Fit & schmerzfrei durch Neuroathletik

Neurozentriertes Training Fit & schmerzfrei durch Neuroathletik

Training beginnt im Kopf. Neurozentriertes Training basiert auf dem Grundsatz, dass unter anderem auch Bewegung initial im Gehirn startet. Bekommt es gute und gleichwertige Informationen, kann das die Trainingsleistung verbessern und das Schmerzempfinden reduzieren. Dabei spielen unter anderem die Augen und die Atmung eine wichtige Rolle und können den Trainingseffekt steigern.

Schon kleine neuroathletische Übungen erzielen einen hohen Effekt. Doch auch hier gilt: Übung macht den Meister. Zwar sind Fehlhaltungen oder Schmerzen nicht sofort verschwunden, jedoch kann eine sofortige Verbesserung durch Neuroathletik spürbar sein, denn es nutzt einen starken, positiv wirkenden Stimulus, um die Aktivität gewisser Hirnareale hochzufahren, so dass der darauffolgende Trainingsreiz besser integriert werden kann.

Was du gleich erfahren wirst:

Wie steigert besseres Atmen den Trainingseffekt?

Die Atmung ist ein wichtiger Faktor in der Auswahl neurozentrierter Übungen. Sie ist das grundlegendste und lebenswichtigste Bewegungsmuster des menschlichen Körpers; Atmungsunfähigkeit bedeutet Tod. Durch Stress und Bewegungsmangel atmen viele Menschen häufig zu flach und begünstigen damit Verspannungen oder Kopfschmerzen: Die Atmung wird nicht mehr durch das Zwerchfell, den primären Atemmuskel, initiiert, sondern durch sekundäre Atemhilfsmuskulatur im Bereich des Nackens und oberen Rückens.

Was sind die besten neurozentrierten Übungen für bessere Atmung?

Tief ein- und verlängert auszuatmen hilft, einer flachen Atmung entgegenzuwirken. Dafür wird ein Flossing-Band unterhalb des Brustbeins leicht um den Rippenbogen gebunden und in einer 90-90-Position tief ein- und aus geatmet: Man liegt auf dem Rücken vor einer Wand, die Füße sind so an der Wand positioniert, dass sowohl im Kniegelenk als auch in der Hüfte ein 90°-Winkel vorliegt. Bei der Dehnung des Rippenbogens erhält das Gehirn durch das Flossing-Band zusätzlichen sensorischen Input, innerviert infolge dessen verstärkt das Zwerchfell, wodurch die Lunge einen größeren Anteil ihres Volumens nutzen kann.

Bei kraftspezifischen Übungen sollte der Atem während der Ausführung gehalten werden, damit der Körper lernt, den vorhandenen Sauerstoff zu verstoffwechseln und die Atmung automatisch zu regulieren. Am Beispiel: Vor jeder Kniebeuge tief einatmen, Atmung und Spannung halten, Wiederholung durchführen, tief ausatmen. Auf diese Weise wird auch der Aufbau sowie das Halten von Körperspannung geschult.

Welche weiteren Tipps aus der Neuroathletik gibt es?

Häufig unterschätzt: die Augen. Sie liefern rund 80 Prozent des Inputs im Gehirn. Eine Möglichkeit, die Augen zu trainieren, sind Blicksprünge: Man wechselt mit seinem Blickfokus zwischen einem sehr nahen und einem Objekt in fünf bis zehn Meter Entfernung hin und her. Dabei werden die visuellen Teilfunktionen sowie die Aufnahme und Verarbeitung visueller Reize verbessert und die allgemeine Seh- und Wahrnehmungsleistung gesteigert.

Fazit

Der Effekt von neurozentrierten Methoden ist unmittelbar test- und spürbar, jeder kann sofort von seinen Vorteilen profitieren. Liefern Augen, Ohren, Gleichgewichtsorgane und Propriozeption dem Gehirn gute und gleichwertige Informationen, kann das die individuelle Trainingsleistung verbessern und mögliches Schmerzempfinden reduzieren.

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