Wenn Kinder schwimmen lernen, geht es bisweilen kunterbunt zu im Becken. Sie mit dem Element Wasser vertraut zu machen, ist für jeden Schwimmlehrer immer wieder eine Herausforderung - die allerdings auch sehr viel Spaß macht. Hier eine kleine Reportage über die erste Schwimmstunde aus der Sicht eines erfahrenen Trainers.
Was du gleich erfahren wirst:
Heute kommt die neue Gruppe zur ersten Schwimmstunde für den 12-Wochen-Kurs. Die Schülerinnen und Schüler und auch wir Trainer sind neugierig, was uns erwartet. Ganz allmählich treffen die ersten Kinder ein. Schüchtern und neugierig begutachten sie das 25 Meter Becken und die wartenden Trainer. Erst ist es noch leise, aber mit zunehmender Anzahl der Kinder steigt die Geräuschkulisse deutlich an.
Einige Kinder kennen sich bereits aus dem Kindergarten oder der Vorschule und haben daher keine Berührungsängste. Die ersten vorsichtigen Kontakte zu den Trainern finden im Beisein der Eltern statt. Es werden Namen und Fragen ausgetauscht, Listen abgehakt. Ein Trainer kümmert sich um die Kinder, dass sie mit Schwimmhilfen ausgestattet werden.
Dabei fragen die Kinder dann schon mal, wer man ist und wie man heißt. Auch wir fragen die Kinder, ob sie mit ihren Eltern schon im Schwimmbad waren und wie das so war, um das erste Eis zu brechen.
Die mit Schwimmhilfen ausgestatteten Kinder dürfen dann nah ans Wasser und sich an den Beckenrand setzen - die erste Berührung mit dem feuchten Element ... So werden sie an das Wasser gewöhnt. Unser Ansatz für die erste Schwimmstunde ist immer, das Freude und Sicherheit wichtige Faktoren sind, um einem Kind das Schwimmen beizubringen. Dabei im Mittelpunkt: Jeden in seinem individuellen Status abzuholen und bei der Entwicklung zu begleiten.
Um die Kinder weiter zu entspannen, planschen wir erst mal nur mit Händen und Füßen im Wasser. Juhu, was für ein Spaß, denken die einen. Und bei wenigen ist leichte Unsicherheit gegenüber dem Wasser erkennbar. Wir Trainer stehen schon im Wasser und verschaffen uns den ersten Eindruck über die Reaktionen der Kinder und wo wir motivierend unterstützen können. Die meisten Kinder sind durch das Planschen mehr oder weniger nass und wir 'holen die Kinder ab', ganz ins Wasser zu kommen.
Es wird sich an allem festgehalten was greifbar ist - Beckenrand oder der Arm des Schwimmtrainers. Geschafft! Die erste Übung wird von uns Trainern angeleitet. „Hangelt euch mal am Beckenrand auf die andere Seite rüber“. Langsam und schüchtern setzt sich die kleine Schwimm-Karawane in Gang und bewegt sich in Richtung andere Beckenseite. „Und das Ganze wieder zurück“. Der Geräuschpegel der freudigen Kinderschrei wird jetzt immer lauter. Wenn es auch zwischendurch Situationen gibt, wo die eine oder andere Träne fließt.
Der Situation angemessen werden die Kinder von uns getröstet, ermutigt oder unterstützt, so dass sie nach und nach die Scheu verlieren, während sie damit beschäftigt sind, sich immer besser über Wasser zu halten. In unserem Schwimmkonzept wird zuerst das Brustschwimmen vermittelt. Danach folgt der Erklärungsansatz zu den Froschbeinen (Brustbeine).
In dieser Situation fragen wir ganz spielerisch: "Wer kennt das denn schon?" Vereinzelt gehen dann Arme in der Luft. "Wollt ihr das den andern mal zeigen?" Flux werden die Beine bewegt und die anderen Kinder schauen neugierig zu. "Ok, dann lasst uns das mal zusammen machen." Die Kinder fangen an zu „strampeln“ und wir unterstützen durch Bewegungsanleitung für die Füße und Beine. Eifrig sind die Kinder dabei, die Froschbein zu imitieren. Jetzt wird klar, wer schon mal mit dem Schwimmen Erfahrung oder mit den Eltern schon mal Übungen für das Seepferdchen Abzeichen gemacht hat.
Nun werden die Kinder von uns ermutigt den Beckenrand loszulassen um nur mit der Schwimmhilfe auf dem Wasser zu schwimmen. Zögerlich lassen die ersten den Beckenrand los. Mit lautem Oh und Ah kommentieren sie ihre ersten Eindrücke. Einige der Schwimmnovizen fühlen sich damit aber nicht wohl. Also unterstützen wir Trainer sie dabei, den Beckenrand loszulassen bzw. sich auf die Schwimmhilfen zu verlassen. Alles ganz schön aufregend für die Kleinen ...
Wir versuchen den Kindern das Vertrauen zugeben, dass wir immer für sie da sind, wenn sie unsere Unterstützung/Hilfe brauchen oder mal mit dem Kopf unter Wasser kommen. Bei diesen ersten Versuchen haben die kleinen alle möglichen Themen am Start - von den ersten Wasserspritzern im Auge hin zu verschlucktem Wasser oder "ich möchte doch lieber draußen sitzen" bis hin zu "wo ist Mama?".
Während der gesamten Zeit unterstützen wir die Kinder immer wieder mit verbalen und taktilen Reizen, um die Beinbewegung zu verbessern. In den letzten 5-10 Minuten ist Spielzeit und die Kinder können noch etwas toben. Dann ist die erste Schwimmstunde zu Ende. Die kleinen Schwimmmäuse werden von Ihren Eltern abgeholt und freuen sich normalerweise schon auf den nächsten Schwimmunterricht.
Innerhalb der nächsten 12 Wochen wird der Kontakt zu den Kindern immer intensiver. So entsteht zwischen den Kindern und Erwachsenen eine Vertrauensbasis. Das führt dann so weit, das Gespräche entstehen wie dieses hier: „Darf ich Dir mal was sagen?„ „Ja, klar“. „Ich bin so froh, dass ich bei euch sein darf!“ Das sind für mich als Schwimmtrainer die schönsten Momente, die ich nicht vermissen möchte!
Seit über vier Jahrzehnten betreut die ehemalige Führungskraft Ingo Stern als Personal Trainer Kunden in allen Altersklassen – in der Gruppe oder 1:1. Sich einzufühlen, jedes Training der individuellen Situation anzupassen, mit Geduld und Verantwortungsgefühl das gewünschte Ziel anzuvisieren – das sind seine Stärken, egal ob beim Reha-, Schwimm-, Triathlon- oder anderem Training. Schwierigkeiten sind für ihn Herausforderungen. Mit seiner offenen, ehrlichen und natürlichen Art meistert er sie. Einfach ausprobieren!