Krafttraining steht bei mir ganz klar auf Platz 1. Am liebsten trainiere ich mit freien Gewichten, mittlerweile aber genauso gerne an Maschinen, beides hat seinen Platz. Danach kommt das Laufen. Vor ein paar Jahren eher kurze und intensive Einheiten, also (Berg-) Sprints, heute reizen mich längere Distanzen deutlich mehr. Wenn ich den Kopf freibekommen möchte, steige ich aufs Mountainbike. Da geht es nicht um Zeiten oder Leistung, sondern einfach darum, draußen zu sein. Wandern, Skifahren und Langlauf gehören ebenfalls dazu, leider viel seltener, als ich es gerne hätte.
Kniebeugen, Rudern und Bankdrücken gehören für mich ganz klar zu den effektivsten Übungen. Natürlich in verschiedenen Varianten, je nach Ziel und körperlichen Voraussetzungen. Sie trainieren viele Muskelgruppen gleichzeitig und liefern mit vergleichsweise wenig Aufwand einen großen Trainingseffekt. Genau das passt auch zu meiner Philosophie: einfache Übungen mit möglichst viel Wirkung.
Was hat dich zu diesem Beruf gebracht?
Meine eigene Geschichte. Als Jugendlicher war ich selbst übergewichtig und habe erlebt, wie sehr Gesundheit die Lebensqualität beeinflusst. Irgendwann wurde aus dem Wunsch, mich selbst zu verändern, die Leidenschaft, andere auf diesem Weg zu begleiten.
Wie bleibst du fachlich auf dem aktuellen Stand?
Ich bilde mich regelmäßig weiter, lese Fachliteratur und tausche mich mit anderen Trainern, welche absolute Experten auf ihrem jeweiligen Fachgebiet sind, aber auch mit Medizinern, Heilpraktikern und anderen Experten aus. Das Wichtigste lerne ich aber jeden Tag in der Praxis, gemeinsam mit unseren Klienten.
Was macht für dich ein gutes Personal Training aus?
Ein gutes Personal Training passt sich dem Menschen an dem jeweiligen Tag an, nicht umgekehrt. Es geht nicht darum, jemanden nur auszupowern, sondern ihn langfristig stärker, gesünder und selbstständiger zu machen.
Was geht mit gutem Personal Training leichter als alleine im Studio oder in der Gruppe?
Du verschwendest deutlich weniger Zeit mit Ausprobieren. Technik, Trainingsplanung und Accountability übernehmen wir, sodass du dich auf das konzentrieren kannst, was wirklich zählt.
Wie motivierst du Kunden, die sich eher „schwer“ tun?
Motivation ist völlig überschätzt. Viel wichtiger sind kleine Erfolge und ein Plan, der wirklich in den Alltag passt. Deshalb setzen wir auf einfache Gewohnheiten statt auf Perfektion. Wer erste Fortschritte sieht und merkt, dass Gesundheit nicht kompliziert sein muss, bleibt ganz von alleine dran.
Was sagst du Menschen, die glauben, sie seien einfach nicht sportlich?
Die meisten Menschen sind nicht unsportlich, sie hatten bisher nur noch keinen Weg gefunden, der zu ihrem Leben passt. Solche Glaubenssätze lösen wir auf. Niemand muss sechs Mal pro Woche trainieren oder "clean" essen. Mit einem individuellen Trainings- und Ernährungskonzept kann jeder nachhaltige Fortschritte erzielen.
Was unterscheidet dich von anderen im Personal Training?
Ich glaube, dass die Fitnessbranche Gesundheit unnötig kompliziert gemacht hat. Immer neue Trainingsmethoden, Ernährungskonzepte und vermeintliche Wundermittel. Meine Erfahrung zeigt aber, dass die meisten Menschen nicht mehr Informationen brauchen, sondern Einfachheit. Deshalb entwickeln wir keine komplizierten Pläne, sondern effiziente Lösungen, die auch an einem stressigen Mittwoch funktionieren. Genau deshalb hören wir von unseren Klienten immer wieder denselben Satz: "Ich hätte nie gedacht, dass es so einfach sein kann."
Welche Rolle spielt Ernährung bei deinem Training?
Training ist wichtig. Ernährung entscheidet aber darüber, ob jemand sein Ziel erreicht oder nicht. Ich möchte, dass meine Klienten verstehen, warum sie etwas tun und wie sie ihre Ernährung so gestalten können, dass sie dauerhaft in ihren Alltag passt. Denn die beste Ernährung bringt nichts, wenn sie nur drei Wochen funktioniert.
Welche digitalen Helfer (Apps, Online-Coaching, Wearables) setzt du im Training ein?
Unsere Klienten nutzen unsere Coaching-App für Trainingspläne, Ernährungsprotokolle, Check-ins und den direkten Austausch mit uns. Das ersetzt aber niemals den persönlichen Kontakt. Die App sorgt für Struktur, die eigentliche Veränderung entsteht durch die individuelle Begleitung.
Wie gehst du im Training mit Stress, Erschöpfung und Regeneration um?
Früher war ich der Typ: Viel hilft viel. Heute sehe ich das komplett anders. Wenn ich merke, dass mein Körper Erholung braucht oder der Alltag gerade extrem stressig ist, passe ich mein Training bewusst an. Regeneration gehört für mich genauso zum Training wie die Belastung selbst. Regelmäßige Recovery Maßnahmen wie Massagen, Sauna oder Stretching sind fester Bestandteil meines Alltages.
Beschreibe das Spektrum deiner Trainingsformen und -Methoden.
Mein Schwerpunkt liegt auf effektivem Krafttraining kombiniert mit alltagstauglicher Bewegung und einer Ernährung, die langfristig funktioniert. Statt ständig neuen Trends hinterherzulaufen, konzentriere ich mich auf Methoden, die sich seit Jahren bewährt haben und individuell angepasst werden können.
Wie profitieren Kunden von deinen Zusatzausbildungen?
Entscheidend ist meiner Meinung nach nicht, möglichst viele Zertifikate an der Wand hängen zu haben, sondern für jeden Menschen die passende Lösung zu finden. Genau deshalb verbinde ich Fachwissen mit den Erfahrungen aus der täglichen Arbeit mit unseren Klienten.
Kommen Kunden mit speziellen Problemen zu dir – körperlich oder mental? Welche?
Ja. Viele unserer Klienten kommen mit Übergewicht, wenig Energie, schlechten Blutwerten, Rückenbeschwerden oder dem Wunsch, endlich wieder regelmäßig Sport zu treiben. Dabei begleiten wir insbesondere Unternehmer, Führungskräfte und Menschen mit Verantwortung, die trotz voller Terminkalender ihre Gesundheit nachhaltig verbessern möchten.
Was sind deine wichtigsten Erkenntnisse der letzten Jahre?
Die meisten Menschen wissen grundsätzlich, was gesund ist. Sie brauchen niemanden, der ihnen noch mehr Informationen gibt, sondern jemanden, der ihnen hilft, diese dauerhaft umzusetzen.
Was für Ziele haben deine Kunden typischerweise?
Natürlich möchten viele meiner Klienten Körperfett verlieren und etwas Muskeln aufbauen, um besser auszusehen. Dahinter steckt aber fast immer ein viel größeres Ziel. Sie möchten sich wieder wohl in ihrem Körper fühlen, morgens mit mehr Energie aufstehen und das gute Gefühl haben, ihre Gesundheit endlich wieder selbst im Griff zu haben.
Welche mentalen Techniken setzt du im Training ein oder empfiehlst du?
Motivation kommt und geht. Gute Routinen bleiben. Deshalb setzen wir auf kleine Veränderungen, die sich dauerhaft in den Alltag integrieren lassen.
Welche Eigenschaften sind in diesem Beruf am wichtigsten?
Fachwissen ist wichtig. Noch wichtiger ist aber, Menschen wirklich zuzuhören und lesen zu können. Jeder bringt andere Voraussetzungen, Erfahrungen und Herausforderungen mit. Wer nur Standardpläne verteilt, wird dieser Verantwortung nicht gerecht.
Welche Tipps gibst du Kunden, damit gesunde Ernährung im Alltag dauerhaft funktioniert?
Mach gesunde Ernährung nicht komplizierter, als sie sein muss. Konzentriere dich auf wenige Dinge, die du dauerhaft umsetzen kannst. Regelmäßige Mahlzeiten, ausreichend Eiweiß, viel Gemüse und Bewegung im Alltag bringen langfristig deutlich mehr als die nächste, verrückt klingende Ernährungsform.
Wie läuft ein typisches Erstgespräch oder eine Probestunde bei dir ab?
Zuerst möchte ich verstehen, wo du gerade stehst, welche Ziele du hast und welche Herausforderungen dich bisher ausgebremst haben. Erst danach entwickeln wir gemeinsam einen realistischen Fahrplan für Training, Ernährung und deinen Alltag.
Wie kombinierst du Online-Coaching und Präsenz-Training?
Personal Training eignet sich perfekt, um Technik, Bewegungsabläufe und individuelle Schwerpunkte zu erarbeiten. Die eigentliche Veränderung entsteht aber zwischen den Terminen. Deshalb kombinieren wir persönliche Einheiten mit einer engen Online-Betreuung, damit unsere Klienten auch im Alltag dauerhaft begleitet werden.
Wie begleitest du Kunden nach Verletzung, OP oder längerer Pause zurück ins Training?
Mit Geduld statt Ego. Nach einer Verletzung oder OP geht es nicht darum, möglichst schnell wieder dort anzuknüpfen, wo man aufgehört hat. Es geht darum, Vertrauen in den eigenen Körper zurückzugewinnen. Deshalb steigern wir Belastung Schritt für Schritt und passen das Training an die aktuelle Situation an, nicht an das, was früher einmal möglich war.
Trainierst du Frauen in besonderen Lebensphasen wie Schwangerschaft oder Wechseljahren?
Ja. Gerade in den Wechseljahren oder nach einer Schwangerschaft verändert sich der Körper spürbar. Training und Ernährung sollten sich diesen Veränderungen anpassen und nicht nach einem Standardplan ablaufen. Gemeinsam mit meiner Frau Lea, welche in diesen Gebieten Expertin ist, begleiten wir Frauen individuell und mit viel Verständnis für ihre jeweilige Lebensphase, gerade in der Perimenopause.
Wie sieht Training mit Kunden 60+ bei dir aus?
Mit 60 muss niemand trainieren wie mit 30. Gleichzeitig ist es nie zu spät, stärker zu werden. Der Fokus liegt auf Kraft, Beweglichkeit, Gleichgewicht und einem Körper, der den Alltag möglichst lange selbstständig meistert. Genau das verstehe ich unter gesundem Altern.
Bietest du Kurse oder Konzepte mit Krankenkassen-Bezuschussung an?
Nein. Ich arbeite bewusst mit meinem Konzept und Haltung im 1:1- und Kleingruppenbereich, weil ich überzeugt bin, dass nachhaltige Veränderungen durch individuelle Betreuung entstehen und nicht durch standardisierte, nicht individualisierte Programme.
Wo trainierst du am liebsten – Studio, draußen, beim Kunden? Warum?
Am liebsten dort, wo meine Klienten ihre Ziele am besten erreichen. Das kann im Studio sein, beim Kunden zuhause oder auch online. Entscheidend ist für mich nicht der Ort, sondern dass das Training dauerhaft in den Alltag passt.
Wie machst du den Trainingsfortschritt deiner Kunden sichtbar und messbar?
Die Waage erzählt nur einen kleinen Teil der Geschichte. Deshalb schauen wir uns deutlich mehr an. Körperfett, Muskelmasse, Umfänge, Kraftentwicklung, Fotos und vor allem, wie du dich im Alltag fühlst. Oft merken unsere Klienten schon deutlich mehr Energie oder sitzen wieder lockerer in der Lieblingsjeans, obwohl sich auf der Waage kaum etwas getan hat. Genau deshalb messen wir Fortschritt nicht an einer einzigen Zahl.
Wie hilfst du Kunden, die Trainingserfolge langfristig zu halten und in den Alltag zu integrieren?
Viele Menschen können acht, oder auch mal 16 Wochen diszipliniert sein und Pläne befolgen. Die eigentliche Herausforderung beginnt danach. Genau deshalb endet unsere Zusammenarbeit nicht bei einem DIY-Trainingsplan oder einer Ernährungsstrategie. Wir verändern Schritt für Schritt Gewohnheiten, bis sie so selbstverständlich werden, dass man gar nicht mehr darüber nachdenken muss. Erst dann ist ein Coaching für mich wirklich erfolgreich.
Wie häufig und wie lange trainieren deine Kunden typischerweise mit dir?
Das hängt immer von den Zielen und dem Alltag meiner Klienten ab. In den meisten Fällen reichen zwei bis drei Krafttrainings pro Woche mit jeweils 45 bis 60 Minuten völlig aus, um hervorragende Ergebnisse zu erzielen.
Wir begleiten unsere Klienten in der Regel über sechs bis zwölf Monate, denn echte Veränderungen entstehen nicht in sechs Wochen, sondern durch die Umsetzung konsequenter Gewohnheiten.
Welche typischen Verletzungen oder Beschwerden begegnen dir am häufigsten? Wie gehst du damit um?
Am häufigsten begleiten mich Rücken-, Schulter- oder Kniebeschwerden sowie Einschränkungen nach längeren Trainingspausen. Mein Anspruch ist nicht, Diagnosen zu stellen oder Beschwerden nur eigenständig zu behandeln. Stattdessen passe ich das Training individuell an und arbeite – wenn nötig – eng mit Ärzten, Heilpraktiker oder Therapeuten zusammen.
Julian, danke dir für das Interview. Wir von PersonalFitness wünschen dir weiterhin ganz viel Erfolg!