Viele kennen es: Sie sind vielleicht gerade wieder durch Ihr Training in Topform gekommen und eine unerwartete Verletzung wirft Sie zurück? Dann ist die Frustration riesig: "Das kann doch nicht wahr sein! Warum passiert mir das bloß?" Quälende Gedanken, die diese ohnehin belastende Situation garantiert nicht besser machen.
Geniales Programm und Steinzeitrelikt
Eventuell ist Ihr Körper noch in einem Schock- oder Alarmzustand. Und das bedeutet: Die Stresshormone Adrenalin sowie Noradrenalin werden – wie bei Unfällen – in Massen ausgeschüttet. Sie erregen den Sympathikus, den Teil unseres vegetativen Nervensystems, der uns von Jetzt auf Gleich zum Flüchten oder Kämpfen auf Hochleistung bringt. Herzschlag und Blutdruck sind rasend schnell erhöht. Es kommt zu einer gesteigerten Freisetzung von Glukose und einer verstärkten Durchblutung der Muskulatur. So wird den Muskeln blitzartig viel Kraft zur Verfügung gestellt, damit Sie angreifen, ausweichen oder rasend schnell fliehen können!
Black out und Trauma
Doch es gibt bei diesem super Programm aus unserer Evolution auch eine Reaktion, die zunächst wie ein "Haken" wirkt. Wenn in einer Akutsituation weder Kämpfen noch Fliehen möglich ist, kann nämlich ein Erstarrungszustand aktiviert werden! Jetzt werden Denkvorgänge blockiert und Schmerzen unterdrückt. Das ist auch der Grund, warum es bei einer Prüfung zu einem "Black Out" oder bei einem Unfall zu einem Schockzustand oder Trauma kommen kann. Wird die – für den Moment sinnvolle – Schutzfunktion nicht wieder ausreichend zurückgefahren, kann sich die Regeneration nach einem Unfall unnötig in die Länge ziehen.
Im Streik: Programm für Regeneration
Ähnlich wie bei dem Erschöpfungs-Syndrom, auch als Burnout bekannt, verhindert andauernder Stress oder ein nicht verarbeitetes Trauma eine ausreichende Aktivierung des Parasympathikus. Sie ahnen es schon: Das ist der Gegenspieler des Sympathikus – zuständig für Regeneration und die Aktivierung von Reparatur-Programmen im Körper. Dies funktioniert aber nicht, solange Ihnen der Schock sprichwörtlich noch in den Knochen sitzt oder Sie unter Stress stehen.
Alles Hulu oder was?
Der Schockzustand muss also zuerst abgebaut werden. In Hawaii haben die Ureinwohner dafür das Hulu-Ritual entwickelt: Sie wiederholen die Unfallsituation genau 36-Mal, natürlich ohne sich dabei erneut zu verletzen. Währenddessen wird entspannt geatmet, wodurch sich der Körper langsam beruhigt. Ich habe diese Technik bei kleinen Schnittverletzungen oder Verbrennungen selbst ausprobiert und war außerordentlich überrascht, dass ich die dann normalerweise üblichen Brandblasen verhindern konnte, und kleinere Schnittverletzungen viel schneller heilten. Alles Einbildung? Vielleicht, aber möglicherweise steckt dahinter, dass die betroffene Körperstelle durch die "kontrollierte Unfallsituation" weniger überreagiert? Probieren Sie es einfach mal aus, wenn Ihnen etwas Derartiges passiert!
Schock lösen mit Klopftechnik
Thorsten Kominek, Heilpraktiker für Psychotherapie aus Hamburg, spezialisiert auf das Auflösen von Unfallschock und -trauma erklärt den Sachverhalt aus seiner Praxis:
"Wir empfinden durch den Schock während eines Unfalls in der Regel keine Schmerzen und bleiben teilweise handlungsfähig. Jedoch selbst wenn wir uns danach beruhigt haben, steckt der erlebte Schock häufig noch in uns und löst sich in vielen Fällen leider nicht von selbst. Im Schockzustand haben Heilung und Regeneration keine Priorität, da es sich um einen Alarmzustand handelt. Deshalb ist es so wichtig, nach dem Unfall den Schock zu lösen. So können Körper und Psyche wieder auf Regeneration und Heilung umschalten."
Mit einer Methode, die Kominek speziell für Unfallopfer angepasst hat, begibt er sich mit ihnen in einen "sicheren Rahmen". Element ist dabei die sogenannte Klopftechnik. Sein Vorgehen beschreibt Kominek als sanft und effektiv, mit viel Einfühlungsvermögen. Und wenn möglich, sogar mit einer Prise Humor. Mehr Infos hierzu finden Sie unter: www.kominek.de
Was können Sie selbst tun?
Alle Ihre Erfahrungen bestimmen Ihre Körperreaktionen. Bei leichteren Unfällen können Sie durch aktive Entspannungstechniken wie zum Beispiel Progressive Muskelentspannung oder Yoga recht schnell wieder zurück in einen Normalzustand kommen.
Apps für Entspannungshypnose
Es gibt mittlerweile sogar Apps, wie zum Beispiel von Get on Apps, mit einer 15 Minuten kostenlosen Entspannungshypnose, die Sie selbst zuhause auf Ihrem Sofa durchführen können. Schon mit wenigen aber regelmäßigen kurzen Entspannungsprogrammen lassen sich Muskeltonus und Laktatkonzentration in der Muskulatur reduzieren. Wenn Sie aber merken, dass Sie selbst nicht weiterkommen, sollten Sie einen Spezialisten für Unfallschocks aufsuchen.
Ist bei Ihrem Unfall der Körper verletzt worden, hilft Ihnen nach ärztlicher Behandlung und nach dem Lösen des Unfallschocks ein guter Physiotherapeut, Osteopath oder REHA-Trainer ebenfalls deutlich schneller wieder auf die Beine!
Ergänzend kann ein Personal Trainer für Sie einen individuellen Plan erstellen, der optimal zu Ihren persönlichen Zielen, Voraussetzungen und Möglichkeiten passt. Auf diesem Portal finden Sie auch Personal Trainer mit passenden Schwerpunkten wie Rehabilitationstraining, Sportmassagen, Medizinische Trainingstherapie, Schmerzbehandlung oder Gesundheitsorientiertes Training. Was Sie so ein Personal Training kosten wird? Meist liegt die Höhe des Honorars pro Stunde zwischen 70 und 150 Euro. Wie oft Sie ihn buchen, hängt dann von Ihren Wünschen, dem Programm und dem zur Verfügung stehenden Budget ab.
Quellen & Studien (7)
Thorsten Kominek – Lösen von Unfallschock und UnfalltraumaRichard Thompson - Das Gehirn: Von der Nervenzelle zur VerhaltenssteuerungDr. Serge Kahili King – Ihr Körper glaubt was Sie ihm sagenGet on Apps für IOSGet on Apps für Android
Links:
Rehabilitationstraining auf PersonalFitness.de
Entspannungstrainer auf PersonalFitness.de
Mitmachbox: Stress nach Verletzung lösen und Regeneration aktivieren ?♀️
- So geht’s: Beruhigende Atmung (4-6-Atmung)
Atmen Sie 4 Sekunden ein, 6 Sekunden aus, 2 Minuten lang. Stellen Sie sich vor, wie Sie mit jeder Ausatmung Spannung „auswringen“.
Das stärkt… Ihren Parasympathikus, senkt Herzschlag und Muskeltonus.
Tipp: Setzen Sie sich stabil hin; wenn schwindelig, pausieren.
- So geht’s: Mini-Klopfroutine gegen Schock
Klopfen Sie sanft mit Fingerspitzen: zwischen Augenbrauen, seitlich am Auge, unter dem Auge, Schlüsselbeinpunkt – je 8–10 Mal. Atmen Sie ruhig.
Das stärkt… das Loslassen von Alarmspannung und fördert innere Ruhe.
Sicherheit: Nur schmerzfreie Bereiche berühren; bei Schwindel absetzen.
- So geht’s: „Hulu“-Rückspulen in sicherer Variante
Stellen Sie die Situation in Zeitlupe vor und bewegen Sie die betroffene Region nur im schmerzfreien Mini-Bereich, 5–10 Wiederholungen bei ruhiger Atmung.
Das stärkt… die Neubewertung im Nervensystem und senkt Überreaktionen.
Tipp: Stoppen Sie bei Schmerz; ersetzen Sie durch rein mentale Vorstellung.
- So geht’s: Progressive Entspannung light
Hände sanft 5 Sekunden anspannen, 10 Sekunden lösen; Schultern, Gesicht und Füße ebenso. 2 Runden.
Das stärkt… die Körperwahrnehmung und reduziert Restanspannung.
Sicherheit: Nie in schmerzende Bereiche aktiv anspannen.
- So geht’s: Regenerationsanker im Alltag
Legen Sie 2–3 Mal täglich „Mikropausen“ von 60 Sekunden ein: Atemverlängerung, kurzer Bodenkontakt spüren, Kiefer lockern.
Das stärkt… die Umschaltung auf Erholung im Tagesverlauf.
Tipp: Stellen Sie Handy-Reminder ⏰.
Anwendung: Üben Sie 2–3 Mal täglich 5–10 Minuten (z. B. Atmung + Klopfen morgens/abends). Nach akuten Verletzungen zuerst ärztlich abklären; wenn Beschwerden oder Schockgefühle anhalten, kontaktieren Sie Fachpersonal (z. B. Trauma-/Physiotherapie). Testen Sie gleich morgen eine Variante und notieren Sie Ihre Wirkung von 0–10.
Erstellt mit Unterstützung von KI aus dem Inhalt des Beitrags. Unsere Tipps ersetzen keine persönliche Beratung. Umsetzung auf eigene Verantwortung.