Warum nicht einmal etwas anders als das klasssssische, dynamische Eisen fressen? Isometrisches Training ist eine Variante, bei der du deine Übungen statisch ausführst. Übungen wie die Plank lassen sich auch einfach in deinen Trainingsplan integrieren.
Was du gleich erfahren wirst:
Isometrisches Training ist eine äußerst effektive Methode, um Muskelkraft ohne belastende Bewegungen und Gelenkwinkel zu steigern, wie es hingegen beim konventionellen Krafttraining der Fall sein kann.
Bei isometrischem Training werden die Muskeln statisch in einer Position angespannt, ohne dass sich die Muskellänge ändert. Hierbei kann zum Beispiel Druck gegen einen festen Widerstand oder eine sehr hohe Last aufgebaut werden.
Ein klassisches Beispiel für eine isometrische Ganzkörper-Übung ist die Plank, auch Bretthaltung genannt, bei der man sich in einer Stützposition auf den Unterarmen abstützt und den Körper in einer geraden Linie hält.
Isometrisches Training kann auch mit Hilfsmitteln wie Widerstandsbändern oder Wanddruck ausgeführt werden. Bankdrücken könnte isometrisch ausgeführt werden, indem die Langhantel in die Position mit der größten Muskelspannung geführt und dort gehalten wird, bis der Muskel ermüdet ist. Die "Time under Tension (TUT, Zeit unter Belastung) ist das, worauf es ankommt.
Der größte Vorteil des isometrischen Trainings ist die geringere Belastung der Gelenke im Vergleich zu dynamischen Übungen. Daher empfehle ich dieses Training vor allem Menschen mit Gelenkproblemen oder solchen, die trotz bestimmter Verletzungen ein effektives Krafttraining durchführen wollen.
Isometrisches Training kann zur Steigerung der Maximalkraft und der Kraftausdauer beitragen, aber auch zum Muskelaufbau genutzt werden. Denn der Muskel reagiert vor allem auf die o.g. Time under Tension (s.o) und nicht auf die Wiederholungszahl. Der Muskel muss innerhalb einer bestimmten Zeit, abhängig vom Trainingsziel, zur Ermüdung gebracht werden. Das geht auch durch isometrisches Training.
Isometrisches Training lässt sich außerdem hervorragend zur Stärkung der stabilisierenden Muskulatur nutzen, was wiederum die Gelenkstabilität verbessert und Verletzungen vorbeugt.
Folgende Vorgehensweise empfehle ich dir, um isometrisches Training in deinen Trainingsplan zu integrieren:
Wenn du isometrisches Training nutzen möchtest, um bestimmte Gelenke zu entlasten, ersetze einfach die Übungen, die die betreffenden Gelenke belasten, durch isometrische Varianten. Achte aber bei Kniebeugen mit Zusatzlast darauf, dass dein Kniewinkel größer als 90 Grad bleibt. Denn bei 90 Grad liegt der größte Anpressdruck auf deiner Kniescheibe und belastet diese maximal.
Wenn du einfach mal einen neuen Trainingsreiz ausprobieren möchtest, ersetze jeweils für acht Wochen ein bis zwei Übungen deines bisherigen Plans durch isometrische Varianten.
Isometrisches Training kann äußerst nützlich bei der Rehabilitation von Verletzungen sein. Wie beschrieben, ist isometrisches Training besonders gelenkschonend.
Auch bei kleineren muskulären Verletzungen kann isometrisches Training helfen, den Muskel sanft und progressiv zu belasten, ohne ihn zu überfordern. Da keine explosiven Bewegungen gefordert sind, werden die Muskelfasern geschont.
Für Anfänger empfehle ich folgende isometrische Übungen:
Grundsätzlich kannst du in jeder Trainingseinheit isometrische Übungen einbauen oder auch alle Übungen isometrisch durchführen. Mindestens zwei bis drei Trainingseinheiten pro Woche solltest du konsequent durchziehen, um Ergebnisse zu erzielen.
Wenn du mehr als drei Einheiten pro Woche anpeilst, splitte dein Training auf. Du kannst jede beliebige dynamische Kraftübung in deinem Trainingsplan als isometrische Variante umsetzen. Probiere es doch einmal aus, deinen bisherigen Trainingsplan vollständig isometrisch durchzuführen.
Isometrisches Training ist relativ risikoarm. Es besteht ein gewisses Risiko bei erhöhtem Blutdruck, insbesondere beim Krafttraining mit hohen Lasten. Das liegt daran, dass die Blutgefäße in der Zielmuskulatur durch die hohe Muskelspannung verengt sind und das Blut nicht so leicht fließen kann. Beim dynamischen Krafttraining besteht dieses Risiko für Personen mit Bluthochdruck jedoch ebenso. Daher sollten diese Personen die Intensität eher niedriger halten und die Belastungsdauer dafür etwas erhöhen.
Achte außerdem auf eine gleichmäßige Atmung, um Pressatmung zu vermeiden, die den Blutdruck zusätzlich in die Höhe treiben könnte.
Andrea Ege ist Teil der Redaktion von PersonalFitness.de. Sie bereitet Fachthemen rund um Training, Gesundheit und Bewegung fundiert und verständlich auf – mit einem Blick für Praxisnähe und Relevanz. Ihr Fokus liegt darauf, Wissen so zu vermitteln, dass sowohl Personal Trainer als auch gesundheitsbewusste Menschen konkrete Impulse für ihren Alltag erhalten.