In „Meine Eltern, ihre Kilos und ich“ betreute TV-Coach Felix Klemme dicke Kinder - und verriet uns die beste Strategie, um die Kleinen vor Übergewicht zu schützen.
Einer unserer Personalfitness.de-Trainer demonstrierte im TV, wie man mit der richtigen Ernährung und Bewegung sein Leben in gesunde Bahnen lenkt. Die Rede ist vom "Personal Trainer des Jahres" Felix Klemme, bekannt geworden als TV-Coach der Doku "Extrem schwer - Mein Weg in ein neues Leben": In "Meine Eltern, ihre Kilos und ich" half er übergewichtigen Eltern, ihre Kilos zu verlieren und in "Die Diät-Tester – In acht Wochen zur Traumfigur" begleitet er Abnehmwillige auf ihrem Weg in ein übergewichtsfreies Leben. Wir baten ihn zum Gespräch und fragten ihn (unter anderem) nach seinem Prinzip, um Kinder davon abzuhalten zu viel zu naschen und sie zu mehr Bewegung zu motivieren ...
Folgende Fragen haben wir Felix Klemme gestellt:
Felix Klemme: Das sind in erster Linie die Eltern. Kinder können nicht beurteilen, ob das, was sie erleben, gut oder schlecht ist. Oft wird ihnen erst im Erwachsenenalter bewusst, welche Ernährungsweise und welcher Lebensstil sie in jungen Jahren beeinflusst hat. Deshalb sind die Eltern immer das wichtigste Vorbild.
Felix Klemme: Das haben sie auf jeden Fall. Oft sorgen die Eltern dafür, dass ihre Kinder gesund essen und sich auch regelmäßig bewegen. Die Eltern haben oft auch viel Arbeit, wenig Zeit und in anderen Lebensbereichen ihres Natural Networks Probleme, die sie mit Essen – insbesondere Junk Food und Süßigkeiten - kompensieren. Entscheidend ist, dass sie Wege finden, ihre eigenen Probleme neu zu sortieren und damit umzugehen.
Felix Klemme: Das ist ein Prozess. In erster Linie ist es wichtig, ihnen zu erklären, was Süßigkeiten im Körper bewirken können, wenn man zuviel davon zu sich nimmt. Das einfachste Bild ist, dass man davon dick werden kann. Sind die Eltern selbst übergewichtig, können sie von ihrer Situation erzählen und ihnen deutlich machen, welche Einschränkungen damit verbunden sind.
Es ist zwar schwer und tut eventuell etwas weh, sich selbst als Negativ-Beispiel vorzuführen. Aber es macht den Kleinen deutlich, welche Gefahren lauern. Wichtig ist ebenso, den Kindern nicht rigoros etwas zu verbieten, sondern den gesunden Umgang mit Lebensmitteln zu lehren. Ebenso empfehlenswert: Statt Geld gesundes Essen mit in die Schule zu geben. Damit vermeidet man, dass die Kleinen sich etwas kaufen, was fancy ist, lustig knistert oder bunt aussieht.
Und für mehr Bewegung sorgen zum Beispiel klare Regeln im Umgang mit dem Smartphone oder anderen verlockenden Bildschirmen. Hier zu schnell aufzugeben ist gefährlich. Die Einstellung 'Lass sie doch an ihrem Handy spielen, das machen die anderen doch auch' wird schnell zum Boomerang. Dieser kann dazu führen, dass sie sich nicht nur weniger bewegen, sondern sich darüberhinaus noch ein Mangel an Motivation einstellt, es überhaupt zu tun. Smartphones sind wie magische Geräte, die einen in den Bann ziehen.
Wir Erwachsenen spüren das ja auch, bei Kindern jedoch in einer viel höheren Dosis! Es wirkt sich auf unser Belohnungssystem im Gehirn aus, das uns dann sagt: Mehr davon! Das ist dasselbe Prinzip wie bei Süßigkeiten und Zucker.
Foto: Lara Burr-Evans
Andrea Ege ist Teil der Redaktion von PersonalFitness.de. Sie bereitet Fachthemen rund um Training, Gesundheit und Bewegung fundiert und verständlich auf – mit einem Blick für Praxisnähe und Relevanz. Ihr Fokus liegt darauf, Wissen so zu vermitteln, dass sowohl Personal Trainer als auch gesundheitsbewusste Menschen konkrete Impulse für ihren Alltag erhalten.