Wie wäre es, im Alter von 80 Jahren jeden Morgen den Tag voller Energie zu beginnen, sich die Socken im Stehen anzuziehen und mit den Enkeln Fußball zu spielen? Wie würdest du dich fühlen, wenn du deine Leistungsfähigkeit auch im hohen Alter beibehalten würdest? Natürliche Alterung muss nicht automatisch mit körperlichem Verfall einhergehen. Woher kommen die angeblich „normalen“ Verfallserscheinungen, kann man diese stoppen und sogar umkehren? Lies hier, wie du in sieben Schritten zu deiner persönlichen Meisterschaft gelangen und damit 30 Jahre lang 50 bleiben kannst.
In der Regel werden wir mit hundertprozentiger Organfunktion geboren: 100 Prozent Leistungsfähigkeit des Gehirns, der Leber, der Bauchspeicheldrüse, der Nieren, des Darms, und vieles mehr. Zudem haben wir in der Kindheit einen ausgeprägten Bewegungsdrang. Dadurch entwickelt sich unsere Muskulatur, der Stoffwechsel ist gesund und aktiv. Im Alter von circa 30 Jahren ist der Zenit unserer natürlichen Leistungsfähigkeit erreicht. Und dann?
Geht natürliche Alterung mit einem unnatürlichen Verfallsprozess einher?
Nachdem der Zenit mit rund 30 Jahren überschritten ist, beginnt der natürliche Alterungsprozess. Die Haut verliert an Festigkeit, Haare ergrauen, die maximale Herzfrequenz sinkt und der Muskelanteil nimmt kontinuierlich ab. In der westlichen Welt gesellt sich zum natürlichen Alterungsprozess der unnatürliche Verfallsprozess: Übergewicht, Insulinresistenz, Bluthochdruck, das metabolische Syndrom und chronische Entzündungen werden meist nur symptomatisch behandelt. Zudem verursachen diese Symptome keine Schmerzen, und man verspürt keinen Leidensdruck etwas zu verändern.
Kommt der Herzinfarkt aus heiterem Himmel?
Andere, eher spürbare Symptome wie regelmäßig auftretende Nacken- und Schulterverspannungen oder Rücken- oder Gelenkschmerzen sind ebenso Anzeichen eines langsamen Verfalls wie Konzentrationsschwierigkeiten gepaart mit einer zunehmenden Müdigkeit. Erst wenn wir bei 30 Prozent unserer Leistungsfähigkeit angekommen sind, kommen – vermeintlich aus heiterem Himmel – der Schlaganfall, Herzinfarkt, Bandscheibenvorfall, Diabetes, Burnout oder Depression. Ab diesem Punkt ist es meist ein weiter, unbequemer Weg zurück zu alter Stärke und Vitalität.
Wo liegen die Ursachen für diese plötzlich auftretenden Probleme?
Eine der Hauptursachen – und das ist wissenschaftlich erwiesen – ist der Bewegungsmangel. Die meisten Erwachsenen sitzen von morgens bis abends: am Tisch beim Essen, auf dem Weg zur Arbeit, bei der Arbeit, und abends auf dem Sofa wird die Haltung nicht besser. Das hat nicht nur negative Auswirkungen auf Wirbelsäule, Hüft- und Kniegelenke, sondern auch einen fortschreitenden Muskelverlust zur Folge. So ist zum Beispiel bei vielen Männern mittleren Alters der Gesäßmuskel kaum noch vorhanden. Ungünstige Ernährung ist ein weiterer wichtiger Faktor. Zu viel vom Falschen, zu oft am Tag, der Blutzuckerspiegel fährt permanent Achterbahn. Dazu kommen die tägliche Informationsflut und permanente Erreichbarkeit, berufliche und familiäre Verpflichtungen und eine mit zusätzlichen Aktivitäten vollgestopfte „freie“ Zeit – Stress pur!
Wie erreichst du wieder mehr Vitalität?
Wie entkommen wir dieser Spirale, finden zurück zu Lebenskraft und integrieren mehr Energiespender in unser Leben? Ich nenne dir hier sieben Schritte, mit denen du nicht nur körperlich, sondern auch geistig und seelisch deine natürliche Leistungsfähigkeit steigern und sichern kannst:
Körperliche Fitness ist das Fundament – wie sorgst du dafür?
Sorge zunächst für Schmerzfreiheit, spüre deine Schwachstellen auf und bearbeite diese gezielt. Zwei bis dreimal Krafttraining pro Woche erhöht deinen Muskelanteil immens – da reichen auch kurze intensive Einheiten. Ein bis zwei Ausdauereinheiten aktivieren deinen Fettstoffwechsel. Fortgeschrittene erzielen mit einem HIIT (High Intensity Intervall Training) große Fortschritte. Und: Pflege deine Faszien und Muskeln, eine tägliche Routine mit der Faszienrolle klappt auch beim Fernsehen.
Was kannst du für eine gute Schlafhygiene tun?
Zu einer guten Schlafhygiene gehören ein dunkles und ruhiges Schlafzimmer ohne W-LAN, eine feste Matratze und ein auf Ihre Schlafposition abgestimmtes Kissen sowie kühle frische Luft. Vermeide mit Anbruch der Dunkelheit Blaulicht (Laptop, Smartphone, TV) oder verwende einen Blaulichtfilter. Schlafe mindestens vier, besser fünf Schlafzyklen (je circa 90 Minuten) und gehe möglichst immer zur gleichen Uhrzeit ins Bett.
Was gehört zu einer guten Ernährung?
Deine Ernährung muss nicht perfekt sein, sondern sollte auf folgenden Grundsätzen basieren: Pro Woche nimm maximal 21 Mahlzeiten zu dir (Apfelschorle oder Cappuccino zählen als Mahlzeit)! Vermeide Zwischensnacks und gönne deinem Blutzucker eine Pause. Iss zu jeder Mahlzeit Eiweiß und erhöhe deinen Gemüse- und Salatanteil.
Wie entspannst du gut?
Atme zum Beispiel ganz bewusst eine bis fünf Minuten in den Bauch. Nutze die Mittagspause für einen Spaziergang und nimm aufmerksam deine Umgebung wahr. Auch deine Mahlzeit solltest du ohne Ablenkung einnehmen. Beim „Bodyscan“ versuche, im Sitzen deinen Körper ganz bewusst vom Fuß bis zum Kopf wahrzunehmen.
Wie machen deine inneren Antreiber dich zufriedener?
Deine persönlichen 16 Lebensmotive bringen Leichtigkeit und Zufriedenheit in dein Leben! Diese inneren Antreiber lassen sich mit wissenschaftlich validierten Fragebögen herausfinden. Statt einer „weg von-“ solltest du eine „hin zu-“ Motivation ableiten. Angetrieben von deinen wirklich wichtigen Motiven, kannst du dein selbst gestecktes Ziel mit Leichtigkeit erreichen und eine höhere Zufriedenheit spüren.
Wie beeinflussen negative und positive Glaubenssätze dein Leben?
Kennst du deine negativen Glaubenssätze? Spüre diese negativen Glaubenssätze auf, und verändere den Satz, indem du zum Beispiel mindestens 20 Lösungsansätze zu deinem Problem findest oder den Glaubenssatz in die Vergangenheit setzt. Wenn du die Formulierung umdrehst, wirst du wissen, was du in Zukunft glauben solltest. So erhältst du einen positiven Glaubenssatz, den du als Affirmation nutzen kannst.
Hast du schon mal über deine Lebensvision nachgedacht?
Kennst du dein „warum“? Wo stehst du aktuell in dem Lebensbereich, indem du etwas verändern willst, und wo willst du hin? Willst du es wirklich, wirklich, wirklich erreichen? Du bist selbst verantwortlich für dein Ziel, also liegt es an dir, jetzt anzufangen. Nur heute – nicht morgen, sondern immer nur heute. Der wichtigste Schritt ist der erste: anzufangen, bevor der oben beschriebene 30-Prozent-Fall eintritt. Das funktioniert, wenn man ein motivierendes Ziel gefunden hat. Die sieben Schritte haben keine vorgegebene Reihenfolge, vielmehr Möglichkeiten und Ansätze, die Leistungsfähigkeit bis ins Alter hoch zu halten. 30 Jahre 50 zu bleiben ist demnach eine persönliche Meisterschaft, die aus eigenem Antrieb erreichbar ist.