Eine ausgestreckte Hand mit Fokus auf die Faust symbolisiert Kraft und Entschlossenheit auf dem Weg der Rehabilitation.

Rehabilitation Der Weg eines PTs zurück ins Leben

Kurz nach der Eröffnung seines Personal Training Studios machte ein Motorradunfall Salih Sara zum Invaliden. Trotz Knochenbrüchen, Muskelrissen und Gedächtnisverlust kämpfte er sich zurück und arbeitet jetzt wieder als PT. Im Interview enthüllte uns er seine Regenerationsstrategien.

18.08.2023

Es geschah im Juli 2020, ein paar Monate nachdem der Sportwissenschaftler Salih Sara sein Studio für Personal Training eröffnet hatte: Ein schwerer Motorradunfall machte ihn zum Invaliden. Nach der Verheilung von mehreren Knochenbrüchen, diversen Muskelrissen, einer Lungenkontusion, Gelenkversteifungen, einer Amputation und einem Schädel-Hirn-Trauma mit monatelang andauerndem Gedächtnisverlust kehrte er wieder zurück in das Leben. Schritt für Schritt. Zumindest, so gut es ging. Es war die Regeneration eines angeschlagenen Personal Trainer (und der Wiederaufbau seines Studios), die es in sich hatte. Wir baten Sara Salih zum Interview.

Wir stellten ihm folgende Fragen: 

Welche Herausforderungen hast du während deiner Genesung und Regeneration erlebt?

Ich eröffnete 2020 mein Gesundheitsstudio für Personal Training, Rehasport, Prävention, BGM, Massage, Ernährungsberatung und Online-Coaching in Köln Kalk. Mit dem Unfall ein paar Monate später begann eine Endlosschleife aus gesundheitlichen Problemen. Dann kam Corona und eine Abmahnung von einen Großkonzern wegen dem Studionamen „Healthengineers“. Die Wiedereröffnung nach dem Lockdown steigerte den Stressfaktor extrem. Also fing ich an, Menschen aus meinem privaten als auch geschäftlichen Leben auszusortieren. Gleichzeitig strukturierte ich mein Studio in Richtung Personal Fitness und Rehabilitation um. In dieser Zeit habe ich rund sechs Stunden täglich mit meinen Kunden Sport gemacht und zusätzlich noch selbst an den Geräten trainiert.

Welche konkreten Schritte oder Programme hast du während der Regeneration unternommen, um trotz der Einschränkungen wieder fit zu werden?

Mein konkretes Programm lautet: Ich muss jeden Tag besser werden als am Tag zuvor. Mit besser ist vieles gemeint. Zum Beispiel kann ich mich trotz des Gedächtnisverlusts an meinen ersten Spaziergang auf dem Krankenhausflur erinnern. 17 Schritte, die so schwer waren, dass ich einen Tag lang schlafen musste. Danach habe ich versucht, immer einen Schritt mehr zu gehen. Als studierter Sportwissenschaftler kann ich mir die Gründe gut erklären: Dieser eine Schritt sollte mich täglich in der Kraft stärken. Als professioneller Ernährungsberater sehe ich auch den Grund, warum ich zunächst über 20 Kilogramm zunahm: Die verletzten Strukturen, Zellen, Gewebe und alles am Körper mussten wieder aufgebaut und versorgt werden. Nach dem Abspecken, im März 2023, erschien ich dann als Transformationsmodell in der Mens Health mit Vorher- und Nachherfotos.

Hast du während deiner Genesungsreise Unterstützung von anderen Personen oder Profis erhalten?

Laut meiner Krankenkasse hatte ich weit über 30 unterschiedliche Arzttermine und über 200 Physio- und andere Therapiebesuche. Daneben habe ich mich selbst informiert und weitergebildet. Am meisten hat mir geholfen: Der innere Frieden, Sachen anzunehmen, wie sie kommen und dankbar zu sein, dass ich überlebt habe und für andere da sein kann. Dann gab es natürlich meine Familie, meine Geschwister und alle, die in meinem Studio für mich da waren und es immer noch sind. Nur meine Eltern wissen noch nichts von dem Unfall. Wenn ich sie besuche, verstecke ich immer, so gut es geht, meine Hände. Sie würden mit ihren knapp 80 Jahren wahrscheinlich jetzt noch Herzrasen bekommen, wenn sie es hören würden. Und das möchte ich nicht.

Welche Rolle hat mentales Training bei deiner Genesung und deinem Fortschritt gespielt?

Dafür möchte ich kurz ausholen, um es zu visualisieren: Ich habe keinen Mittelfinger mehr an der rechten Hand. Ich küsse manchmal die fehlende Stelle, heule und sage dabei: ‚Du bist der Grund, warum der Rest nun weiterlebt. Du hast dich für mich geopfert. Ich danke dir!‘  Ich habe so viele Narben am Körper. Ich liebe sie alle. Ohne sie wäre ich nun nicht der, der andere Menschen unterstützt.

Ein Beispiel: Ich betreue teilweise im Personal Training Menschen, die aufgrund von Karzinomen Unmengen an Gewicht zugelegt haben. Dann sagen die Experten: ‚Sie müssen erst abnehmen, damit Sie in die Röhre können. So geht das nicht.‘ Dann fühlen sich diese Menschen eben alleine gelassen. Ich bin zu 100 Prozent für sie da. Ich kenne dieses Gefühl, weil es mir nach dem Unfall genau so ging.

Was hat dich motiviert, während der schwierigen Zeiten dranzubleiben und deine Ziele nicht aufzugeben?

Das Healthengineers-Konzept. Das kam so zustande: Ich hatte bereits Jahre vorher, vor dem Unfall, den kleinen Finger gebrochen und die OP ging schief. Laut Experten würde ich nie wieder eine Faust bilden können. Zu dieser Zeit betrieb ich aktiv Thaiboxen und Kickboxen. Also habe ich intensiv so lange therapiert, bis es doch ging. Ich habe zu- und abgenommen auf eigene Kraft. Ich litt unter grundlosen, intensiven Schwitzattacken, fühlte mich von Ärzten aufgegeben und doch wusste ich mir immer irgendwie selbst zu helfen. Ich bin mit Sport, Ernährung und mentale Kraft ins Leben zurückgekehrt. Diese drei Säulen bilden die Basis für mein Healthengineers-Konzept.

Welche Ratschläge würdest du anderen geben, die ähnliche Herausforderungen bewältigen und ihre Fitness verbessern möchten?

Meine permanenten Probleme mit den Gelenksteifigkeiten und Amputationen vergehen nicht von heute auf morgen. Deshalb sage ich jedes Jahr, wenn ich meine neuen Befunde und Aufnahmen sehe: ‚In fünf Jahren sind diese Schwierigkeiten vorbei und es wird besser sein.‘ So habe ich immer diesen Zeitraum, um zu versuchen, besser zu werden und nicht aufzugeben. Im Bereich Fitness ist das etwas leichter. Dort lautet mein Motto: Liebe dich selbst, setze dich mit dir auseinander, vergleiche dich mit dem gestrigen Tag und versuche besser zu werden als von gestern.

Wie hat deine Erfahrung als Personal Trainer dir geholfen, deinen eigenen Weg zur Genesung zu gestalten?

Ich mag die Mentalität nicht zu sagen ‚Du musst XY Sport machen. Du musst XY Zeit investieren. Du musst XY essen und trinken.‘ Wir müssen gar nichts. Wir müssen uns selbst erst kennen. Uns jeden Tag aufs Neue analysieren. So können wir für den neuen Tag mit besserer Selbsterkenntnis starten. Das ist mein Grund-Konzept als Personal Trainer. So habe ich mich auch selbst angespornt. Ich nehme mein Personal Trainer Dasein als Segen und Mehrwert und danke allen, die mich immer dabei unterstützt haben: meinen Geschwistern, meinem Schwager, meiner Studentin, die so viel geleistet hat, einem Freund, all meinen Praktikanten, meinem Team in meinem Studio und last but not least unseren Studiobesuchern. 

Wie hat sich dein beruflicher Ansatz und Herangehensweise an das Personal Training durch die Erfahrung verändert?

Ich habe ein paar Narben mehr, Brüche viel mehr und sogar fehlende Körperteile und auch einen Grad der Behinderung. Aber dennoch bin ich ein Mensch. Ein Mensch, der Grenzen ausweitet und neue setzt. Auch das sich nach dem Unfall sehr, sehr viele Menschen in meinem Studio angemeldet haben, hat mir Klarheit verschafft, was ich im Leben haben möchte und was nicht.

Wie hat sich deine Einstellung zur Fitness und Gesundheit durch den Unfall verändert?

Fitness und Training ist mein Gebet. So wie gläubige Menschen in Gotteshäuser gehen, so habe ich für mich die Körperarbeit definiert. Anatomie ist meine Liebe, Krankheiten meine engsten Freunde und die Gesundheit meine Lebensmission. Außerdem hilft mir mein Glaube enorm.

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Diesen Artikel über „Rehabilitation“ hat Salih Sara geschrieben – Personal Trainer aus Köln.

Warum Kunden gerne mit Salih trainieren
Salih wird von Kunden als außergewöhnlich engagiert und motivierend beschrieben. Viele berichten, dass sie mit seiner Unterstützung ihre Ziele rechtzeitig erreicht haben und bemerkenswerte Fortschritte verzeichneten. Sein individuell abgestimmter Ernährungsplan wird häufig hervorgehoben und seine Fähigkeit, persönliche Ziele der Kunden zu seinen eigenen zu machen, beeindruckt nachhaltig. Salihs Betreuung führte oft zur Beseitigung von Rückenbeschwerden oder einer Wiederaufnahme sportlicher Aktivitäten nach Verletzungen. Trotz mancher Skepsis bei Trainingsbeginn erkannten viele schnell sein umfassendes Wissen in verschiedenen Bereichen wie Ernährung und Fazientraining.

Kontakt zu Trainer Salih

Salih Sara

Salih Sara ist Sportwissenschaftler der Deutschen Sporthochschule Köln (B.A. Sport & Gesundheit in Prävention und Therapie), Gründer von Healthengineers und Personal Trainer in Köln-Kalk. Sein Schwerpunkt liegt auf Muskelaufbau, Gewichtsreduktion, gesundheitsorientiertem Training, Prävention, Ernährungsberatung sowie Bewegung bei Beschwerden. Durch Erfahrungen aus Personal Training, Rehasport und Präventionskursen verbindet er Training, Gesundheit und langfristige körperliche Entwicklung im Personal Training in Köln und Prävention....

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