Sportler in weißem Handtuch trinkt Wasser aus einer Flasche, um seine Hydratation während des Trainings zu optimieren.

Vor, während und danach So geht richtig trinken im Sport

Wer zu wenig trinkt, macht schneller schlapp. Vor allem, wenn er Sport treibt. Nur: Wie geht denn richtig trinken beim Training? Wann muss ich trinken beim Sport - besser vor, während oder nach dem Training? Und was soll ich trinken bei Sport, was hilft mir bei Muskeln aufbauen? Unser Experte verrät die Antworten.

Was du gleich erfahren wirst:

Was passiert, wenn man beim Sport zu wenig trinkt? 

Beim Training bedeutet Wassermangel Leistungsabfall. Trainierte Sportler können einen gewissen Wassermangel verkraften, aber spätestens bei Schweißverlusten von ein bis zwei Litern muss ausreichend Flüssigkeit zugeführt werden. Ansonsten drohen Schwäche, Muskelkrämpfe, Übelkeit und/oder Störungen der Gehirnfunktionen und eine Beeinträchtigung der sportlichen Leistung.

Wann sollte man beim Training trinken?

Bei Trainingseinheiten oder Wettkämpfen, die länger als eine Stunde dauern, sollte schon während der Aktivität auf eine ausreichende Wasserzufuhr geachtet werden. Viele machen den Fehler, erst bei Durst zu trinken. Der setzt allerdings bei körperlicher Belastung verzögert ein und das kann ein paar Minuten dauern. Daher sollte man trinken, bevor sich der Durst überhaupt bemerkbar macht. Bei hoch intensiven Trainingseinheiten unter einer Stunde, ist es ebenfalls empfehlenswert, die verlorene Flüssigkeit schon während der Aktivität auszugleichen.

Wie schnell wird Wasser vom Körper aufgenommen?

Ganz wichtig zu wissen ist: Die getrunkene Menge ist nicht gleich der vom Körper aufgenommenen Menge! Wasser wird zu einem großen Teil im Dünndarm absorbiert. Wieviel Liter Wasser pro Stunde der Körper aufnehmen kann, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Zum einen von der sogenannten Magenentleerungsrate. Sie bestimmt, wie viel Wasser vom Magen in den Dünndarm weitergeleitet wird. Zum anderen hängt sie von der Zusammensetzung des Getränks ab. Schließlich trinken viele Menschen nicht nur reines Wasser beim Sport.

Wie wirken sich Inhaltsstoffe von Getränken auf die Aufnahme im Körper aus?

Enthält das Getränk mehr als fünf Prozent Glucose, verlangsamt sich die Magenentleerungsrate. Getränke, in denen Haushaltszucker (Saccharose) und ein wasserlösliches Kohlenhydratgemisch (Maltodextrine) anstatt Glucose enthalten ist, haben bis zu einer Konzentration von acht Prozent keine Auswirkung auf die Magenentleerung. Fette und Proteine verlangsamen sie wiederum. Elektrolyte hat nur einen geringen Effekt. Ein Blick auf das Etikett und die Angaben zur Zusammensetzung des Getränks lohnt sich also, um daraus die notwendige Menge Flüssigkeit abzuleiten.

Wie kann man die Aufnahme von Flüssigkeit beim Sport optimieren?

Die Flüssigkeitsabgabe vom Magen in den Dünndarm erfolgt umso schneller, je mehr Flüssigkeit im Magen ist. Deshalb wird empfohlen, schon vor dem Start einer sportlichen Aktivität den „Wassertank“ zu füllen. Eine Flüssigkeitsmenge von 600 ml bzw. 400 ode 500 ml 40 bzw. 20 Minuten vor dem Start ist optimal.

Während der Belastung ist eine Flüssigkeitszufuhr von 200 bis 250 ml alle 15 bis 20 Minuten zu empfehlen. Das hört sich nach recht viel an – und das ist es auch. Aber: Diese Werte sind von der maximalen Magenentleerungsrate abgeleitet und in der Praxis leider nur schwer umsetzbar. Aber gut ist es auf jeden Fall, während dem Training regelmäßig einen großen Schluck zu nehmen, als ständig nur an der Flasche nippen.

Übrigens spielt auch die Temperatur des Getränks eine Rolle. So werden fünf und zehn Grad Celsius als ideal erachtet. Ist es mal frischer oder gar Winter, kann die Temperatur des Getränks auch höher sein.

Was sollte ich beim Training trinken, was nicht?

Das optimale Getränk muss dem Körper schnell Wasser verfügbar machen, also schnell vom Magen in den Dünndarm gelangen und dort schnell absorbiert werden können. Außerdem sollte es Kohlenhydrate liefern, um die Ermüdung hinauszuzögern und Natrium, um den Verlust über den Schweiß auszugleichen.

Daraus ergibt sich folgende Zusammensetzung: Spezielle Sportgetränke sollte hypoton bis isoton sein und eine Kohlenhydratkonzentration von zwei bis acht Prozent sowie einen Natriumgehalt von 400 bis 1100 mg/l haben, wobei eine größere Menge an Saccharose als Glucose enthalten sein darf. Bei der Natriumkonzentration wird eine Menge von 400 bis 800 mg/l empfohlen. Darüber hinaus wird das Getränk geschmacklich zu salzig. Eine Zugabe von einer höheren Konzentration an gelösten Elektrolyten ist nicht erforderlich, schadet aber auch nicht.

Sollte man beim Training Fruchtschorle trinken?

Fruchtsäfte im Verhältnis 1:1 mit natriumreichem Mineralwasser gemischt eignen sich gut, um beim Training Flüssigkeitsverlust und wichtige Mineralstoffe auszugleichen. Da der mit Wasser verdünnte Saft aber Fruchtsäure enthält, wirkt diese sich negativ auf die Wasserabsorption aus. Sie sollte deshalb bei Ausdauerbelastungen mit Wettkampfcharakter nicht getrunken werden. Zudem kann die Fruchtsäure Magenprobleme verursachen.

Was sollen Ausdauersportler trinken?

Für Ausdauerbelastungen empfehlen sich Getränke, die vor allem Maltodextrine und lösliche Stärke enthalten. Bei einer Kohlenhydrat-Konzentration von 17% sind diese Lösungen isoton. Die Wasserabsorbtion entspricht in etwa der von Mineralwasser, ist aber etwas langsamer als bei Fruchtsaftschorle und Co. Dafür liefern sie mehr Energie, wenn auch verzögert.

Leitungswasser und stilles Mineralwasser ohne Kohlenhydrat- und Natriumzusatz sind so genannte hypotone Getränke. Sie liefern vorwiegend Flüssigkeit und weißen einen geringeren osmotischen Druck auf als das Blut. Der Körper des Menschen besteht zwar zu 60 Prozent aus Wasser. Aber beim Ausdauertraining hilft Wasser nur bedingt, da es keine Energie liefert und den Natriumverlust durch Schweiß nicht ausgleicht - was aber zwingend notwendig ist.

Wie sollen Läufer am besten trinken?

Ist der Magen-Darm-Trakt Erschütterungen ausgesetzt, wie beim Laufen, sind diese Trinkmengen nicht geeignet. Hier hat sich bewährt, zwei Stunden vor dem Sport richtig zu trinken, kurz vor der Belastung 150 bis 300 ml und währenddessen alle 15 bis 20 Minuten 150 bis 200 ml. Diese Angaben sind allerdings nur Richtwerte und können individuellen Schwankungen unterliegen. Es ist also wichtig, das Trinken während der Belastung zu üben und einen individuell optimalen Trinkmodus zu entwickeln.

Auf welche Getränke sollte man beim Training verzichten?

Limonade, Cola-Getränke, EnergyDrinks, Fruchtsäfte und Malzbier sind hypertone Getränke. D. h. sie verstärken zunächst noch die Dehydration und das Durstempfinden und sind daher für die Wasserzufuhr während und nach der Belastung nicht geeignet.

Wie gut sind isotonische Getränke? 

Eigentlich weisen isotone Getränke einen Teilchengehalt auf, der dem des Blutes entspricht. Daher sollten solche Getränke leichter vom Körper aufgenommen werden. Allerdings halten nur die wenigsten isotonischen Sportgetränke, was der Name verspricht. Viele sind entgegen ihrer Bezeichnung hyperton, weisen also einen höheren osmotischen Druck auf als das Blut. Zusätze von Mineralstoffen und Vitaminen haben daher keinen Nutzen auf die Wasserabsorbtion, beeinträchtigen aber den Gehalt an Kohlenhydraten, da die Anzahl der Teilchen in isotonischen Getränken durch die Vorgaben definiert sind.

Hohe Konzentrationen an Kalium (mehr als 700 mg pro Liter Flüssigkeit) beeinträchtigen die Leistung, zumal die Konzentration im Blut bei sportlicher Belastung durch Abgabe von Kalium an die Muskelzellen ohnehin schon steigt. Eine zu hohe Konzentration von Magnesium (mehr als 300 mg/l) kann zu Darmproblemen führen. Keinen Sinn macht auch der Zusatz von Fett- oder Aminosäuren, da sie die Magenentleerungsgeschwindigkeit verlangsamen.

Quelle: Schek, A., „Top-Leistung im Sport durch bedürfnisgerechte Ernährung“; Trainerbibliothek 36 (2002); S. 30-41)

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Diesen Artikel über „Vor, während und danach“ hat Stefan Roth geschrieben – Personal Trainer aus Rems-Murr-Kreis.

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Viele loben Stefans abwechslungsreiche Outdoor-Kurse mit ständig wechselnden Übungen und klarer Korrektur der Technik. Häufig wird betont, dass Stefans Training bei jedem Wetter draußen Spaß macht und spürbar zu mehr Fitness, stabilerer Haltung, weniger Knie- und Rückenschmerzen oder sogar Gewichtsverlust führt. Einige berichten auch von maßgeschneiderten Plänen, Alternativübungen und seiner ruhigen, motivierenden Art.

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Stefan Roth

Stefan weiß aus seiner täglichen Arbeit, wie schwer es ist, sich selbst im vollen Kalender Priorität zu geben. Genau deshalb entwickelt er strukturierte, realistische Trainingskonzepte, die wirken. Analytisch, verbindlich und mit klarem Blick für das Wesentliche sorgt er dafür, dass Fortschritt nicht dem Zufall überlassen bleibt. Er ist Diplom-Sportwissenschaftler und begleitet seit 2010 Führungskräfte, die viel leisten und trotzdem gesund, leistungsfähig und klar im Kopf bleiben wollen....

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