Verschiedene Gewürze auf einem Markt, darunter Kurkuma, bekannt für seine gedächtnis- und stimmungsfördernden Eigenschaften.

Superfood Kurkuma stärkt das Gedächtnis und hebt die Stimmung

Der Hype um immer neue Diäten reißt nicht ab und schon gibt es einen weiteren Ernährungstrend: Superfood. Ist es wirklich super gesund? Wir haben nachgeforscht. Heute geht es um Kurkuma.

Nie zuvor hätten sich Menschen so sehr über ihre Ernährung definiert, stellt die "Süddeutsche Zeitung" (29./30.3.2018) fest. Da braucht es kaum noch die zitierten Ernährungswissenschaftler und -psychologen sowie Medienwissenschaftler zur Bestätigung. Schon ein Blick in die sozialen Netzwerke zeigt wie Ernährung 4.0 aussehen kann: Unzählige Menschen lieben es, Fotos ihres Lunches zu posten, präsentieren sich als Vegetarier oder Veganer, kombinieren die perfekte Diät mit dem perfekten Fitnessprogramm.

Laut einer Studie der Uni Köln habe jeder vierte Erwachsene unter 39 Jahren schon mehrfach Diäten versucht, so die "SZ". Nach Paleo, Low Carb oder Metabolic Balance sind Diäten wie Golo und Shred die Newcomer.

Einer der neuesten "Trends" in der Ernährungsoptimierung ist SuperfoodNahrungsmittel mit Superkräften. Chia Samen füllen gefühlt ganze Gänge in Supermärkten, Ingwer gehört ins heiße Wasser am Morgen, Spirulina Algen schwimmen im Smoothie zwischendurch. Studie um Studie wird die Liste der Immunsystem-Booster, Zell-Bodyguards und sonstigen Gesundmacher länger.

Superfood: Kleine Maßnahme, große Wirkung

Superfood und Diäten müssen sich natürlich nicht ausschließen. Aber Superfood könnte ja so etwas wie eine "kleine Lösung" für einen gesünderen Ernährungsstil sein. Vorteil: Um von den Superhelden der Ernährung zu profitieren, muss man auf nichts verzichten und auch nicht mega-diszipliniert sein.

Für Alternativen zum Ausprobieren immer neuer Diäten spricht noch mehr. Denn so sinnvoll und gesund sie sein können, häufig haben Diäten mit beidem nicht viel zu tun, klagen die Ernährungswissenschaftler und -psychologen. Was oft dahinter steckt, sei eine ungesunde Selbstwahrnehmung, insbesondere befeuert durch die sozialen Medien. Wem es also wirklich um Gesundheit geht, der könnte es mal mit einer langfristigen Ernährungsumstellung versuchen und seine ausgewogene Ernährung mit dem einen oder anderen Superfood kombinieren.

Wie super ist Superfood wirklich?

Oder ist Superfood doch nur eine neue Sau, die durchs mediale Dorf getrieben wird? Man sollte schon genau hinschauen. Oft hilft dabei eine Kombination aus altem und neuen Wissen: Was wirklich mega-gesund ist, wussten unsere Vorfahren nämlich oft ganz gut und neue Studien zu bestimmten Nahrungsmitteln belegen viele dieser – und bislang unbekannter – Wirkungen. Aktuelles Beispiel: das Superfood Kurkuma.

Kurkuma-Studie: Weniger Entzündungen im Gehirn

Es hat viele Namen und soll noch mehr heilsame Wirkungen besitzen. Man spricht zum Beispiel von indischem Gold oder indischem Safran, vom Gold des Orients oder gelbem Ingwer – oder schlichtweg von Kurkuma. Gegen Artritis, Rheuma, Darmerkrankungen, sogar gegen Krebs soll es wirken. In zahlreichen Studien werden diese Eigenschaften des Gewürzes untersucht und erstaulich viel bestätigt sich. Meist heißt es am Ende dieser Studien: Umfangreichere Untersuchungen mit mehr Probanden sollten folgen; doch so funktioniert die Wissenschaft nun mal. Nun zeigt eine neue Studie, dass der regelmäßige Genuss von Kurkuma positive Effekte auf unser Gehirn hat. Das Gewürz stärkt unser Erinnerungsvermögen und hebt die Stimmung. Eines vorweg: Inder behandeln sogar ihre heiligen Kühe mit Kukurma. An der Sache muss also etwas dran sein.

"Wie genau Kurkuma seine Wirkung erzielt, ist nicht geklärt, aber es kann mit seiner Fähigkeit zu tun haben, Entzündungen im Gehirn zu reduzieren, die mit Alzheimer und starken Depressionen in Verbindung stehen", erklärt Dr. Gary Small, Erstautor der Studie und Direktor der geriatrischen Psychiatrie am Semel Institute for Neuroscience and Human Behavior an der University of California. Beide Erkrankungen, Alzheimer und Depressionen, sind in unserer westlichen Welt stark verbreitet und stehen daher seit Jahren im Fokus der Medien.

Ayurveda macht's längst vor

Seit Jahrtausenden wird Kurkuma im asiatischen Raum, u.a. in der Ayurvedischen Medizin, zur Heilung verschiedenster Krankheiten eingesetzt, hierzu zählen auch viele entzündliche Erkrankungen. In einer Studie der Universität Saarland kamen Wissenschaftler zu dem Schluss, dass die antientzündliche Wirkung von Kurkuma mit der von Kortison vergleichbar ist – nur ohne die Nebenwirkungen von kortisonhaltigen Medikamenten.

Die stark entzündungshemmende Wirkung der krautartigen Pflanze wird vor allem ihrem Bestandteil Kurkumin zugeschrieben. Kurkumin wirkt zudem antioxidativ, womit weitere positive Wirkungen erklärt werden. Es verleiht dem Curry übrigens auch seine strahlende Farbe, die so intensiv ist, dass sie nur schwer von Händen und Textilien zu entfernen ist.

Studie: 18 Monate, 40 Probanden

In der im Januar 2018 veröffentlichten Studie der UCLA konnten die positiven Effekte bei Probanden gezeigt werden, die zwischen 50 und 90 Jahre alt waren und an leichten Erinnerungsschwächen litten, nicht aber an Depressionen. Nach dem Zufallsprinzip wurden die Probanden in zwei Gruppen geteilt. Über einen Zeitraum von 18 Monaten bekam eine Gruppe Placebos, die andere 90 Milligramm Kurkumin zweimal täglich. Jene Probanden die Kurkuma bekommen hatten, zeigten laut Studienleiter Dr. Small in Tests signifikante Verbesserungen in ihrem Erinnerungsvermögen und ihrer Konzentrationsfähigkeit, auch ihre Stimmung war deutlich besser.

Hirnscans zeigen positive Effekte

In PET-Hirnscans (Positronen-Emissions-Tomografie) wurden entsprechende Veränderungen in der Amygdala und dem Hypothalamus festgestellt. Diese Gehirnregionen stehen in Verbindung mit der Steuerung der Emotionen und des Gedächtnisfähigkeiten. Bei der Kontrollgruppe waren keine dieser Beobachtungen zu machen.

Wieviel Kurkuma soll es sein?

Moment mal, was bedeutet das in der Praxis? Die 180 Milligramm Kurkumin wurden für die Studie in Form eines Nahrungsergänzungsmittels verabreicht. In normalem Kurkumagewürz sind aber nur zwei bis acht Prozent aktive Kurkumoide. Die Studiensituation ist also kaum mit dem Einsatz des Gewürzes zu erreichen.

Indien: Ein Leben lang Kurkuma essen

In Indien gehört Kurkuma, auch Gelbwurz genannt, als Bestandteil des Currys zu den Grundnahrungsmitteln. Wenngleich der tägliche Kurkumingehalt nicht dem Gehalt eines Extrakts entspricht, ist er doch ungleich höher als er es im Ernährungsstil der westlichen Industriestaaten ist. Dies könnte ein Grund dafür sein, dass es in Indien eine geringere Verbreitung von Alzheimer und bessere kognitive Leistungsfähigkeit gibt, heißt es in der Pressemitteilung zur Studie der UCLA.

Westen versus Osten

Nun mag man einwenden: Die durchschnittliche Lebenserwartung in Indien (68,35) liegt derzeit gut zehn Jahre unter der in westlichen Ländern (78,74). Da die Alzheimer-Erkrankung in Verbindung mit einem höheren Lebensalter steht, kann die geringere Lebenserwartung in Indien ein Grund für die geringere Zahl der Alzheimerfälle sein. Doch trotz dieses statistischen Faktors zeigten bereits zahlreiche Studien, wie eng ein höheres Risiko für die Alzheimer-Erkrankung und ein westlicher Ernährungsstil – insbesondere mit viel Fleisch und Milchprodukten – in Verbindung stehen.

Kurkumin gegen leichte Depressionen?

Wie üblich werden nun weitere, umfangreichere Studien folgen, um die Erkenntnisse abzusichern und zu vertiefen. Doch: "Die vorliegenden Ergebnisse lassen darauf schließen, dass diese relativ sichere Form der Verabreichung von Kurkumin über die Jahre einen bedeutenden kognitiven Nutzen haben kann", so der UCLA-Professor für Geriatrie. In künftigen Studien möchte Small herausfinden, ob Kurkumin auch als Medikament bei leichten Depressionen zum Einsatz kommen sollte.

Trend-Getränk: Golden Latte

Darauf trinken wir jetzt erst einmal eine Golden Latte. In dem neuen Trend-Getränk aus herkömmlicher Kuhmilch oder Sojamilch steckt nämlich auch das super gesunde Kurkuma. Cheers.

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Dr. Kai Kaufmann - Personal Trainer Hamburg

Dr. Kai Kaufmann

Dr. Kai Kaufmann ist Trainer für gesundes Stressmanagement, seelische Widerstandskraft (Resilienz), Yoga und Meditation für Mitarbeiter von Unternehmen und Einzelkunden. Über 15 Jahre war er in leitenden Positionen für Großverlage tätig. Während dieser Zeit war er selbst von einem monatelangen Burnout betroffen. Kai weiß daher, unter welchen Belastungen Mitarbeiter u. Führungskräfte heute oft stehen. Mit viel Einfühlungsvermögen, Geduld und Humor stärkt der XING TOP MIND MENTAL HEALTH 2022 seine Kunden auf ihrem persönlichen Weg.

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