Was du gleich erfahren wirst
- Warum sind Aufwärmübungen vor dem Training wichtig?
- Wie lange sollten Aufwärmübungen dauern?
- Kann das Auslassen von Aufwärmübungen zu Verletzungen führen?
- Gibt es spezielle Aufwärmübungen für verschiedene Sportarten?
- Welche physiologischen Effekte haben Aufwärmübungen auf den Körper?
- Wie beeinflussen Aufwärmübungen die Leistung im Training
Für meinen ersten Triathlon hatte ich nur drei Monate Vorbereitungszeit. Trotz fehlender Erfahrung im Rennradfahren war ich fest entschlossen. Ich trainierte fleißig, visualisierte den Wettkampfablauf und achtete auf Schlaf, Hydrierung und Ernährung. Nach der Anmeldung vor Ort und Vorbereitung der Ausrüstung in den Wechselzonen, kam ich kurz vor dem Start zu meinem letzten Teil der Vorbereitung: das Aufwärmen.
Egal ob Wettkampf, Morgen-Workout oder Crossfit-Training: Vorbereitung ist der Schlüssel für bessere sportliche Leistung. Anhand von sechs Fragen, findest du hier Infos zu der Bedeutung und dem Nutzen des Aufwärmens aus meiner Sicht als langjähriger Physiotherapeut, Personal Trainer und Sportler.
Warum sind Aufwärmübungen vor dem Training wichtig?
Die Frage impliziert, dass Aufwärmübungen wichtig sind. Diese Sicht teile ich. Doch das Wort „warm“ vermittelt falsche Vorstellungen. Entscheidend ist nicht die Temperaturerhöhung. Der Körper hält seine Kerntemperatur von 37 ° C konstant. Der Temperaturwechsel betrifft hauptsächlich die Haut und die Extremitäten. Da die Muskeln Hauptquelle für die Wärme bei körperlicher Anstrengung sind, könnte man einen Vorteil für die sportliche Aktivität annehmen. Aber das ist nur bedingt richtig. Es geht nicht primär um die Temperatur, sondern um den erhöhten Blutfluss, der Gelenke, Muskeln und Bänder mit Nährstoffen versorgt.
Warum Aufwärmübungen wichtig und berechtigt sind beantworte ich gewöhnlich mit folgender kurzer Antwort: „Aufwärmübungen sind wichtig, da sie den Menschen vielseitig auf eine anspruchsvolle Situation vorbereiten.“
Das Interessante an diesem Satz ist die Vielzahl variabler Faktoren. Fünf von ihnen formen ein komplexes System und zeigen, warum Aufwärmübungen im Sport und bei anderen Aktivitäten unverzichtbar sind. Betrachten wir diese Faktoren anhand des Beispiels eines Golfspielers und seiner Freunde vor dem Turnier:
- Aufwärmübungen: Am Morgen des Turniertags bereitet unser Golfer seine Golftasche vor und geht mit Golfschuhen zur Range, der Übungsanlage, seines Golfclubs. Dort beginnt er seine Aufwärmübungen. Er bewegt zuerst seine Handgelenke, dann seine Arme und wiederholt dies mit seinen Füßen und Beinen. Anschließend nimmt er einen langen Golfschläger, hält ihn mit gestreckten Armen und bewegt seine Wirbelsäule in verschiedenen Richtungen. Zwei Gleichgewichtsübungen folgen, dann zieht er seinen Handschuh an und schlägt systematisch mit verschiedenen Schlägern Bälle. Diese Routine bereitet ihn gut auf das Turnier vor. Es fällt auf, dass man diese Routine bei Gewichthebern oder Sprintern bei Olympia nicht sieht, da sie nicht universell anwendbar ist.
- Die Menschen: Unser Golfer hat zwei Freunde, die ebenfalls am Turnier teilnehmen. Der erste Freund fährt rund 9 Kilometer zum Golfplatz und betreibt Golf als Entspannung von seiner aktiven Woche. Der zweite Freund, ein Geschäftsmann, kommt nach einer langen Reise spät ins Bett und hat auf dem Weg zum Golfplatz noch ein Geschäftsgespräch. Da jeder Mensch unterschiedliche Voraussetzungen für körperliche Anstrengung hat, sollten Aufwärmübungen individuell angepasst werden. Der erste Freund bereitet sich auf Ruhe beim Golfen vor, während der zweite seine Muskeln und Gelenke für den Golfschwung aktiviert.
- Vielseitig: Dieser Faktor ist sehr komplex. Mit den physiologischen Effekten von Aufwärmübungen werde ich ihn in Frage 5 erläutern.
- Anspruchsvoll: Aufwärmübungen sind wichtig, da sie einen sanften Leistungsübergang ermöglichen. Je größer die Diskrepanz zwischen der Bereitschaft – körperlich wie mental – und der bevorstehenden Aktivität ist, desto wichtiger sind die Aufwärmübungen.
- Situation: Bei unserem Golfer ist das Turnier die aktuelle Situation, für die er sich aufwärmt. Dies unterstreicht die Bedeutung der Aufwärmübungen, da sie speziell auf die bevorstehende Leistung ausgerichtet sind.
Wie lange sollten Aufwärmübungen dauern?
Die Dauer der Aufwärmübungen variiert je nach obigen Faktoren wie Aufwärmübungen, Individuum, vielseitiges Ziel, Situation und der Kluft zwischen aktueller und gewünschter Leistungsbereitschaft. Ein empfohlener Zeitrahmen beträgt fünf bis 15 Minuten, um dem Körper die notwendigen Anpassungen zu ermöglichen, die die Leistung steigern und Verletzungen verhindern.



