Ja, ja, die Sache mit den guten Vorsätzen fürs neue Jahr. Fast jeder startet mit viel Motivation in Richtung Neujahr. Damit daraus was wird, solltest du wissen, was auf dich zukommt: Hier alle Infos über die sechs Phasen der Veränderung – und wie du erkennst, wo du gerade stehst.
Von Geburt an lernt unser Gehirn ständig hinzu und speichert die gemachten Erfahrungen ab. Egal ob extrinsisch oder intrinsisch motivierte Bewegungen, Denkmuster oder Gefühle. Je häufiger sie auftreten, desto stärker werden sie fixiert. Dieses Wissen, spiegelt sich als unsere Gewohnheiten in unseren Handlungen wieder. Und wir kennen sie alle: die Macht der Gewohnheit. Gute und schlechte Gewohnheiten steuern unser Leben.
Positive können die Möglichkeit unterstützen, ein Leben lang gesund und fit zu bleiben. Negative können Krankheiten und Disharmonien verursachen. "Es ist ein Unterschied, ob man den Weg kennt, oder ob man ihn geht!", sagt Morpheus zu Neo in dem Film "Matrix I". Doch wie geht man neue Wege? Und wie können Mental Training oder Coaching und ein Personal Trainer dabei helfen?
Der Wille, etwas bewusst zu tun, zeichnet die Menschen eigentlich aus. Jedoch werden die Menschen heute so stark beeinflusst, dass sie diese besondere Fähigkeiten und Gabe immer mehr verlieren und "Opfer" Ihrer Gewohnheiten werden. Darin gründet sich auch unsere Selbstüberschätzung und -täuschung, fest eingeprägte Gewohnheiten einfach und schnell überwinden zu können. Ein Grund dafür, weshalb Diäten oft nicht helfen, man es doch nicht schafft, mehr Zeit mit Freunden zu verbringen, nach New York zu fliegen oder viele Mitglieder eines Fitnessstudios schnell zu so genannten "Karteileichen" werden.
Dabei sind dauerhafte Veränderungen durchaus möglich, denn wird eine Gewohnheit nicht mehr genutzt, löst sich die Verankerung im Gehirn und die Gewohnheit geht wieder verloren. Und man kann sie durch neue, positive Gewohnheiten ersetzen. Dieser Prozess folgt meist einem Muster, dass aus sechs Phasen besteht. Kennt man diese Phasen, kann es leichter fallen, durch vorsätzliches Handeln den Weg zum neuen Ziel konsequent zu gehen.
Haben Sie die folgenden Sätze schon einmal gehört oder selber gesagt? 'Ich kann jeder Zeit abnehmen – aber ich will nicht!' 'Ich bin Genussraucher und könnte von heute auf morgen damit aufhören, wenn ich wollte.' Diese Beispiele sind typische Sätze, bei denen ein Problem verleugnet wird. Das unterbewusste Abwehrverhalten macht eine Veränderung in dieser Phase unmöglich.
In dieser Phase wird Ihnen Ihr Problem bewusst. Sie kommen zu der Erkenntnis: 'Eigentlich müsste ich etwas tun.' Doch von der Veränderung ist man auch jetzt noch ein ganzes Stück entfernt. Beispiele typischer Gedanken in dieser Phase, die man billigend in Kauf nimmt, sind: 'Wenn ich Diät halte, kann ich nicht mehr mit Familie und Freunden essen gehen...', 'beim rauchen aufhören, nehme ich zu.'
Man jammert, aber man handelt nicht – noch nicht! Es ist eine Phase der Lähmung, die Wochen, Monate oder auch Jahre dauern kann. Wer sie überwinden will, muss gedanklich den nächsten Schritt wagen. Dabei kann Ihnen auch ein Coach helfen. In intensiven Gesprächen erkennen Sie die wahren Ursachen Ihres 'Problems' und beginnen, Ihre Bereitschaft zur Veränderung auszuprägen.
Es gibt zwei Merkmale, die deutlich machen, dass man wirklich bereit ist, zum Beispiel mit einem guten Vorsatz zu Silvester und Neujahr in seinem Leben eine Veränderung vorzunehmen. Man konzentriert sich in seinen Gedanken mehr auf Lösungen statt auf das Problem. Die Gedanken kreisen jetzt mehr um die Zukunft als um die Vergangenheit. Sie sprechen mit Ihrem Coach über positive Visionen der eigenen Zukunft: "Wie werde ich mich gesünder ernähren und dann wohl schlanker aussehen?" "Wie wird es sich anfühlen mindestens einmal pro Woche zu trainieren und dann fitter zu sein?" "Wie werde ich die Arbeit erleben, wenn ich zufriedener und glücklich bin?"
Was Sie jetzt hilfreich wäre, ist Unterstützung und ein Umsetzungsplan. Je konkreter der Plan ist, desto leichter fällt es, aus der relativ sicheren Vorbereitungsphase in die brisante Handlungsphase einzutreten. Diesen Plan entwickeln Sie zum Beispiel gemeinsam mit Ihrem Coach oder Personal Trainer. Er unterstützt Sie, damit das Handeln nicht nur bloßer Aktionismus ist und zu einer dauerhaften Veränderung in Richtung in ein bestimmtes Ziel führt und man dies nicht durch fahrlässiges Handeln verfehlt.
Jetzt gilt es, Rückfälle zu vermeiden. Gefeit davor ist niemand. Die größte Gefahr, die es zu bestehen gilt, ist die Überschätzung der eigenen Willenskraft. Gedanken wie 'Heute brauche ich nicht zu laufen, das mache ich morgen wieder' sind trügerisch. Es ist ein Trick der inneren Stimme alter Gewohnheiten, um wieder Oberhand zu bekommen. Auch wer beispielsweise sein Gewicht reduzieren möchte, sollte jetzt nicht der Versuchung unterliegen, 'ausnahmsweise und nur heute mal' eine Tafel Schokolade zu essen ...
Wenn Sie sich in dieser Phase befinden, haben Sie es in aller Regel geschafft. Die neuen Lebensstrukturen werden als normal und natürlich empfunden. So bereitet Ihnen beispielsweise Ihr neuer Ernährungsstil viel Freude und die sportliche Betätigung ist Ihnen mit intrinsischer Motivation in Fleisch und Blut übergegangen wie das morgendliche Zähneputzen. Glückwunsch!
Andrea Ege ist Teil der Redaktion von PersonalFitness.de. Sie bereitet Fachthemen rund um Training, Gesundheit und Bewegung fundiert und verständlich auf – mit einem Blick für Praxisnähe und Relevanz. Ihr Fokus liegt darauf, Wissen so zu vermitteln, dass sowohl Personal Trainer als auch gesundheitsbewusste Menschen konkrete Impulse für ihren Alltag erhalten.