Seit März 2020 hält Corona uns im Atem. Die Bundesregierung reagiert mit signifikanten Einschränkungen unserer Bewegungsfreiheit, um das Virus in den Griff zu bekommen. Auch der Sport unterliegt teils strengen Regeln, die in vielen Sportarten ein Training unmöglich machen. So verständlich die Einschränkungen auch unter dem Gesichtspunkt der Kontaktbeschränkungen sein mögen, so gravierende Auswirkungen haben sie bereits heute auf die physische und psychische Gesundheit. Das Gesundheitssystem wird die Folgen des Lockdowns in den nächsten Jahren deutlich zu spüren bekommen.
Die Zeit des Lockdowns und die Pandemie selbst gehen an uns nicht spurlos vorbei. Ganz konkret bemerken wir bereits jetzt ...
Bewegung fördert unsere physische und psychische Gesundheit und ist essenziell ein Ventil, besonders in außergewöhnlichen Stresssituationen.
In der Steinzeit hat der Mensch auf Stresssituationen entweder mit Kampf oder mit Flucht reagiert und so die stressbedingten Reaktionen des Körpers wieder neutralisiert. Ähnliches machen wir heute, wenn wir Sport treiben. Stresshormone werden abgebaut, Gedanken werden sortiert, der Fokus auf ganz grundlegende Bewegungsmuster des Körpers gelenkt. Diesen Effekt brauchen wir im Moment besonders dringend.
Sport stärkt das Immunsystem. Bewegung an der frischen Luft versorgt uns mit Sauerstoff und Licht. Grundsätzlich bedeutet Sport erstmal Stress für den Körper. Bei einer richtigen Balance zwischen Be- und Entlastung wird der Körper jedoch widerstandsfähiger und reagiert weniger anfällig auf „Angriffe“ von außen.
Körperliche Aktivität hat einen wichtigen Einfluss auf unseren Biorhythmus und auf den Schlaf. Neben dem Tageslicht ist z.B. auch die Bewegung ein Taktgeber. Du kommst abends besser zur Ruhe und schläfst in der Regel länger und tiefer. Die beste Gelegenheit für den Körper sich zu erholen, zu regenerieren und das Immunsystem zu stärken.
Sport leistet neben einer gesunden Ernährung einen wichtigen Beitrag, um unser Gewicht zu halten. Bewegungsmangel korreliert mit vielen Erkrankungen, wie z.B. Adipositas, Diabetes und Herz-Kreislauferkrankungen.
Regelmäßige Bewegung beeinflusst die Lernfähigkeit in großem Maße. Die Kombination aus Homeoffice und Homeschooling, einem alles andere als optimalen Biorhythmus und einer ungesunden Ernährung führen zu Konzentrationsschwierigkeiten und Lerndefiziten.
Neben der Tatsache, dass seitens der Politik die Bedeutung des Sports für das psychische und physische Wohlergehen entweder komplett verkannt oder zumindest ignoriert wird, wird im Bereich Sport nach dem Gießkannenprinzip verfahren.
Sport wird grundsätzlich in seiner so vielseitigen Ausprägung untersagt. Durch eine deutlich differenziertere Betrachtung gäbe es einigen Spielraum. So ist der Laufsport weiterhin erlaubt, im Freien, allein oder maximal mit einer weiteren Person. So gut, so schön. Warum sind aber ähnlich individuelle Sportarten wie Reiten, Tennis, Rudern, Golf oder auch Fußball z.B. in reinem kontaktfreiem Techniktraining nicht möglich? Auch diese Sportarten finden im Freien statt und sind mit nur wenig Aufwand kontaktfrei und mit Abstand durchzuführen. Und das sind nur ein paar Beispiele. Auch die Studios sind in Sachen Hygienevorkehrungen mittlerweile bestens aufgestellt und auch hier ließe sich vielfach Training auf Abstand oder im 1:1-Coaching durchführen.
Durch die großen Einschränkungen suchen sich viele Menschen, Jugendliche und Erwachsene, Alternativen – die Freizeit ist durch den Lockdown nicht weniger, sondern eher mehr geworden. Diejenigen, die das Glück haben, zu den Läufern zu gehören, sind fein raus. Auch die Radfahrer, wenn das Wetter einigermaßen mitspielt. Kraftsportler brauchen schon ein einigermaßen gut ausgestattetes Homegym und bei Reitern, Golfern oder Tennisspielern sind schnell Grenzen erreicht. Was liegt nun näher, als sich – wie in allen Bereichen – auch hier nach virtuellen Alternativen umzusehen. Computerspiele und Spielkonsolen boomen, haben ihren ganz eigenen Reiz und fesseln die Spieler an den Bildschirm. Mit den bekannten Folgen, angefangen bei Bewegungsarmut über ein oftmals ungesundes Essverhalten bis hin zur Abhängigkeit.
Meiner Meinung nach wird es schwierig werden, diese Menschen nach der Pandemie wieder zu erreichen und für Sport und Bewegung zu begeistern.
Ein großes Problem sehe ich auch bei den Menschen, die grundsätzlich wenig Motivation haben, sich zu bewegen und die hierfür dringend Anreize brauchen. Soziale Kontakte z.B. in Vereinen oder Lauf- und Walkingtreffs sind hier oftmals Motivatoren, die nun wegfallen. Sprechen wir hier nun von Menschen, die mit Erkrankungen wie z.B. Diabetes, Adipositas oder Herz-Kreislauferkrankungen zu kämpfen haben, dann kann man sich die Folgen leicht vorstellen und die sind dramatisch.
Wie lange die Einschränkungen noch dauern werden, das ist schwer abzuschätzen. Für größerer Lockerungen wird nun ein Inzidenzwert von 35/100.000 Einwohner als Schwelle herangezogen. Man muss aber dazusagen, dass das Thema Sport in den Beratungen bislang anscheinend keine nennenswerte Rolle gespielt hat – der Profisport mal ausgenommen.
Welche Lobby der Breitensport hat, bleibt abzuwarten.
Ich würde mir, auch wenn der Fokus der Politik aktuell auf anderen Bereichen liegt, ein detaillierteres Herangehen an der Bereich Sport wünschen. Sicher ist das mit Arbeit verbunden, da die vielen unterschiedlichen Sportarten intensiv betrachtet und für die jeweiligen Rahmenbedingungen individuelle Konzepte erarbeitet werden müssen.
Vor dem Hintergrund der Bedeutung von Sport und Bewegung für unsere Gesundheit, aktuell wichtiger denn je, ist dieser Schritt aus meiner Sicht aber unerlässlich. So, wie es aktuell läuft, tun wir uns keinen Gefallen. Weder heute, noch in Zukunft.
Auch heute musst du den Kopf nicht in den Sand stecken! Es gibt einige Möglichkeiten, wie du auch jetzt in Bewegung bleiben und einen gesunden Lebensstil führen kannst.
Das Thema Sport und Bewegung wurde aus meiner Sicht zu undifferenziert betrachtet und zu leichtfertig wurde dieser Bereich von der Politik quasi lahmgelegt. Die Folgen für die Gesundheit sind dramatisch und werden sich erst in der Zeit nach dem Lockdown in voller Ausprägung zeigen.
Wie in fast allen Lebensbereichen kommt es sehr auf die Motivation und den Einsatz jedes Einzelnen an, das beste aus der Situation zu machen. Das fällt dem einen leichter, für andere ist es quasi unmöglich. Gerade Menschen, die sich auf Grund von Vorerkrankungen mit Bewegung schwertun, werden hier noch mehr abgehängt.
Wie wichtig ein gesundes Immunsystem in der aktuellen Situation ist, das hören wir immer wieder. Die Bedeutung, die dem Sport hier zukommt, spiegelt sich in den Verordnungen zu wenig wider.
Ich wünsche mir, dass der Sport baldmöglichst als Chance und nicht als Risiko betrachtet wird und hoffe, dass der Zug nicht an vielen Stellen bereits abgefahren ist und ganz viele Menschen auf dem Bahnsteig zurückgelassen hat.
Diesen Artikel über „Corona Lockdown“ hat Andrea von Horn geschrieben – Personal Trainerin aus Essen.
Warum Kunden gerne mit Andrea trainieren
Viele loben Andreas ausgeprägte Analysefähigkeiten bei Lauftechnik und Bewegungsabläufen. Häufig wird betont, dass ihre Trainingspläne individuell, strukturie rt und zielgerichtet sind und schnelle Fortschritte ermöglichen. Einige berichten von Rehabilitationserfolgen wie besserer Balance und wiedergewonnener Fitness. Häufig hervorgehoben werden ihre Einfühlsamkeit, Verlässlichkeit und die Freude am Training.
Andrea von Horn arbeitet als Personal Trainerin für Einsteiger und Fortgeschrittene, Lauf- und Triathlontrainerin sowie Expertin für die Vorbereitung auf Operationen und den Einstieg in den Sport nach OPs und Verletzungen (Pre-/Rehabilitation) in Essen und Umgebung. In ihrem Training vermittelt sie neben fundiertem Wissen vor allem Begeisterung und Motivation und gibt ihre Freude an Bewegung uneingeschränkt weiter. Ihre große Stärke ist es, jeden Menschen als Persönlichkeit zu sehen und mit großem Einfühlungsvermögen individuell zu fördern.... mehr über den Trainer
Schon mal Personal Training probiert?