Das beste Image hat Boxen sicher nicht. Dabei hat es sportlich, strategisch und mental so viel mehr zu bieten als nur tumbes Draufhauen. Der Box- und Fitnesstrainer Robert Rode steigt hier für den Sport der harten Kerle „in den Ring“. Vorsicht: Die Gegner des Boxens gehen jetzt besser in Deckung.
Zugegeben, auf den ersten Blick scheint das Thema Boxen schnell abgehandelt zu sein. Wer davon nichts hält, der gesteht in der Regel zumindest dies ein: Box-Training ist wohl das facettenreichste Training überhaupt. Denn ein Training, das koordinative, feinmotorische, schnellkräftige, taktische und ausdauernde Fähigkeiten schult, das ist ja wohl komplett.
Doch kann man darüberhinaus noch etwa vom Boxen lernen? Klar, schlagen und Einstecken, werden Kurz- und Schnellanalytiker antworten. Doch da fängt es schon an. Wer den Sport hierauf reduziert, der oder die hat noch nie ein paar Runden gegen einen Sandsack oder gegen eine Schlagpratze geschlagen. Der oder die kennt Schattenboxen, Kombinations- und Athletiktraining und vor allem Sparring vermutlich nur vom Hörensagen oder aus dem Fernsehen.
Es stimmt, Boxen hatte nicht immer das beste Image und nicht alle Boxer tragen mit ihrem Auftreten oder Stil zu einer Verbesserung desselben bei. Wenn es um den rein sportlichen Aspekt geht, kann man den Kern des Kampsports so auf den Punkt bringen: viel vermeiden und wenig, aber sehr effizient kontern. Darum geht es. Sowohl stilistisch, als auch in der Definition eines guten Boxtrainings oder Kampfes. So zumindest sehe ich es aus meiner eigenen Erfahrung und aus meiner Arbeit als Box- und Fitnesstrainer.
Aber mal ganz ehrlich: Warum wohl wird seit vielen Jahren in der Fitnessbranche das Wissen über die vielen positiven Aspekte aus dem Boxen bzw. Kampfsport liebend gern abgeleitet und in Kursen dem Fitnesskunden angeboten? Warum buchen viele Menschen, die ein individuelles Boxtraining möchten, einen Personal Trainer? Für mich bringt es Gunter Gebauer, Professor für Philosophie und Sportforscher, auf den Punkt: "Boxen bedeutet ja nicht einfach nur Zuschlagen. Die Bedingungen für Erfolg im Boxen sind folgende: eine systematische Lebensführung sowie das so genannte ‚solide Leben’. Und es gehört dazu ein beinhartes Körpertraining. Boxen ist ja ein sehr vielseitiger Sport, bei dem nicht nur die Arme bewegt werden, sondern bei dem auch sehr viel Beinarbeit zu leisten ist. Das bedeutet, die Leute brauchen eine enorme Körperkondition und Ausdauer. Sie müssen, was die Muskulatur angeht, überall ausgebildet sein: Beine, Bauch, natürlich Oberkörper. Sie müssen Kraft besitzen. Einmal eine bullige Kraft zum Zuschlagen, eine richtig schwere Schlagkraft, aber Sie müssen gleichzeitig auch eine schnelle Kraft haben. Sie müssen blitzschnell reagieren können, um sich abzudecken, aber natürlich auch, um einen Schlag anzubringen." Ein ganz schönes Paket an Fähigkeiten also.
Eine ganz andere Ebene, eine soziale, spielt natürlich auch eine zentrale Rolle. Achtung und Respekt, sprich Wertschätzung anderen gegenüber, fließen ganz automatisch ins Training mit ein. Wobei Kontakt mit Sparringspartnern beim Fitness -und Freizeitboxen kein Muss ist.
Was aber ist mit dem Thema „Angst“? Man könnte meinen, ein Boxer kennt keine Angst. Oh doch! Sie ist sogar der von Nichtsportler sehr ähnlich. Aber offenbar haben Boxer andere Werkzeuge, um damit umzugehen. Die Frage, warum Angst überhaupt da ist, halte ich übrigens für sekundär. Warum? Weil die Antwort nichts über die Strategie der Angstbewältigung verraten würde.
Hingegen die Fragestellung WIE Angst bei jedem Einzelnen entsteht, und WIE er damit künftig umgeht, ist schon deutlich hilfreicher. Auf der körperlichen Ebene passiert übrigens folgendes: Die Atmung ist bei direkter Angst beschleunigt, das Herz-Kreislaufsystem wird dadurch enorm mobilisiert. Eine kontrollierte Atmung spielt beim Boxen eine wesentliche Rolle. Denn die Anspannung und Aufregung direkt vor einem Zweikampf, einem Sparring oder im Kampf selbst führen zu einem ungewollt deutlich höheren Puls als vor einem 100-Meter-Lauf. Mit der Mobilisierung beim Boxen geht sehr häufig eine hohe Adrenalinausschüttung einher. Das Adrenalin muss so dosiert in den Körper gelangen, dass es zwar stimuliert, aber nicht völlig blockiert. Vieles funktioniert in diesem Zusammenhang über die Gedankenkontrolle, die im Idealfall in eine Angstüberwindungsstrategie mündet.
Es gibt also sehr viele Gründe, diesen Sport auszuüben. Selbst dann, wenn man nicht oder nicht mehr vor hat, in den Ring zu steigen. Und Box-Training kann in jedem Trainingsplan eine hervorragende und fordernde Abwechslung darstellen. Alle Fakten in der Summe, ist Boxen ein Fitness- aber auch ein Mentaltraining, das Ressourcen aktiviert, die im Alltag sehr nützlich sind.
Mini-Plan: Trainieren Sie 2–3 Mal pro Woche 15–20 Minuten. Starten Sie morgen mit 3 Runden Schattenboxen, übermorgen fügen Sie die Kombi und Beinarbeit hinzu. Steigern Sie jede Woche die Runden um 10–20 Sekunden – bleiben Sie locker und konstant.
Diesen Artikel über „Boxen“ hat Robert Rode geschrieben – Personal Trainer aus Berlin.
Warum Kunden gerne mit Robert trainieren
Viele loben bei Robert vor allem das therapeutische Boxen und seine Verbindung von körperlichem Training mit Selbstreflexion. Häufig wird betont, dass Robert mit seiner ruhigen und wertschätzenden Art schnell einen sicheren Raum schafft, in dem klare Gespräche und neue Perspektiven möglich sind. Einige berichten von mehr Energie, mehr Stabilität, mehr Selbstbewusstsein und spürbaren Fortschritten mit Roberts präziser Begleitung.
Robert weiß aus eigener Erfahrung, wie es ist, wenn das Leben einen in die Ecke des Rings schickt. Vom bewegten Kind über Judo und Kraftsport bis zum Burnout – er hat viele Runden absolviert und gelernt: Man findet den Weg zurück, wenn Kopf und Körper endlich wieder miteinander sprechen. Als der Seelenboxer verbindet er unkonventionelles Training mit mentaler Klarheit – für kreative Köpfe und reflektierte Macherinnen und Macher, die neue Kraft, Ruhe und Stabilität suchen.... mehr über den Trainer
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