – überall gilt: trainiert man das zentrale Nervensystem und das Gehirn wirkt sich das positiv auf sich den gesamten Körper aus.

Das spannende am Neurozentrierten Training ist meiner Meinung nach die Möglichkeit, alle Trainingsaspekte damit zu kombinieren, egal ob Functional Training, Pilates, Krafttraining oder Yoga … Bewegung und eben auch Schmerz entstehen im Gehirn. Ich sehe Neurozentriertes Training eher als eine Perspektive, die neurozentrierte Linse, durch die man all diese Trainingsformen betrachtet.

Was sind die Risiken von Neurathletik?

Wie mit allem im Leben geht es immer um die Balance und das intelligente Anwenden. Es geht nicht darum, Übungen zu inszenieren und möglichst skurrile Kombinationen auszusuchen, was leider manchmal in den sozialen Medien so gelebt wird. Wie mit allen Trainingsaspekten muss man die Intensität und die Komplexität auf das Gegenüber einstellen.

Z-Health Übung Zwerchfell Dehnung

Lege dich auf den Rücken und ziehe dein Schambein zum Bauchnabel und hebe das Becken vom Boden ab.
Atme maximal durch die Nase ein und strecke parallel die Arme nach hinten aus und lege diese ab.
Öffnen deinen Mund und Rachen und atme maximal aus (Arme bleiben hinten abgelegt und die Wirbelsäule ist lang gestreckt).
Mache diese Übung jeden Morgen und Abend. Wenn du geübt bist, kannst du sie auch im Sitzen durchführen. Dann ist sie noch leichter in den Alltag zu integrieren.

Z-Health Übung Atmung gegen Widerstandsband

Binde dir ein Widerstandsband um den Rippenbogen. Das Band sollte oberhalb des Bauchnabels und unterhalb der Brust sitzen. Atme nun für fünf bis zehn Minuten gegen den Widerstand des Bandes. Du wirst bemerken, dass sich Brustkorb und Rippenbögen gleichmäßig weiten und bei der Ausatmung wieder locker lassen. Diese Übung aktiviert die tieferliegenden Muskelschichten und verbessert damit deine Körperhaltung.

Z-Health Übung Augenliegestütze

Setzen oder stelle dch aufrecht hin und strecke deinen rechten oder linken Arm aus, welcher dir angenehmer erscheint. Schaue auf die Daumenspitze und führe den Daumen zu deiner Nasenspitze. Die Augen bleiben auf der Daumenspitze.

Führe die Übung in der Geschwindigkeit durch, die dir angenehm ist. Beginne mit 3 bis 5 Wiederholungen. Aber Achtung: Wenn dir bei der Übung schwindelig wird oder du Kopfschmerzen bekommst, lasse diese Übung aus. In diesem Fall solltest du das mit einem Arzt besprechen.

Z-Health Übung Augenkreise

Setzen oder stellen Sie sich aufrecht hin. Beginnen Sie mit beiden Augen nach oben zu schauen und machen dann eine langsame und gleichmäßige Kreisbewegung von oben nach rechts, unten, links und wieder nach oben. Führen Sie die Kreisbewegung in die andere Richtung durch.

Denke daran: Augen werden durch Augenmuskeln und Hirnnerven mit Reizen versorgt und sind damit trainierbar wie jeder andere Muskel, der willkürlich, also bewusst, angesteuert werden kann.

Fazit und Zukunftspotential

In meinen Augen hat das Neurozentrierte Training extrem viel Potenzial. Es setzt den Fokus auf die angewandten neurowissenschaftlichen Erkenntnisse. Egal welche Zielstellung Kund*Innen haben, man kann hier ganz strukturiert und zielgerichtet arbeiten.

Zudem sehe ich das Potenzial, dass man Kund*Innen dazu befähigen kann, den eigenen Körper zu verstehen und ihm wieder zu vertrauen. Das angewandte Wissen kann so im Alltag viel Sicherheit und damit mehr Beweglichkeit und Möglichkeiten offenbaren.

Linkempfehlung: Mehr direkt zu dem Thema findet man auch hier in einem Interview von Eric Cobb

Andrea Ege - Personal Trainer Hamburg

Andrea Ege

Andrea Ege ist Teil der Redaktion von PersonalFitness.de. Sie bereitet Fachthemen rund um Training, Gesundheit und Bewegung fundiert und verständlich auf – mit einem Blick für Praxisnähe und Relevanz. Ihr Fokus liegt darauf, Wissen so zu vermitteln, dass sowohl Personal Trainer als auch gesundheitsbewusste Menschen konkrete Impulse für ihren Alltag erhalten.

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