Selbst wenn ich (nur) als Zuschauer im Stadion ein Fußballspiel verfolge, kann ich nicht von Passivität sprechen. Denn die Emotionen führen zu vielen kleinen Workouts, die sich aus Sprüngen, Kniebeugen und Gesangesübungen zusammensetzen, die die Lunge stärken. Also von Fernsehsport kann noch keine Rede sein. Ich mag sehr viel, wenn es abwechslungsreich ist, da variables Training umfassender wirkt. Es kann durchaus ein Badmintonmatch, ein Crosslauf im Wald, ein Boxtraining, eine "zünftige" Kraftsession, mit oder ohne Equipment, oder auch ein ruhiges Stretching sein.
Ja erheblich, denn aus einem jugendlichen Hobbysportler wurde ein "Teilzeitmentor" für Freunde, Kollegen und Bekannte mit sportlichen Ambitionen und folglich ist der Sport für mich zum Beruf mit Passion geworden. Ich habe dem Sport unendlich viele schöne, ja glückliche Momente in meinem Leben zu verdanken.
Welche sportlichen Trends findest du derzeit spannend?
Spannend finde ich, dass ein Trend häufig altes Trainingswissen beinhaltet, dass unter welchem Pseudonym auch immer irgendwann wiederkehrt. Wenn man bedenkt das die Shaolin Mönche schon um 500 n.Chr. täglich stundenlang "Functional Fitness" trainert haben, oder die Kugelhantel heute "Kettlebell", schon Ende des 19.Jh. bei Kraftsportlern in Deutschland ihren Platz hatte, dann zeigt das, modern ist seit langer Zeit immer das, was tatsächlich wirksam ist.
Wie motivierst du dich selbst, wenn die Lust mal fehlt?
Die Freude und Genugtuung diesen Beruf ausführen zu dürfen, ja leben zu können, um anderen Menschen zu helfen ist Motivation genug.
Was hat dich zu diesem Beruf gebracht?
Ich kannte den Begriff "Personal Training" vor über 20 Jahren noch nicht, obwohl ich es bereits tat, wenn ich Kollegen und Freunde beim Training half und anleitete.
Was motiviert dich an deinem Beruf?
Coaching bedeutet für mich Menschen dort abzuholen wo sie tatsächlich stehen, um zusammen stabile Brücken zwischen dem hier und heute und ihrem persönlichen Ideal von Morgen zu bauen und stabil zu machen.Der Sportler kommt zu uns weil er sich verbessern möchte. Die ihm sehr bekannten "Defizite" dann noch permanent zu kritisieren ist für mich nicht zielführend.Unsere Aufgabe ist es, mit dem Sportler einen individuellen Lösungsweg in seine Zukunft zu erarbeiten und dabei darf sogar gelacht werden.Es war wohl Antoine de Saint-Exupery der sinngemäß sagte: “Wenn Du willst, daß jemand ein gutes Schiff baut, dann gib ihm kein Werkzeug, sondern wecke in ihm die Sehnsucht nach der endlosen Weite des Meeres.” In diesen Worten ist viel von meiner Vorstellung der Arbeit eines guten Trainers enthalten.
Was macht dir an deinem Beruf am meisten Freude?
Immer wieder die positiven Entwicklungsprozesse meiner Klienten zu beobachten. Dabei machen sogar gelgentliche Umwege Spass, denn mit Geduld und Beharrlichkeit kommt man sicher an das Ziel.
Hattest du mal einen beruflichen Plan B – was wärst du sonst geworden?
Sportjournalist oder Kabarettist, um eine wichtige Botschaft mit Humor zu transportieren.
Wie bleibst du fachlich auf dem aktuellen Stand?
Das Internet ist hilfreich, aber ein klassisches Buch tut es auch. Im TV liebe ich Hintergrundreportagen aus dem Sportleben bezüglich Trainingsmethodik und Mentaltraining.
Was macht für dich ein gutes Personal Training aus?
Ein "gedankliches Warm Up" sollte immer ganz oben auf der Tagesordnung stehen, um zu schauen wie ist die derzeitige Gesamtverfassung des Klienten. Und wenn ich aus dem was ich höre, passende, der Tagesform des Sportlers entsprechende Trainingsmaßnahmen ableite, die inhaltlich und von der Intensität her exakt zwischen Unter -und Überforderung liegen und der Klient mit einem Lächeln dankt, ist es perfekt.
Was geht mit gutem Personal Training leichter als alleine im Studio oder in der Gruppe?
Ich habe lange Zeit auch Gruppenkurse geleitet, das macht Spaß beim Spinning, Hot Iron oder Tae Bo die Gruppendynamik zu spüren. Nur die individuelle Erreichbarkeit der Teilnehmer in der fachlichen Tiefe hat mich nicht immer befriedigt. Man kann Menschen in der Gruppe nicht so zielgerichtet und personenspezifisch coachen wie sie es sich selbst wünschen.
Deine drei größten Stärken?
Treue, Beharrlichkeit, Zuverlässigkeit
Was bringt dich zum Lachen?
Humor der auch dadurch zum Lachen bringt, weil er hilf -und lehrreich ist und man sich selbst erkennen kann. Aber es gibt sicher ganz viele Situationen in denen Lachen deutlich besser ist als Weinen.
Wie sieht für dich ein perfekter Sonntag aus?
Wenn Zeit keine Rolle spielt, ist das ein sehr sehr angenehmes Gefühl und dabei ist "nichts tun" für mich keine verlorene Zeit sondern ein Gewinn.
Wie sieht dein Traumurlaub aus?
Warmes Wetter, gutes Essen, nette Menschen im Umfeld die ebenfalls Zeit haben. Neue Kulturen kennen -und verstehen lernen, lesen, ein kleines Workout, ein Mittagsschläfchen und und und...
Was tust du für deine Entspannung und Regeneration?
Sauna, Thaimassagen, Selbsthypnose
Was für Bücher liest du gerne?
Reportagen wie zB. "Fliegen ohne Flügel" von Tiziano Terzani, aber auch Fachbücher zur Thematik Sport/Psychologie, Belletristik, Krimis, es muss mich erfassen und meine Sinne bereichern...
Welche war die größte Hürde, die du bisher bei der Arbeit mit einem Kunden meistern musstest?
Es sind nicht immer die vielen Kilos, um bei einer Masseinheit zu bleiben. Wenn jemand über 100 Kilo abnehmen möchte und das ist geschehen, dann ist das ein sehr langer Weg! Hier kann es nicht nur um das richtige körperliche Training und um gesunde Mahlzeiten gehen. Den Geist des Sportlers immer wieder neu, anders und impulsgebend zu erreichen, ihn damit aus körperlichen und mentalen "Löchern" zu holen, das war sicher eine große Herausforderung die wir aber letztlich im Teamwork zusammen gemeistert haben.
Wie motivierst du Kunden, die sich eher „schwer“ tun?
Wir halten uns nicht zu lange mit den Problemen auf, sondern wir suchen nach Lösungen wie es gehen kann. Über Probleme reden bringt Probleme, über Lösungen reden bringt Lösungen. Denn lösungsorientiert Denken führt zu richtigen Handlungen. Und dann ist es besser, sich auch die kleinen Erfolge vor Augen zu halten, als sich ständig über noch nicht Erreichtes zu ärgern.
Was sagst du Menschen, die glauben, sie seien einfach nicht sportlich?
Nein! Wir werden als absolute Sportskanonen geboren! Wir geben es auch nach hunderten von Fehlversuchen als Kleinkinder nicht auf, auf eigenen Beinen stehen zu wollen, um mit diesen auch zu laufen. Leider werden oft einige falsche Glaubenssätze bei Menschen im Unterbewußtsein abgespeichert, die da lauten: "das kannst du nicht"! Aus diesen Glaubenssätzen wird dann Passivität und scheinbare Unsportlichkeit. Aber dafür gibt es uns ja, diesen Menschen zu zeigen was sie alles leisten können, so dass daraus neue Glaubenssätze entstehen: "ich kann es"!
Welcher war dein größter Erfolg beim Training mit Kunden?
Das ist sehr schwer zu sagen, alle Erfolge, in welchem Bereich auch immer, haben ihre spezielle Qualität. Vor allem dann, wenn der Klient sein individuelles Ziel erreicht hat, dann ist es immer wieder "der größte Erfolg"! Da mag ich nicht werten, hier der größte und da der kleinste Erfolg. Aber wenn Menschen durch unser Training weniger oder keine Schmerzen mehr haben, dann ist das sicher immer was ganz besonderes.
Welcher war dein schönster Moment im Umgang mit Kunden?
Freudentränen sind Ausdruck großen Glücks, dass zu spüren ist ein großes Geschenk!
Robert, danke dir für das Interview. Wir von PersonalFitness wünschen dir weiterhin ganz viel Erfolg!
Mit seiner offenen und wertschätzenden Art schafft er es, in kürzester Zeit eine vertrauensvolle Atmosphäre aufzubauen, in der ehrliche, zutrauliche und konstruktive Gespräche möglich sind. Genau das macht für mich den Unterschied. Vielen Dank für die großartige Unterstützung – ich kann die Zusammenarbeit von Herzen weiterempfehlen!