Schon die Oma mahnte: "Ohne Schal und Mütze gehst du nicht aus dem Haus!". Im Prinzip hatte die gute Granny ja recht – Kälte schwächt das Immunsystem. Gerade Sportler riskieren dann, sich aufgrund des sogenannten "Open-Window"-Phänomens, einen Infekt einzufangen. Insbesondere ambitionierte Wintersportler oder Gebirgswanderer unterschätzen die Gefahren einer Unterkühlung beim Wintersport. Daher sollte man sich vorher gut über folgende Fakten informieren:
- Ist Training in der Kälte schlecht für das Immunsystem?
- Hat Training in der Kälte positive Wirkungen?
- Was sind die Gefahren bei Training im Winter?
- Wie erkennt man Unterkühlung / Hyperthermie?
- Was hilft gegen Unterkühlung?
- Was sind die 3 wichtigsten Tipps für Training in der Kälte?
- Wie verläuft Personal Training im Winter?
Ist Training in der Kälte schlecht für das Immunsystem?
Ist der trainierende Körper unterkühlt – wenn seine Körperkerntemperatur also unter 35 Grad Celsius fällt – ist das eine hohe Belastung für den Kreislauf. Durch die eingeschränkte Zirkulation der Körperflüssigkeiten kann die Abwehr des Immunsystems beim Eindringen von Krankheitserregern nicht mehr effektiv funktionieren. Bei körperlicher Aktivität steigt zudem die Atemfrequenz. Die Folge: Durch Verdunstung trocknen bei Kälte die Schleimhäute aus. Und eine trockene Schleimhaut ist für die Krankheitserreger leider eine leichte Barriere. Aber ein regelmäßiges, behutsames Outdoortraining – ob Walking, Laufen, Functional Training oder Jogging – bei Kälte kann auch positive Auswirkungen auf das Immunsystem haben.
Hat Training in der Kälte auch positive Wirkungen?
2009 kam eine Studie der Universität Saarbrücken zu folgendem Ergebnis: Durch Kälteeinwirkung kann eine zehn bis 20 prozentige Steigerung der Leistungsfähigkeit bei Laufathleten erreicht werden. Auch auf eine beschleunigte Regeneration nach intensivem Training oder Wettkämpfen gibt es zahlreiche Hinweise. Seit Langem schon wird Kälte direkt nach Verletzungen oder zur Behandlung von Rheuma eingesetzt. Zudem wird an der frischen Luft gut das Fett verbrannt.
Was sind die Gefahren bei Training im Winter?
Kälte kann – dosiert eingesetzt – für den Sportler nützlich sein, um die Leistung zu verbessern oder Verletzungen zu minimieren. Allerdings birgt Kälte auch einige Gefahren in sich. Genauso wie Hitze und Verbrennungen kann sie sogar gefährlich und tödlich sein. Der Fachbegriff für eine Unterkühlung lautet Hyperthermie. Sie tritt dann ein, wenn die Körperkerntemperatur dauerhaft unter 35 °C fällt.
Wie erkennt man Unterkühlung / Hyperthermie?
Es gibt verschiedene Stadien der Hyperthermie.
1. Erschöpfungsstadium: Dieses Stadium tritt sehr häufig ein, wenn man unter starker körperlicher Belastung nicht mehr genügend körpereigene Wärme produzieren kann und der Körper stetig auskühlt. Dabei sinkt die Körperkerntemperatur auf 32°C – 35°C. Anzeichen sind häufiges starkes Körperzittern, Bewegungsunsicherheiten und starke Ermüdung. Der Betroffene ist allerdings bei klarem Verstand und ansprechbar.
2. Adynamiestadium: Dieses Stadium tritt ein, wenn die Körperkerntemperatur auf 28°C – 32°C fällt. Das Körperzittern ist nicht mehr wahrnehmbar, es kommt zu deutlichen Bewusstseinsstörungen. Der Betroffene hat Ausfallerscheinungen in der Sprache, ist stark verwirrt und sehr stark erschöpft.
3. Lähmungsstadium (Paralyse): Der Betroffene ist bewusstlos. Die Körperkerntemperatur ist auf 24°C – 28°C gefallen. Die Atmung wird sehr langsam, der Puls ist kaum wahrnehmbar und der Blutdruck ist stark gesenkt.
Fällt die Temperatur weiter ab (bis auf 15°C), spricht man von einem "Scheintod". Lebenszeichen wie Atmung, Puls usw. sind kaum noch wahrnehmbar und leicht mit der Todesstarre zu verwechseln. Ist die Körperkerntemperatur unter 15°C gefallen, spricht man von einem Kältetod – die Herzmuskulatur ist 'erfroren' und kann nicht mehr arbeiten.
Was hilft gegen Unterkühlung?
1. Den Betroffenen sofort mit isolierenden Decken, Planen oder Alu-Decken zudecken.
2. Gegen Wind, Feuchtigkeit und Nässe sofort schützen. Dies verhindert eine weitere Auskühlung.
3. Nasse oder durchgeschwitzte Kleidung austauschen oder einfach entfernen.
4. Erfrorene Körperteile ganz langsam und sanft massieren bzw. reiben. Keine ruckartigen und hastigen Bewegungen durchführen.
Eine ausführliche Beschreibung der Erste Hilfe Maßnahmen bei Unterkühlung findest du hier.



