Federleicht über dem Boden schweben, gern auch kopfüber – das ist Aerial Yoga: Was hinter einer der neuesten Yoga-Formen steckt.
Was Sie gleich erfahren werden:
Diese neuere Variante von Yoga hebt das Training im wahrsten Sinne des Wortes auf ein anderes Level, ja, sogar in eine andere Dimension. Um genau zu sein, in die dritte Dimension. Aerial Yoga findet nämlich – wie es bereits im Namen anklingt – in der Luft statt. Eine der ersten Varianten wird auch Anti Gravity Yoga oder in seiner Franchise-Variante AntiGravity® genannt. Frei übersetzt heißt das soviel wie Yoga der Schwerelosigkeit. Weil aber selbst Yogis nicht fliegen können, braucht es dafür Tücher, die von der Decke hängen. Ist Aerial Yoga nur eine besonders akrobatische Spielart des Yoga oder steckt mehr hinter der Trapeznummer?
Aerial Yoga lässt sich überall machen, wo sich ein Haken professionell in die Decke schrauben lässt oder eine Hängematte zwischen zwei Bäumen oder Pflöcken baumeln kann, sprich: im Gym, zuhause oder im Freien. Denn die Stellungen des Aerial Yoga finden in großen, trapezförmigen Tüchern statt, die ein Gefühl von Schwerelosigkeit vermitteln. Typisch sind hierbei hängende Umkehrhaltungen, sprich: Stellungen, bei denen der Kopf unten und die Füße oben sind.
In den Tüchern sind also auch Yoga-Stellungen oder Asanas möglich, die es in den anderen Yoga-Formen wie dem Klassiker Sivananda Yoga, Hatha Yoga, Power Yoga, Ashtanga und Flow Yoga nicht gibt oder die am Boden viel schwieriger auszuführen sind. Aerial Yoga verbindet Bewegungsabläufe aus dem klassischen Yoga, Pilates, Tanz und insbesondere Akrobatik. Heute zählt Aerial Yoga zu den Trendsportarten und wird in mehr als 30 Ländern geübt.
Aerial Yoga sieht mit den fließenden Bewegungen und seiner Leichtigkeit aber nicht nur wunderschön aus – es hat auch besondere Wirkungen für Körper und Geist, zu denen unten mehr zu lesen ist.
Aerial Yoga ist ein Baby mit "gemischten Eltern": Natürlich geht es zunächst einmal wie jede andere Form des Yoga auf das jahrtausendealte indische Übungssystem zurück. Vater dieser jungen Yoga-Variante ist der New Yorker Akrobat, Tänzer und Choreograf Christopher Harrison. Und der Mann hat es wirklich in sich: Als Turner wurde er Vierter bei den World Games, tanzte am berühmten Broadway und bei President Obamas Ernennung, choreografierte am Metropolitain Opera House und trat in zig Filmen auf. In "Footloose" ist er übrigens der Tänzer, der als erster auf der Leinwand zu sehen ist. Der Filmtitel passt gut, denn Harrison ist Begründer der Fitnessform AntiGravity® , zu der eben auch Aerial Yoga zählt. Kurzum: Harrison hat Yoga in den 90er-Jahren das "Fliegen" beigebracht.
So akrobatisch Aerial Yoga auch aussehen mag: Dieses Yoga der Schwerelosigkeit kann jeder machen. Unabhängig davon, ob er schon einmal Yoga gemacht hat oder auf welchem Fitness-Level er unterwegs ist.
Übrigens: Auch mit körperlichen Einschränkungen kann man Aerial Yoga machen. Es gibt selbst eine rollstuhlfahrende Lehrerin für Aerial Yoga.
Sie fühlen sich nicht nur federleicht – es lastet durch das Schweben im Tuch tatsächlich weniger Gewicht auf Ihnen. Wer quasi in der Luft die Yoga-Stellungen, Asanas, ausführt belastet Gelenke, Rückenmuskulatur und Bandscheiben weniger, vor allem in den Umkehrstellungen. In vielen Positionen können sich Verspannungen noch besser lösen als es im klassischen Yoga der Fall ist.
Gleichzeitig wird mit diesem Ganzkörpertraining die gesamte Muskulatur des Körpers gefordert und gestärkt. Das Gleichgewichtsgefühl wird trainiert, ebenso wie die Koordination, denn die Bewegungsabläufe sind meist neu und ungewohnt.
Neben den körperlichen Vorteilen von Aerial Yoga fühlt es sich einfach gut an. Man wird ja im wahrsten Sinne des Wortes "getragen" und geschaukelt. Dabei ist man auch noch umhüllt wie in einem Kokon. Das klingt doch nach – genau: nach einem Embryo im Mutterleib. Etwas weit hergeholt? Dann fragen Sie mal einen Therapeuten, wie er die Sache interpretieren würde. Ob mit oder ohne Psychodeutung, die Effekte sind dieselben: Gefühle der Geborgenheit und Leichtigkeit.
Wer nicht schwindelfrei ist, sollte zweimal überlegen, ob Aerial Yoga das Richtige für ihn ist. Es kann natürlich auch ein Weg sein, sich seiner Angst vor Höhe und dem Verlust von Bodenhaftung auf recht sichere Art zu stellen und sie auf diese Weise etwas zu verringern. Wie Yoga im Allgemeinen, kann Aerial Yoga einen besonderen therapeutischen Nutzen haben.
Auch wird während der Schwangerschaft zu Vorsicht geraten. Fragen Sie sicherheitshalber in diesem Fall vor dem Training Ihren Arzt.
Mittlerweile ist Aerial Yoga recht verbreitet, so dass man es zumindest in den Großstädten und den größeren Fitnessstudios erlernen oder praktizieren kann. Alternativ sucht man einen Trainer für Aerial Yoga in dessen Räumen auf.
Die meisten Trainer für Aerial Yoga haben eine Zusatzausbildung gemacht. Sie sind ursprünglich Yoga-, Pilates- oder Gymnastiklehrer oder etwa Physiotherapeuten. Achten Sie als Kunde auf die Qualifikation und Zertifizierung Ihres Trainers.
Aerial Yoga ist für jeden geeignet. Das Besondere daran ist das Schweben während des Trainings. Es sorgt nicht nur für besondere körperliche Effekte, es bietet auch ein herrliches Gefühl der Schwerelosigkeit und des "Getragenseins".
Dr. Kai Kaufmann ist Trainer für gesundes Stressmanagement, seelische Widerstandskraft (Resilienz), Yoga und Meditation für Mitarbeiter von Unternehmen und Einzelkunden. Über 15 Jahre war er in leitenden Positionen für Großverlage tätig. Während dieser Zeit war er selbst von einem monatelangen Burnout betroffen. Kai weiß daher, unter welchen Belastungen Mitarbeiter u. Führungskräfte heute oft stehen. Mit viel Einfühlungsvermögen, Geduld und Humor stärkt der XING TOP MIND MENTAL HEALTH 2022 seine Kunden auf ihrem persönlichen Weg.