100 Kilo Übergewicht und mehr: In der SAT.1-Sendung The Biggest Loser trainiert Silke Kayadelen viele vermeintlich hoffnungslose Fällen. Doch sie ist überzeugt: Wer wirklich abnehmen will, der schafft es auch: Interview, Teil 2.
Personalfitness: Im TV-Abnehmwettbewerb "The Biggest Loser", warst Du regelmäßig als Coach der Kandidaten zu sehen. Was hat Dich an dem Format gereizt, das ja nicht ganz unumstritten ist?
Silke Kayadelen: Vielleicht so viel zu der Kritik an der Sendung: Wenn den Zuschauern nicht ein bisschen was geboten wird, dann schaut doch keiner zu und das Format wird abgesetzt. Das wäre aber ausgesprochen schade. Denn viele der Kandidaten haben über die Show wirklich ihr Leben verändert und sind heute nicht nur dünner, sondern auch glücklicher als zuvor. Und genau das treibt mich an: Menschen zu helfen, fitter, gesunder – und im besten Fall sogar glücklicher zu werden.
Personalfitnes: Dennoch ist "The biggest loser" im wahrsten Sinne des Wortes Arbeit unter erschwerten Bedingungen. Hattest Du vorher schon einmal Kunden in dieser Gewichtsklasse?
Silke Kayadelen: Das nicht. Aber man wächst mit seinen Aufgaben. Zudem habe ich, als ich selbst noch übergewichtig war, auch die Erfahrung machen müssen, dass mich jeder Trainer links liegen ließ. Als Dicker fühlst du dich da schnell wie ein Mensch zweiter Klasse. Einer, vor dem sich die Schlanken ekeln. Das ist ein sehr trauriger Befund. Ich will meinen Kunden deshalb vermitteln: Du bist etwas wert. Und du kannst an dir arbeiten. Auch wenn du heute noch 200 Kilo wiegst.
Personalfitness: Und das klappt?
Silke Kayadelen: Nicht in jedem Fall. Auch bei "The biggest Loser" gibt es Kandidaten, die nach der Sendung in ihre alten Fehler zurückfallen. Aber die positiven Beispiele überwiegen. Nicht nur im Fernsehen, sondern auch bei meiner täglichen Arbeit. Vor nicht allzu langer Zeit habe ich zum Beispiel mit einem dreizehnjährigen Mädchen gearbeitet, das bei unserem ersten Treffen 100 Kilo auf die Waage brachte und kreuzunglücklich war. Erst vergangene Woche hat sie mir ein aktuelles Bild von sich geschickt: in kurzen Hosen, auf dem Weg zum Tanzkurs. Und sie sah gesund und glücklich aus. Das sind die Momente, in denen liebe ich meinen Job besonders.
Personalfitness: Ganz ohne Schinderei ist die Sache mit dem Traumkörper aber leider nicht zu bewerkstelligen, oder?
Silke Kayadelen: Warum muss es denn gleich ein Traumkörper sein? Und was ist das überhaupt? Gesund und fit zu sein ist eine schöne Sache. Aber ich selbst strebe keineswegs danach, auszusehen wie so manche amerikanische Fitness-Maus. Ich bin 45, ich will in Würde altern und meinen Körper in Form halten. Das heißt nicht, dass ich deshalb beim Training nicht manchmal an meine Grenzen gehe (oder meine Kunden an ihre Grenzen bringe). Aber Spaß soll trotzdem noch dabei sein – dann trainiert man nämlich auch gerne und vor allem regelmäßig.
Personalfitness: Und die Sache mit dem Essen?
Silke Kayadelen: Da gibt es eine einfache Regel: Man muss einfach mehr verbrauchen als das, was man isst. Das klappt am besten, wenn man beim Sport vor allem Muskeln aufbaut. Die nämlich verbrennen auch im Schlaf noch Kalorien. Und das ist es doch, was man will….
Sie möchten auch den ersten Teil des Interviews lesen? Bitte sehr: "Entscheidend ist der Spaß an der Sache".
Fotos: appelhagen-management
Linkempfehlung: Teil 1: „Entscheidend ist der Spaß“
Andrea Ege ist Teil der Redaktion von PersonalFitness.de. Sie bereitet Fachthemen rund um Training, Gesundheit und Bewegung fundiert und verständlich auf – mit einem Blick für Praxisnähe und Relevanz. Ihr Fokus liegt darauf, Wissen so zu vermitteln, dass sowohl Personal Trainer als auch gesundheitsbewusste Menschen konkrete Impulse für ihren Alltag erhalten.